„Magical Kids“: Neues Projekt des Bomlitzers Niels Marquardt im Kreis Celle

Kinder wollen die Welt verbessern

Filmemacher Niels Marquardt aus Bomlitz.
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Filmemacher Niels Marquardt aus Bomlitz.

Walsrode/Celle – „Da gibt es jemanden, der baut Dörfer für Waisenkinder, damit sie ein Zuhause haben und nicht mehr auf der Straße schlafen ...“. So beginnt das neue Lied des Kinderchor- und Danceprojektes „Magical Kids“, zu dem sich Kinder aus dem Kreis Celle zusammengefunden haben. Organisiert wird das Ganze vom Bomlitzer Niels Marquardt, der vielen Menschen durch seine „Timebreakers“-Filme in guter Erinnerung sein dürfte.

Vor der Corona-Pandemie war Niels Marquardt als Leiter von Tennis- und Film-AGs an mehreren Schulen im Landkreis Celle aktiv. Als der Filmemacher im Winter von einem Musiklehrer gebeten wurde, das Weihnachtssingspiel der ersten Klasse auf Video aufzunehmen, entdeckte er den bestehenden Kinderchor und entwickelte das Konzept für die „Magical Kids“. Mitte Februar war es dann soweit: Eine neue Schul-AG wurde ausgeschrieben und viele Kinder fanden sich ein, um gemeinsam zu singen und zu tanzen.

Das Besondere: Die Kids sollten Lieder zu Themen singen, die sie beschäftigen. Professionelle Songwriter sollten die Vorstellungen umsetzen.

„Die Kinder entscheiden in diesem Projekt sehr viel selbst. Das Spektrum reicht von den Themen bis hin zu den Liedern. Sie entscheiden, was sie singen wollen und was nicht. Auch die Wahl der Kostüme und die Gestaltung der Videos liegt in ihren Händen“, erklärt Marquardt. Viele der in den Liedern behandelten Themen seien in den Schulunterricht eingeflossen. „Zum Beispiel, warum es wichtig ist, in Afrika mehr Brunnen zu bohren“, so Marquardt.

Das Motto der Drittklässler lautet: „Lasst uns die Welt ein klein wenig besser machen.“ Dazu wollen sie ihren Beitrag leisten. Ob nun mit fröhlichen Titeln wie „Sommer“ oder mit Liedern, die zum Nachdenken anregen sollen. So dreht sich das Lied „Jemand“ um die Helden des Alltags, wie zum Beispiel das Pflegepersonal.

Geübt wurde anfangs einmal wöchentlich 90 Minuten. Doch leider war nach vier Proben bereits wieder Schluss. Corona hatte dem jungen Ensemble einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Online-Unterricht wurde an der Schule leider nicht angeboten, doch die Kinder und Eltern hatten entschieden, online in Videokonferenzen weiterzumachen“, erklärt Marquardt. Und das sei letztlich eine große Herausforderung gewesen, da die Kinder im Alter von acht und neun Jahren keine eigenen Handys besäßen und die Eltern aufgrund der Pandemiesituation mit veränderten Arbeitszeiten zu kämpfen gehabt hätten.

Trotzdem haben es alle geschafft. „Als die Kinder im Freien wieder zusammen singen durften, selbstverständlich mit entsprechendem Abstand und den Hygienemaßnahmen, war die Freude riesengroß“, so Marquardt.

Zu diesem Zeitpunkt waren die „Magical Kids“ schon nicht mehr unbekannt. Während der Corona-Zeit hatten sie alle ihre Mut machenden Gedanken für sich selbst und für andere in einem sentimentalen Video zusammengefasst, das im Internet innerhalb der ersten 24 Stunden mehr als 20 000 Mal aufgerufen wurde. Auch Radio ffn wurde aufmerksam und berichtete.

Kurz vor den Sommerferien durften die Kinder aufgrund ihrer Kohortensituation an einem Workshopwochenende teilnehmen. Sie lernten in nur drei Tagen die Tänze für die beiden neuen Lieder. Sie sangen die Songs in einem provisorisch aufgebauten Studio in einem Jugendtreff ein und nahmen beide Musikvideos auf.

Kürzlich veröffentlichten die „Magical Kids“ ihre zweite Single und ihr zweites Musikvideo „Jemand“ auf Youtube und erobern seitdem die Herzen der Menschen im Sturm. Und auch das Medieninteresse ist da. So berichteten nicht nur eine Cellesche Tageszeitung, sondern auch der NDR. Eine Bewerbung für den KiKa-Award von ARD und ZDF wurde auf den Weg gebracht.

„Von Anfang an waren die ,Magical Kids’ als Leuchtturmprojekt für weitere Schulen angedacht“, erzählt Marquardt. Er würde sich freuen, ein solches Vorhaben auch im Heidekreis starten zu können.  mf

Angetreten, um musikalisch die Welt zu verbessern: Die „Magical Kids“, die selber entscheiden, über welche Themen sie singen wollen.

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