Walsroder Gebäude mit Geschichte soll wieder Anwaltsbüros aufnehmen

Das Kastendieckhaus wird saniert

Wilhelm Mestwerdt auf der Baustelle im Inneren des Hauses. „Wir haben einige Überraschungen erleben müssen. Nun wird alles gut.“ Fotos: Müller

Walsrode – Eines der ältesten Häuser in der Walsroder Innenstadt wird zurzeit aufwendig umgebaut: Das Kastendieckhaus, das eigentlich immer schon Rechtsanwälte in seinen uralten Mauern beherbergt hat, wird mit Fördermitteln der Stadt Walsrode und dem finanziellen Einsatz von Wilhelm Mestwerdt so umgestaltet, dass es bis zu drei Anwalteien aufnehmen kann. Mestwerdt kommt aus Schwarmstedt und ist Besitzer des großen Gebäudes gegenüber des Walsroder Rathauses.

Bereits sein Vater hat in dem Gebäude gearbeitet, in dem auch einmal das Anwaltsbüro des mittlerweile verstorbenen SPD-Politikers Peter Rabe war. Mestwerdt rechnet mit einem „hohen sechsstelligen Betrag“, der für die dringend notwendig gewordene Sanierung des denkmalsgeschützten Hauses ausgegeben werden muss.

Vor dem großen Stadtbrand, um 1760 herum, soll das Gebäude entstanden sein. Direkt am Amtsgericht gelegen, stand es über viele Jahre hinweg Rechtsanwälten zur Verfügung. Seinen Namen erhielt es, weil der Senatspräsident des OLG Celle, Martin Kastendieck, dort bis 1963 wohnte.

Es wurde als repräsentatives Kaufmannshaus der Familien Roseneck und Drell gebaut, ein sogenanntes traufständiges zweigeschossiges Einzelgebäude in Fachwerkbauweise. In Gestaltung, Bautechnik und funktioneller Anlage ist es die Idealvorstellung eines herrschaftlichen Stadthauses im 18. Jahrhundert. Ein Haus mit Walsroder Geschichte, das nach dem Willen der Stadt unbedingt in seiner äußeren Bauweise erhalten bleiben soll.

Wilhelm Mestwerdt ließ ein Konzept entwickeln, das zu diesen Gedanken passt. Vieles – vor allem im inneren Bereich des Hauses – war sanierungsbedürftig. Mestwerdt sagt: „Wir haben manche Überraschungen erlebt.“ Aber nachdem die äußere Fassade wieder vernünftig hergestellt werden konnte – es sind hier nur noch Restarbeiten zu tätigen – nimmt der Umbau Formen an. „Wir wollen Ende des Jahres komplett fertig sein.“ Einen ersten Bewerber für die großzügigen Räumlichkeiten im unteren Bereich und im ersten Stock gebe es schon. „Es muss einfach ideal für Anwälte sein, direkt neben dem Gericht zu arbeiten.“

Wert legt Mestwerdt, angehender Präsident des Landesarbeitsgerichts, auf Barrierefreiheit. „Wir werden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt die Eingangsmöglichkeiten – bisher zwei hohe Stufen – verbessern, sodass auch ein Rollstuhlfahrer in die unteren Räumlichkeiten gelangen kann. Dazu sollen die Stufen abgeschrägt und im Inneren des Gebäudes eine Rampe geschaffen werden.“ Auch eine rollstuhlgerechte Toilette werde entstehen. Mestwerdt hat, wie er berichtet, auch im Landesarbeitsgericht in Hannover auf diese seniorenfreundlichen Einrichtungen großen Wert gelegt. „Wir werden nun einmal alle älter.“

Sehr konstruktiv sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Walsrode bisher gelaufen, lobt der Schwarmstedter. Sie seien in ständigem Austausch und haben alle Lösungen für ein denkmalsgeschütztes Haus miteinander finden können.  mü

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