Podiumsdiskussion in der Stadthalle

„Ist die ärztliche Versorgung gesichert?“

Dr. Hans-Joachim Wangnick (l.) und die Diskussionsteilnehmer in der Walsroder Stadthalle. - Foto: Leeske

Walsrode - „Die ärztliche Versorgung im Heidekreis bleibt momentan nur durch die älteren, über 63-jährigen Ärzte gesichert.“ Diese Aussage war das Resümee der Podiumsdiskussion, zu der der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der niedergelassenen Ärzte im Altkreis Fallingbostel, Dr. Hans-Joachim Wangnick, eingeladen hatte. Auf dem Podium saßen diverse Experten zum Thema.

Zunächst stellte Michael Schmitz von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen den Ist-Zustand vor. Zur Zeit sei eine Versorgung von 98,5 Prozent im Südkreis und von 89,2 Prozent im Nordkreis gegeben. Würden die Ärzte mit einem Alter von über 63 Jahren nicht berücksichtigt, ergäbe dies eine eklatante Unterversorgung von nur 51 Prozent im Südkreis. „Daher ist es nur eine Frage der Zeit, wann die älteren Ärzte in ihren verdienten Ruhestand gehen und die Versorgung nicht mehr ausreichend sein wird“, so Schmitz.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, seien schon viele Modelle in anderen Landkreisen entwickelt worden, aber es sei immer sehr schwierig, junge Mediziner von einer eigenen Niederlassung zu überzeugen, weil eine Anstellung viel attraktiver bleibe. So trage der Angestellte kein finanzielles Risiko und habe keine Regress-ängste wie ein selbstständiger Arzt als Unternehmer.

Sehr erfolgreich seien die Kooperationen mit der Industrie- und Handelskammer für die Standortplanung im Landkreis Verden gewesen. Wichtig sei auch die Schaffung von größeren Einheiten im Sinne von Gemeinschaftspraxen. Darauf wies auch Dr. Christof Kugler, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, hin. Er forderte, den Krankenhaussektor für niedergelassene Ärzte zu öffnen.

Dr. Gerd-Dieter von Koschitzky betonte als niedergelassener Chirurg, dass es in Deutschland allgemein viel zu wenig Ärzte gebe. Dies sei das Ergebnis verfehlter Politik einer früheren Gesundheitsministerin. Dr. Dieter Herzog erwähnte als Vertreter der Unternehmer, dass die Ärzteversorgung ein wesentlicher Standortfaktor sei, um qualifizierte Mitarbeiter für die eigene Unternehmung im Heidekreis zu gewinnen.

Wichtige Voraussetzung für eine ausreichende Versorgung ist Landrat Manfred Ostermann zufolge, dass das Heidekreis-Klinikum in kommunaler Hand bleibt. Die fünf Millionen Euro jährlicher Zuschuss vom Landkreis seien gerechtfertigt.

„Es muss schick sein, hierherzukommen“, forderte Hermann Norden als Aufsichtsratsvorsitzender des Heidekreis-Klinikums. Es gehe darum, das Image des Heidekreises zu verbessern. Stipendien seien ein Instrument, den Heidekreis für Medizinstudenten attraktiv zu machen.

Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring erinnerte an den Lehrermangel, den es ebenfalls zu beheben gelte. Bezogen auf die ärztliche Versorgung würden die neuen Gemeinschaftspraxen Mut machen.

Abschließend bedankte sich Wangnick für das Interesse zu diesem wichtigen Thema. Er hofft, dass richtige Lösungen für die zukünftige Ärzteversorgung gefunden werden. - lee

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