Bis zu zehn Prozent mehr Abfall / Positive Reaktionen auf die Gelbe Tonne

In der Pandemie wachsen die Müllberge

Die Umschlaganlage für Restmüll in Honerdingen: Die angelieferte Menge hat sich um fast zehn Prozent erhöht. Mitarbeiter Sven Dehning aus Dorfmark hatte auch am Samstagmorgen gut zu tun.
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Die Umschlaganlage für Restmüll in Honerdingen: Die angelieferte Menge hat sich um fast zehn Prozent erhöht. Mitarbeiter Sven Dehning aus Dorfmark hatte auch am Samstagmorgen gut zu tun.

Heidekreis – „Ich habe ein tolles Team“, sagt der Vorstand der Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK), Helmut Schäfer, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Er und seine Mannschaft verzeichnen derzeit ein erhöhtes Müllaufkommen. „Wir müssen mehr zupacken, die Wagen sind schneller befüllt. Aber wir versuchen, alles mitzunehmen und nichts stehenzulassen, und das fordert uns gerade in dieser Zeit schon. Aber irgendwie klappt es mit unserem Team immer wieder“, so Schäfer.

Seit mehr als einem Jahr Chef der Abfallwirtschaft, muss sich Schäfer jetzt mit einem, wie er sagt, bis zu zehnprozentigen Anstieg des Restmülls beschäftigen. Corona hinterlässt deutliche Spuren, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Abfallwirtschaft des Heidekreises ihr Abfuhrkonzept reformiert, um damit noch effizienter und umfangreicher zu werden.

Am 2. Januar wurde die Gelbe Tonne für Plastikmüll eingeführt – erste, meist positive Rückmeldungen habe es gegeben, so Schäfer. Mehr Verpackungen sowie viele Einweg-Hygieneartikel sorgten dafür, dass in Zeiten der Pandemie vor allem mehr Plastikmüll anfalle. Ob Gesichtsmasken, Einmal-Handschuhe oder Verpackungen für das Essen zum Mitnehmen – der Kunststoffanteil im Müll sei stark gestiegen. Auch durch den Onlinehandel, der in diesen Wochen und Monaten seine wohl besten Zeiten erlebe.

Schäfer berichtet, dass die Menge des Restmülls insgesamt im Heidekreis stark zunehme. Viele Menschen, die in dieser Zeit zu Hause seien, räumten aus und auf, trennten sich von vielen Dingen und putzten ihre Gärten heraus. „Wir bemühen uns, Termine für den Sperrmüll möglichst zeitnah zu vergeben.“ Aber gerade vor Weihnachten sei da kaum noch etwas gelaufen. Teilweise habe es wochenlange Wartezeiten gegeben.

Schäfer betont trotzdem die Flexibilität seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir haben versucht, die Wertstoffhöfe im Heidekreis offenzuhalten“, sagt er. Bisher laufe es gut und ohne Probleme. Noch sei das mit den Mitarbeitern, die der Abfallwirtschaft zurzeit zur Verfügung ständen, zu schaffen.

Eine weitere Mammutaufgabe habe die Abfallwirtschaft nach einem Jahr intensiver Vorbereitung gemeistert: Sie verteilte kurz vor Weihnachten insgesamt 53 000 210- und 1 100-Liter-Tonnen für die Abfuhr des Plastikmülls im Landkreis. Offiziell startete die Abfuhr der Tonnen, die den Verbrauchern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, am 2. Januar. „Aber die von uns beauftragte Firma Cohrs konnte sogar schon im Dezember einige gut gefüllte Tonnen abholen“, berichtet der 51-Jährige. „Auch wenn einige gemeint hatten, ihre Tonne sei zu groß. Denen haben wir geraten, sie doch mit dem Nachbarn zu teilen oder auf zwei kleinere Haushalte aufzuteilen“, habe ein Tipp gelautet. „Wenn jemand mit einer neuen Tonne nicht auskommt, kann er sich eine weitere – ebenfalls kostenfrei – anfordern, muss das aber begründen“, so Schäfer.  mü

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