Dehoga im Heidekreis fordert „Shutdown“ von der Politik

Hotels und Gaststätten schließen

Klaus Anger schließt die Türen des Walsroder Hotels Anders. Das Haus bleibt bis auf Weiteres zu, wie andere Hotels und Gaststätten im Heidekreis auch. Foto: Müller

Heidekreis – Klaus Anger ist Direktor des Tagungshotels Anders in Walsrode, das regelmäßig viele Veranstalter in die Löns-Stadt zieht. Diese Arbeitsgrundlage ist nach der Verfügung des Versammlungsverbotes entfallen. Die touristischen Gäste, die über Ostern ins Haus kommen wollten, dürfen das ebenfalls nicht.

Das Leben in der Hotellerie und in der Gastronomie des Heidekreises ist de facto bereits zum Erliegen gekommen. Anger, der zweiter Vorsitzender der Dehoga-Kreisgruppe ist, fordert von der Politik den „Shutdown“ für seine Kollegen. „Es muss die staatliche Anweisung kommen, dass wir unsere Betriebe zu schließen haben, allein aus Sicherheitsgründen.“ Den daraus entstehenden Anspruch auf Entschädigung könnten die Unternehmen des Klein- und Mittelstandes als Hilfe zur Selbsthilfe nach der Krise nehmen und von vorn anfangen.

Das Anders wird heute erst einmal schließen. „Wir haben für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon in der letzten Woche Kurzarbeitergeld beantragt. Das gesamte Team zieht mit und hofft, dass wir damit unsere Arbeitsplätze erhalten können.“

Jens Asche, erster Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes: „Es darf nicht sein, dass wir alleingelassen werden. Sonst erleben wir spätestens nach der Bewältigung der Corona-Krise ein Massensterben unserer Berufsbranche in der Heide.“

So wie Anger hofft auch Asche, der im Serengeti-Park die Hotellerie managt, auf die Politik, auf Entscheidungen und auf Macher.

Udo Fuhrhop, im Dehoga-Kreisverband für die Hotellerie zuständig, hat bereits vor einigen Tagen seinen Forellenhof in Hünzingen dichtgemacht. „Es kommen doch sowieso keine Gäste mehr. Und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Angst, angesteckt zu werden“.

In Walsrode hat zudem bis auf Weiteres die beliebte Ausflugsgaststätte Eckernworth aufgrund der aktuellen Lage geschlossen.

Das Hotel Bertram in Schwarmstedt soll so lange geöffnet bleiben, bis klare Aussagen der Politik dazu zwingen, Tür und Tor zuzumachen. Geschäftsführerin Cornelia Schenker: „Wir haben noch einige Geschäftsreisende, die bei uns übernachten.“ Da das Hotel nur Frühstück für seine Gäste anbiete, solle der Service erst einmal so bleiben. „Wir sind unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet, da es auch im Kurzarbeitsbereich noch keine klare Äußerung gibt.“ Die Lage sei schon schlimm genug, sagt Schenker. Erst der Ausfall der Messe, dann die fehlenden Urlauber, das gehe an die Substanz. „Die dürfen uns doch nicht im Stich lassen“, äußert sich die Geschäftsführerin über die Politik. Das Hotel Heide-Kröpcke im Ostenholzer Moor ist bereits geschlossen.

Der Hotelbetrieb im Allerhof in Bosse läuft derzeit noch. „Wir haben immer wieder Geschäftskunden, auf die ich ungern verzichten möchte“, sagt Chefin Kerstin Rodewald-Köhler. Aber es sei leer geworden, kaum einer komme mehr. „Trotzdem, ich kann ja selber Frühstück zubereiten und so meine Gäste bewirten.“

Jens Asche und Klaus Anger sehen die Gastronomie und Hotellerie im Heidekreis mit dem Rücken zur Wand stehen. Die für die Region zuständigen Politiker, Lars Klingbeil, SPD, und Gudrun Pieper, CDU, hätten sehr verständnisvolle Signale gesendet. Nun sei es wichtig, dass gehandelt werde.  mü

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