Klimawandel verändert die Landwirtschaft:

Die Hitze tut dem Getreide nicht gut

Blick auf Mähdrescher, der ein Feld aberntet.
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Landwirte, die Getreide anbauen, spüren den Klimawandel deutlich am hohen Beregnungsbedarf und an der Verschiebung der Vegetationszeiten.

Die Getreideernte läuft weiter auf Hochtouren. Mit dem Klimawandel müssen die Landwirte umgehen und dabei auf besondere Veränderungen reagieren. Sonst kann es zu nachhaltigen Schäden kommen. Plötzliche Hitze macht besonders Probleme.

Heidekreis - „Wenn der Weizen anfängt, weiß zu werden, vor allem nach den sehr heißen Tagen im Juni, wenn er schlagartig zur Abreife kommt und die Körner bei Weitem nicht mehr so groß werden wie sonst, ist das ein Zeichen des Klimawandels, den wir weltweit haben“, sagt Landvolk-Geschäftsführer Klaus Grünhagen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung zeigt der Fallingbosteler Landvolk-Experte auf, wie sehr sich auch die Landwirte mit diesem Thema schon seit Jahren beschäftigen. 

„Die Beregnung hat in unseren Breiten und vor allem im Heidekreis wesentlich an Bedeutung gewonnen. Sie ist ein Kostenfaktor für die Landwirtschaft geworden. Wir müssen immer mehr Wasser dem ohnehin schon trockenen Boden entnehmen.“ Ganz anders sei die Lage beispielsweise in der Magdeburger Börde, wo die sehr hochwertigen Böden mit einer Kennzahl von 80 bis 100 auch heute noch nicht unterstützt werden müssten.

Wenn der Weizen anfängt, weiß zu werden.

Es habe in den vergangenen Jahren in der Landwirtschaft eine deutliche Verschiebung der Vegetationszeiten gegeben, die heute früher einsetze und damit andere Pflanzzeiten herausfordere. In den Sommermonaten gebe es immer mehr sehr heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad, die vor allem dem Getreide nicht gut bekommen. Auch nicht den Kartoffeln. „Diesem Hitzetrend kann man auch nicht durch zusätzliche Beregnung entgegenwirken.“ Die Niederschläge wurden sich mehr in Richtung Spätherbst, Winter bewegen. Das bringe auch schwerwiegende Folgen für den Wald, der immer noch zu wenig Wasser im Boden habe. Und diese Tatsache produziere die mittlerweile bekannten Schädlinge wie den Borkenkäfer, der sich weiterhin gut entwickeln könne.

Der Stichter See mitten im Wald bei Neuenkirchen: Er drohte im Frühjahr zu verlanden. Ist das auch eine Frage des Klimawechsels?

Studien zum Klimawandel an den Universitäten

Die Edmund-Rehwinkel-Stiftung habe schon 2018 Fördersummen zur Verfügung gestellt, mit denen Studien zum Klimawandel an den Universitäten unterstützt werden sollen. Außerdem denke man langfristig über eine sogenannte „Mehrgefahren-Versicherung“ für die Landwirte nach, damit auch Starkregen, Hagel und Trockenheit mehr Berücksichtigung finden könnten. Klaus Grünhagen: „Es gibt bereits einige etablierte Versicherungen, die einen erweiterten Versicherungsumfang anbieten.“ Man werde seitens des Landvolks am Ball bleiben.

Von Klaus Müller

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