Nabu und Weltvogelpark setzen erfolgreiche Pflegekooperation fort

Hilfe für Adebar und Co

In speziell aufgestellten Masthorsten sind Eier und junge Störche vor Mardern und anderen Prädatoren geschützt. Foto: Nabu Heidekreis/Frank-Ulrich Schmidt

Walsrode – Seit der Weißstorch vor über 50 Jahren zum Wappenvogel des Deutschen Naturschutzbundes (Nabu) erklärt wurde, fühlt sich der Verein dem Schreitvogel besonders verpflichtet und setzt sich dafür ein, dass auch nachfolgende Generationen diesen beeindruckenden Vogel erleben können. Wie in ganz Niedersachsen, war auch im Heidekreis seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein starker Bestandsrückgang zu verzeichnen, der vor allem auf den Verlust extensiv genutzter Wiesen und Weiden, die Entwässerung von Feuchtgrünland und die Entwertung der Flusstalauen durch Gewässerbau zurückzuführen war und in den 80er-Jahren seinen Tiefstand erreichte, schreibt der Nabu in einer Pressemitteilung. Seither sind die Bestände dank intensiver Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Förderprogramme für die extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland, die Entschärfung vogelgefährlicher Strommasten und Stromleitungen sowie das Aufstellen von Masthorsten langsam wieder auf rund 50 Brutpaare angestiegen. Trotzdem wird im Allertal zwischen Marklendorf und Ludwigslust der für den Bestandserhalt notwendige Wert von zwei bis drei flüggen Jungvögeln pro Horstpaar nicht erreicht, sodass eine Zuwanderung aus Kerngebieten mit größeren Bruterfolgen noch notwendig ist.

Ein weiterer Baustein zum Storchenschutz im Heidekreis ist die langjährige Pflegekooperation zwischen dem Nabu-Kreisverband und dem Weltvogelpark Walsrode, die auch nach der Übernahme des Weltvogelparks durch die spanische Freizeitpark-Gruppe Parques Reunidos weitergeführt wird.

Auf Einladung des neuen Geschäftsführers Javier Gimeno Martinez und des Tierarztes Andreas Frei waren die Nabu-Vorsitzenden Klaus Todtenhausen und Klaus Thiele sowie Frank-Ulrich Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Störche in den Weltvogelpark gekommen, um über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. „Wir sind sehr dankbar, dass die jetzigen Eigentümer sofort ihre Bereitschaft signalisiert haben, verletzte Störche und Reiher kostenlos ärztlich zu versorgen und während des Heilungsprozesses zu betreuen“, fasst der erste Vorsitzende Todtenhausen zusammen. Leider komme es immer wieder vor, dass sich Störche bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen, beim Anflug von Stromleitungen und -masten oder bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen Bein- und Flügelfrakturen, Prellungen, Zerrungen und offene Wunden zuzögen. Im Allgemeinen sei es schwierig, einen Tierarzt zu finden, der in der medizinischen Versorgung von Schreitvögeln erfahren sei. „Umso glücklicher können wir uns schätzen, mit dem Weltvogelpark einen engagierten Kooperationspartner zu haben, der nicht nur Veterinäre mit der erforderlichen Expertise beschäftigt, sondern den Vorteil der räumlichen Nähe bietet“, fügte Thiele hinzu.

Wer verletzte Störche oder andere Schreitvögel findet, kann sich an die Parkverwaltung, Telefon 05161/60440, oder an den Nabu-Storchenbetreuer Rainer Kossel, Telefon 0171/9449943, wenden, der auch abends und an Wochenenden im Einsatz ist. Im Nordkreis vermittelt Frank-Ulrich Schmidt, Telefon 05191/13302, Notfälle an die Wildtierhilfe Lüneburger Heide, Telefon 05191/3968.

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