Geschäftsführer Gunther Rath zur Waldheim-Gruppe verabschiedet

Heidewerkstätten groß gemacht

Gunther Rath verlässt die Walsroder Heidewerkstätten.
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Gunther Rath verlässt die Walsroder Heidewerkstätten.

Walsrode – Er ist nach außen hin immer ein eher ruhiger Vertreter gewesen, stand bei vielen Anlässen leise im Hintergrund und hat trotzdem die Geschicke der Heidewerkstätten mehr als 25 Jahre lang geprägt: Gunther Rath hat sich von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von den Beschäftigten der Werkstätten verabschiedet. Er wird in der Waldheim-Gruppe in Achim eine neue berufliche Herausforderung annehmen.

„Ich habe bis zur letzten Minute sehr gern in den Heidewerkstätten gearbeitet“, sagt der 55-Jährige. Er betont die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand, dem Werkstattrat und Betriebsrat sowie den Beschäftigen. „Mir war daran gelegen, eine Symbiose zwischen der normalen Arbeitswelt und den Menschen mit Handicap zu schaffen, ihnen einen Arbeitsplatz zu geben, den sie ausfüllen konnten. Und das haben wir allesamt gut hinbekommen“, so der Walsroder.

Nach der Schulzeit wurde Rath Tischler und Wirtschaftsingenieur. Als 31-Jähriger interessierte er sich für die sozialen Belange der Heidewerkstätten, die seinerzeit von Claus Wolters geführt wurden.

Er nahm dort eine Tätigkeit auf, wurde recht schnell Wolters’ Stellvertreter und übernahm den Betrieb wenig später als Geschäftsführer. „Wir haben in Walsrode, aber auch an unseren anderen Betriebsstätten im Heidekreis viel erreicht“, zieht Rath ein Resümee. Er betont immer wieder das Miteinander mit den verschiedenen Betriebsleitern. „Ohne sie, ohne ihren Einsatz hätten wir die Zahl der Betreuten in den Werkstätten nie so vergrößern können und nicht solche mit der modernsten Technik ausgestatteten Betriebe geschaffen“, so Rath.

Er erinnert sich an den Neubau der Heidewerkstätten in Munster. Mitten in der Stadt musste eine alte Schuhfabrik abgerissen werden, um ein neues Gebäude für die Werkstätten zu schaffen. „Wir mussten damals mit allen Mitarbeitern, Betreuten sowie allen Werkzeugmaschinen nach Neuenkirchen ausweichen. 30 Kilometer entfernt und eineinhalb Jahre lang. Aber auch das haben wir geschafft.“

Die Minerva in Soltau habe in der Stadt einen guten Stellenwert. Und in Walsrode sei unglaublich viel gelaufen. Nicht nur die neuen Anlagen für den Anhängerbau seien hier entstanden, auch im Hauptgebäude und in der Holzwerkstatt sei vieles verändert und ergänzt worden.

„Wir haben immer darauf geachtet, dass Wirtschaftlichkeit, Soziales und Technik zueinander passten“, unterstreicht Rath. Viele neue Angebote für die Menschen mit Handicap seien entstanden. „Die Beschäftigten sind durch die Förderung in den Heide-Werkstätten viel selbstbewusster geworden und können ihre Vorstellungen auch klar zum Ausdruck bringen.“

Besonders hebt Rath die Tagesförderstätte hervor, die vielen schwerstkranken Menschen ein gutes Betätigungsfeld in harmonischer Umgebung anbietet. Und mit dem „Samocca“ hat sich der ehemalige Geschäftsführer vielleicht sogar einen kleinen Traum verwirklicht. Es kann als Paradebeispiel für eine gute Integration von Menschen mit Handicap gewertet werden. Dazu gehört das vor zwei Jahren neu errichtete Restaurant „Bistro 37“.

Alles ist vorbereitet für die weiteren Planungen der Heidewerkstätten in Bomlitz, wo eine Großküche entstehen wird, die einmal 1 000 Essen ausgeben soll. Ende 2021 soll die Produktion anlaufen.

Rath wird sich an eine spannende Zeit in den Heidewerkstätten erinnern: „Ich habe versucht, immer Bindeglied zwischen dem Vorstand und allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sein. Das, was wir erreicht haben, ist eine große Gemeinschaftsarbeit gewesen, auf die wir alle stolz sein dürfen. Ich habe nur die Gesamtverantwortung dafür gehabt, habe jeden Tag neue Entscheidungen fällen müssen und immer den Konsens mit allen Betroffenen gesucht.“  mü

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