Parteitag der SPD im Heidekreis bestätigt Lars Klingbeil einstimmig als Vorsitzenden

Mit Harmonie Richtung Wahl

Die neue (alte) SPD-Unterbezirksspitze mit der Sozialministerin. (v.li.) Prof. Hans-Jürgen Sternowsky, Anette Schütz, Vorsitzender MdB Lars Klingbeil, Bernd Grimpe, sowie Sozialministerin Cornelia Rundt.

Landkreis - Zehn Jahre an der Spitze des SPD-Unterbezirks Heidekreis. Das war am Sonnabend eine gute Hausnummer für den Vorsitzenden der SPD im Heidekreis. Beim Parteitag bestätigten die Sozialdemokraten den 38-jährigen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil im Bad Fallingbosteler Kursaal erneut einstimmig im Amt. Auch seine beiden Stellvertreter, Annette Schütz, Rethem, und Bernd Grimpe, Walsrode, wurden wiedergewählt. Klingbeil setzt weiter auf Teamspiel in der Führung, auf Transparenz und klare Positionierung seiner Partei, besonders im Hinblick auf die Kommunalwahlen im Herbst.

Gastreferentin Doris Schröder-Köpf, die Migrationsbeauftragte.

„Die SPD will sich als stärkste Kraft im Heidekreis zeigen und in der Flüchtlingsdebatte gegenüber rechten Ausuferungen klare Kante zeigen“, sagte Klingbeil mit Blick auf die Wahl. Er legte am Samstag ein Diskussionspapier für das Kreiswahlprogramm vor, das jetzt in den Gliederungen diskutiert und bis zum 28. Mai endgültig formuliert wird. Auf der Wahlkreiskonferenz soll es dann beschlossen werden. „Die Kreis-SPD wird sich klar positionieren und dem Bürger eine echte Alternative vorlegen.“

Klingbeil erinnerte die Mitglieder an die Zukunftskonferenz seiner Partei und an die Flüchtlingskonferenzen mit den Grünen. „Wir werden sagen, wie der Heidekreis regiert werden muss, was für die Entwicklung notwendig ist. Wir wollen auch in der Bildungspolitik zukunftsfähige Positionen definieren“, zeigte Klingbeil die Richtung für die Kommunalwahl auf.

Enttäuscht zeigte er sich dabei vom Landrat. Der Heidekreis verdiene regiert und nicht nur verwaltet zu werden.

Ziel der Heidekreis-SPD müsse sein, bei der nächsten Landtagswahl wieder eigene Wahlkreisabgeordnete in den Landtag zu bekommen. Und, in Bezug auf die Bundesebene, weine er dem Abgang von Reinhard Grindel keine Träne nach. Klingbeil wünschte sich Unterstützung dafür, dass die SPD in Zukunft im Bundestagswahlkreis auch den Direktkandidaten stelle. Er habe selbstverständlich nichts dagegen, wenn der am Ende seinen Namen trüge.

Klingbeil ging bei dieser Gelegenheit auch auf das Bild seiner Partei auf Bundesebene ein. Die SPD habe zwar in der Großen Koalition viele, vor allem soziale Themen wie die Rente mit 63 durchgesetzt, werde dafür aber nicht belohnt. Der Zustand sei ein anderer als hier auf Kreisebene und mache ihn traurig. Hier herrsche Geschlossenheit und Harmonie nach innen wie nach außen, so Lars Klingbeil. Er forderte dringend eine Diskussion über die Zukunft der SPD.

Die Harmonie im Unterbezirk drücke sich auch in den weiteren Vorstandswahlen aus. Detlef Rogosch als Finanzverwalter, sowie Hans Sternowsky als Schriftführer wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Als Beisitzer für den Vorstand wählte die Konferenz die Bomlitzer Nico Aigner und Ingelore Brandt, die Schwarmstedter Metin Colpan und Manfred Franke, Heiner Kortmann aus Walsrode, Jonathan Schorling aus Munster und Gitta Schwarz aus Hademstorf.

Als Gastreferentin hatte die SPD die Landtagsabgeordnete und Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf eingeladen. Sie beschrieb die Probleme der Flüchtlingskrise und meinte, dass man sich über die derzeitige Beruhigung des Zustroms von Flüchtlingen nicht täuschen lassen solle. Der Zuzug werde sich bald wieder verstärken. Bei der Integration der Flüchtlinge, so Schröder-Köpf, müsse sich der Bund finanziell stärker engagieren. besonders die Kommunen müssten Hilfe bekommen. Sozialer Wohnungsbau sei für alle notwendig. Das Land Niedersachsen mache auf diesem Sektor erheblich mehr als andere, bestätigte Gesundheits-, Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt aus Walsrode. Das Land habe seine Mittel für den sozialen Wohnungsbau gerade erst um das Zwölffache auf rund 480 Millionen Euro angehoben. 

hf

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