1. Startseite
  2. Lokales
  3. Heidekreis
  4. Walsrode

Giebel stürzt ein: Abriss noch in der Nacht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Halb eingestürztes Gebäude.
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde eine Scheune in Ahlden. Der Giebel stürzte ein. Auch das angrenzende Haus wurde unbewohnbar. © Führer/Feuerwehr

Heidekreis – Ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt, die Giebelwand einer Scheune vermochte den orkanartigen Böen nicht standzuhalten, eine Person bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt, rund 70 Einsätze der Feuerwehren – das ist die Bilanz, die Brandschützer, Polizei und eine Reihe weiterer Hilfsorganisationen nach dem Durchzug des Sturmtiefs Nadia im Heidekreis ziehen.

Am schlimmsten traf es einen Hof in Ahlden. Zunächst stürzte der Giebel einer Scheune ein. Durch den Wind und Schädigung der Bausubstanz bestand die Gefahr, dass weitere Gebäudeteile abrutschen und das Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Bewohner konnte das Gebäude nach Feuerwehrangaben unverletzt verlassen und kam bei der Familie unter.

Durch die Feuerwehren Ahlden und Hodenhagen wurden durch die Hilfe eines ortsansässigen Bauunternehmens, deren Mitarbeiter selbst Angehörige der Feuerwehr sind, mit Hilfe eines Baggers erste Sicherungsmaßnahmen getroffen. Ein speziell ausgebildeten Fachberater Bau des Technischen Hilfswerks (THW) begutachtete noch in der Nacht den Schaden und legte weitere Maßnahmen fest. Mit Hilfe des Baggers wurden weite Teile des Anbaus abgetragen und so ein statisch sicherer Zustand hergestellt. Mit Hilfe von diversem Baumaterial wurde die Öffnung in der Giebelseite des Daches noch in der Nacht durch das THW wieder verschlossen. Nach gut acht Stunden war der Einsatz für die rund 100 ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW beendet. Der Samtgemeindebürgermeister Carsten Niemann machte sich vor Ort ein Bild von den Geschehnissen. Der entstandene Sachschaden ist immens. Das Wohnhaus konnte soweit gerettet werden, ist nach ersten Erkenntnissen zurzeit aber nicht mehr bewohnbar, da die Versorgungsleitungen durch den Energieversorger getrennt wurden.

Nachdem der Deutsche Wetterdienst schwere Sturmböen, an den Küsten orkanartige Böen mit Stärken von neun bis elf vorhergesagt hatte, traf die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle in Soltau ihre Vorbereitungen und verstärkte die Anzahl der Disponenten. Die Feuerwehren im Heidekreis rückten über 70 Male zu Einsätzen aus. Meistens waren Bäume umgestürzt und blockierten Straßen.

In Eitze bei Soltau beschädigte ein herunterfallender Ast die Leitung eines 4 800-Liter-Gastank in der Nähe eines Wohnhauses. Das Gas trat aus. Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher, bis das Gas vollständig aus dem Tank entwichen war.

In Soltau hatte sich ein drei mal drei Meter großes Terrassendach gelöst und wurde gesichert. Auch in weiteren Ortschaften hatten sich Gebäudeteile gelöst und mussten von den Einsatzkräften gesichert werden. Auch am Sonntagmorgen waren wieder diverse Feuerwehren unterwegs um die Straßen von umgestürzten Bäumen oder Häusern zu beseitigen.

Insgesamt verlief die Sturmnacht im Heidekreis bisher glimpflich. Für die Feuerwehren wäre noch „Luft nach oben“ gewesen, hieß es in einer ersten Einschätzung. So wäre noch die Einrichtung von „Einsatzleitungen Ort“ (ELO) in den Feuerwehrhäusern in den Städten und Gemeinden möglich gewesen, falls das Einsatzaufkommen höher gewesen wäre, heißt es.

Bagger an Abbruchstelle.
Um größeren Schaden abzuwenden, begannen die Abrissarbeiten zügig. © Führer / Feuerwehr

Auch interessant

Kommentare