Trio wegen räuberischer Erpressung vor dem Landgericht Verden

„Gib uns deine Drogen, sonst steche ich dich ab“

Justizia
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Weil sie einen vermeintlichen Drogendealer überfallen haben sollen, stehen drei 22, 23 und 24 Jahre alte Männer aus Walsrode und Schneverdingen vor dem Verdener Landgericht. Dort müssen sie sich wegen des Vorwurfs der besonders schweren räuberischen Erpressung verantworten. Ihr Opfer tritt als Nebenkläger auf.

Walsrode/Verden – Drei junge Männer aus Walsrode und Schneverdingen stehen seit Mitte der Woche vor dem Verdener Landgericht. Vorgeworfen wird den 22, 23 und 24 Jahre alten Angeklagten unter anderem besonders schwere räuberische Erpressung, verübt im August 2019 in Walsrode.

Laut Staatsanwaltschaft Verden hatte das Trio vereinbart, einem „in der Szene bekannten Drogenhändler“ dessen Betäubungsmittel abzunehmen. Dabei soll der 24-Jährige aus Walsrode mit einem Messer bewaffnet gewesen sein.

Zunächst seien sie dem Geschädigten, der als Nebenkläger an dem Verfahren beteiligt ist, zu dessen Wohnung gefolgt. Er habe es geschafft, die Tür zu schließen und dabei dem 24-Jährigen einen Finger eingeklemmt. Als der Nebenkläger die Tür noch einmal kurz geöffnet habe, soll er von dem 24-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht verpasst bekommen haben.

Das Trio soll sich dann zunächst zurückgezogen und den Finger versorgt haben. „Sie kamen überein, nochmals zum Geschädigten zu gehen, um es richtig zu machen“, heißt es in der Anklageschrift.

Vor Ort habe der 22-Jährige aus Walsrode die Tür zu der Wohnung aufgetreten. „Gib uns deine Drogen, sonst steche ich dich ab“, habe der 24-Jährige gedroht und der „verängstigte Geschädigte“ daraufhin rund 140 Gramm Marihuana und circa 20 Gramm Amphetamin sowie 380 Euro Bargeld herausgegeben.

Ein Zeuge, der sich laut Anklage in der Wohnung aufhielt, sei von einem der Angeklagten davon abgehalten worden, die Polizei zu rufen. Der 24-Jährige soll derweil dem Opfer ein weiteres Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Weil der 22-Jährige zum Tatzeitpunkt noch 20 Jahre alt war und somit hier das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen könnte, wird der Fall vor der 3. Großen Jugendstrafkammer verhandelt. Dort wollte sich bei dem etwas holprigen Prozessauftakt keiner der drei Angeklagten zu den Vorwürfen äußern. Erst war es zu Verzögerungen gekommen, weil ein Schöffe fehlte. Dann konnte der Nebenkläger krankheitsbedingt nicht gehört werden, und der Zeuge, der sich damals in der Wohnung aufgehalten haben soll, war gar nicht erst erschienen.

Ein Strafverfahren gegen den Nebenkläger wegen Besitz von Betäubungsmitteln soll mit Blick auf diesen Prozess zurückgestellt worden sein. Es dürfte sich aber noch ein weiteres Verfahren ergeben haben, denn einen Tag nach der Tat hatte die Polizei Durchsuchungen bei den drei Angeklagten durchgeführt.

Bei dem damals noch zu Hause wohnenden 22-Jährigen wurden laut einem Durchsuchungsbericht ein Teleskopschlagstock, eine Schreckschusspistole, eine Machete und ein Luftgewehr sichergestellt. Die Waffen wurden seinem Bruder zugeschrieben, weil sie sich in dessen Zimmer befunden haben sollen. Drogen und ein Messer stellten die Beamten bei dem 24-Jährigen sicher.

Für den Prozess sind bis 4. Mai vier weitere Verhandlungstage eingeplant.  wb

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