Filiale Rethem bleibt erhalten

Ein Rekordjahr für die KSK Walsrode

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Vorstandschef Matthias Schröder (links) und Vorstandsmitglied Tim Nikelski legen besonderen Wert auf regionales Engagement und Kundenzufriedenheit.

Walsrode - Von einem „einzigartigen, herausragenden Jahr“ sprach Matthias Schröder, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Walsrode, Montag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017. Zwar sei der Gewinn von 2,069 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 1,522 Millionen Euro im Jahr 2017 gesunken. Die Bilanzsumme sei jedoch von 1 045 Millionen auf historische 1 174 Millionen Euro gestiegen.

„In einem unverändert sehr anspruchsvollen Marktumfeld haben wir Volumenwachstum insbesondere im Kreditgeschäft erreicht“, sagte Schröder. Das erfolgreiche Geschäftsjahr sei für die Kreissparkasse Walsrode (KSK) eine notwendige Vorsorge für die nächsten Jahre, in denen ein anhaltend niedriges Zinsniveau prognostiziert werde.

Das Kreditgeschäft habe im abgelaufenen Geschäftsjahr ein deutliches Plus von 20,03 Prozent erzielt. Das Gesamtvolumen sei auf 859 Millionen Euro gestiegen. „Der Zuwachswert aller niedersächsischen Sparkassen liegt mit 2,9 Prozent deutlich hinter diesem Wert.“ Als einen Grund nannte Schröder die hohe Nachfrage nach der Finanzierung von privaten Immobilien und unternehmerisch geprägten gewerblichen Vorhaben.

Walsrode habe Nachholbedarfe aufgeholt, sagte Schröder. Wer durch die Stadt gehe, sehe überall Baugerüste. „Nicht nur wir schreiben fantastische Ergebnisse. Auch den Unternehmen geht es gut.“ Als besondere Herausforderung bezeichnete Schröder die Gülleverordnung für die Landwirtschaft. Hier seien neue Investitionen notwendig. Er wünschte sich mehr politische Unterstützung für die Landwirte.

Weniger Zinsertrag als zuletzt

Der Zinsertrag sei geringer als im Vorjahr ausgefallen, erzählte Schröder. Das gehe der gesamten Branche so. Sie hätten jedoch mehr erwirtschaftet als geplant.

Die KSK verzeichne ein Einlagenwachstum von vier Prozent auf 845 Millionen Euro. Schröder betonte, dass sie keine Negativverzinsung einführen würden. Es werde eher so sein, dass sie wegen des Kreditwachstums Geld suchen müssten.

Der Vorstandschef betonte die Bedeutung des regionalen Engagements. So entwickelten sie beispielsweise die Idee der Sparkassenhäuser weiter, statt Geschäftsstellen zu schließen. Als besonderes Projekt sei gemeinsam mit dem Dorfladen Düshorn das Sparkassenhaus entstanden, das neben der KSK den Laden, einen Bäcker mit Café und die Post beherberge. Der SoVD-Kreisverband sei ins Sparkassenhaus Bad Fallingbostel eingezogen. Schröder lobte die qualitative Aufwertung. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass die Geschäftsstelle in Rethem erhalten bleibe. „Wir werden die Service- und Beratungszeiten nicht reduzieren.“ Ziel sei es, weitere Dienstleister zu gewinnen, die das Gebäude mit nutzen. Schröder sprach über Rethem als nachhaltige Region. „Wir sehen perspektivisch eine große Chance.“

Projekt mit Vorbildcharakter in Kirchboitzen

Ein weiteres Projekt mit Vorbildcharakter entstehe in Kirchboitzen. Dort werde gemeinsam mit dem Bauherren Raiffeisen-Centralheide ein neuer Standort an der Hauptstraße im Bereich der alten Tankstelle geplant. Neben einer neuen Tankstelle und dem Angebot von Sparkassen-Dienstleistungen solle ein Bäcker mit Café integriert werden.

Schröder: „Wir wollen keine Filialen schließen.“ Düshorn und Kirchboitzen erwirtschafteten eine schwarze Null. „Das reicht uns.“ Die Sparkasse befinde sich im Eigentum der Bürger des Heidekreises. „Wir hoffen, sie wissen das zu würdigen.“ Immerhin sei die Kundenzahl im vergangenen Jahr um 1000 auf 40.623 angestiegen.

Zum 1. April wird die „Sparkassen-Vorteilswelt“ unter dem Motto „Geld zurück ist einfach“ eingeführt. „Mit diesem Mehrwertprogramm unterstützen wir das Einkaufen in der Region und damit die Händler vor Ort“, so Schröder. Bezahle ein Kunde mit seiner Sparkassen-Card in einem der teilnehmenden Geschäfte, bekomme er einen Teil als Gutschrift auf sein Girokonto zurück, erläuterte Nikelski. Ziel seien 60 Partnerunternehmen, 40 hätten sie bereits. „Wir wollen animieren, dass unsere Kunden bei unseren Kunden einkaufen. Wir leben von unserem Einzelhandel.“ Ziel sei es unter anderem, dass die Menschen das lokale Angebot kennen und schätzen lernen.

Für 2018 prognostizierte Schröder einen leichten Rückgang der Ertragslage. „Aber wir sind sehr gut für die Zukunft aufgestellt.“

sal

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