Neuen Attraktionen

Hoffnung auf Corona-Lockerungen: Weltvogelpark Walsrode steht in den Startlöchern

Maskeneule Bertha braucht keinen Schnabelschutz.
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Maskeneule Bertha braucht keinen Schnabelschutz.

Walsrode – Wie geht es weiter im Weltvogelpark Walsrode? Planmäßig liegt der Tierpark noch bis 20. März im Winterschlaf. Danach, so die Politik es erlaubt, sollen sich die Tore der 24 Hektar großen Anlage wieder öffnen.

Erprobte Hygienekonzepte aus dem Coronajahr 2020 liegen auf dem Tisch. „Unser Park bietet Weitläufigkeit und Sicherheit“, sagt Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Vogelparks Walsrode. Der Tierpark hofft, zumindest das Außengelände pünktlich zum Saisonstart öffnen zu dürfen.

Auch andere Zoos und Wildtierparks wollen sehnlichst wieder Besucher empfangen. Ihnen gemein sind Umsatzverluste durch die Zwangsschließungen. So erlitt der Wildtierpark in Ströhen bisher 500 000 bis 600 000 Euro Verlust, rechnet Geschäftsführer Nils Ismer vor. Der Weltvogelpark beziffert das Minus mit rund 20 Prozent in 2020. Der Zoo am Meer in Bremerhaven liegt „im sechsstelligen Bereich“ im Minus, so Zoodirektorin Heike Kück. Der Serengeti Park in Hodenhagen zählt laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr nur noch 85 000 Übernachtungen (2019: 120 000) und 520 000 Besucher (2019: 742 000).

Zwar fällt der Lockdown wegen der Winterpause für die Walsroder gerade nicht allzu schwer ins Gewicht, aber ganz ohne Besucher wird es danach nicht gehen. Die nahenden Feiertage sind zudem die wichtigsten Termine im Einnahmekalender. „Bei uns liegt der Fokus zunächst auf den Osterfeiertagen“, sagt Ehrhardt. Aber auch der 1. Mai und Muttertag seien wichtige Daten. Um die Abläufe nach der Winterpause einzuüben, ist es außerdem „sehr wünschenswert, frühzeitig zu öffnen“, unterstreicht Ehrhardt. „Wir wollen die Hygienekonzepte rechtzeitig und in Ruhe einüben, bevor die Ferienzeit beginnt.“

Doch „wie beim Menschen, muss nach dem Winter der Weihnachtspeck wieder runter“, beschreibt Ehrhardt die Lage der Tiere. Tierpflegemeister German Alonso vergleicht das mit der Uhu-Dame „Bertha“ im Park. „Sie hat rund 50 Prozent an Gewicht im Winter zugelegt – das ist bei den Eulen ganz normal –, aber jetzt will sie auch wieder bewegt werden.“

Für den erhofften Saisonstart hat sich die Geschäftsführung des Vogelpark Walsrode neue Attraktionen erdacht und plant emsig deren Umsetzung. Hanna Koll erklärt, was es damit auf sich hat. Sie ist Öffentlichkeitsberaterin des Vogelparks. So gibt es Zuwachs von freilaufenden Munjacks in der Uhuburg, die Eulenstation wird erweitert und ein Faultier zieht in das Schmetterlingsgehege, sagt Koll. „Vergesellschaften“ nennt der Vogelpark das Zusammenführen unterschiedlicher Tiere in einem Gehege, die gut mit einander auskommen.

Außerdem ziehen ein neuer unterirdischer Bienenstaat in den Weltvogelpark. Eine Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland soll die Bedeutung der Wildbiene didaktisch begleiten. Für den Hobby-Gärtner soll es Tipps und Anregungen geben, wie die Ansiedlung der Insekten im eigenen Garten gelingt.

Thematisch spiegelt die Geschäftsführung des Parks dieses Jahr das Konzept des Fernwehs und der Nähe. Laut Koll soll damit die Sehnsucht der Menschen während des Lockdowns nach einer exotischen Reise – beispielsweise nach Südamerika – gestillt, aber auch die Erkenntnis der Schönheit vor der eigenen Haustür oder dem eigenen Garten im Weltvogelpark erfahrbar werden.

Winterpause und Lockdown nutze der Tierpark übrigens für Instandsetzungen und die Saisonvorbereitung. Die Betreiber stecken also für die Wiedereröffnung in den Startlöchern.

Unkontrollierbare Besucherströme befürchtet der Weltvogelpark hingegen nicht. Das Ticket-System, buchbar über das Internet, gewährt ein tägliches Kontingent an Karten. Begrenzt ist das Zusammenkommen für 1 000 Besucher gleichzeitig. Bereits im vergangenen Jahr habe die Park-Leitung jedoch ein „interessantes Besucherverhalten“ beobachtet, erinnert sich Pressesprecherin Ehrhardt. Demnach entzerrten sich die Besucherzahlen mehrheitlich auf Tage unter der Woche. In normalen Zeiten ist der Andrang am Wochenende am stärksten.

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