Fusion: „Sehr große Vertrauensbasis“

200 Besucher bei Infoveranstaltung in Benefeld

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Die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring, der Bomlitzer Bürgermeister Michael Lebid und Moderator Stefan Schlag (v.l.) bei der Informationsveranstaltung.

Benefeld - Dezernatsleiter Markus Steinmetz aus dem Niedersächsischen Innenministerium zeigte sich überrascht vom guten Klima der ersten Informationsveranstaltung zur geplanten Fusion zwischen Bomlitz und Walsrode. „Sie sind hervorragend aufgestellt. Ich bin erstaunt, wie harmonisch diese Veranstaltung war.“ Mehr als 200 Bürger waren in die Ita-Wegman-Schule in Benefeld gekommen.

Moderiert vom NDR-Redakteur Stefan Schlag, war es eine Zusammenkunft, die zeigte, dass die Verwaltungen in Bomlitz und Walsrode auf einem sehr guten Weg sind. „Ich habe mit Michael Lebid und seinen Mitarbeitern bisher ausgezeichnet zusammengearbeitet“, sagte Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring sichtlich entspannt. Lebid stimmte zu: „Das war bisher alles gut.“

Lebid war es auch, der mit einer Powerpoint-Präsentation das Vorhaben vorstellte, allerdings nicht, ohne daran zu erinnern, dass 2007 eine ähnliche Fusion, in der auch Fallingbostel im Gespräch war, an der deutlichen Ablehnung der Kreisstädter gescheitert war. „Wir als kleine Kommune können längst nicht mehr alle uns gestellten Aufgaben erfüllen. Unsere wirtschaftlichen Kapazitäten sind erschöpft und uns fehlen immer mehr Fachkräfte.“ Darum sei es gut, die neue Fusion zur „selbstständigen Gemeinde Walsrode“ ab 1. Januar 2020 anzustreben. Lebid sagte, dass das Rathaus Bomlitz zur Außenstelle der Stadt Walsrode werde. „Mehr als 90 Prozent aller Aufgaben bleiben bei uns, auch das Sozialamt.“

Schuldenstand liegt in Bomlitz bei 800 Euro pro Einwohner

Landrat Manfred Ostermann ergänzte, dass Aufgaben, die der Landkreis für Bomlitz ausführe, auf die „selbstständige Gemeinde Walsrode“ übergingen. Wege würden verkürzt.

Walsrode und Bomlitz bräuchten mehr neue Fachkräfte, fuhr Lebid fort. „Das ist in einer Stadt mit 30 .000 Einwohnern eher möglich als in einer kleinen Gemeinde.“ Die Zusammenarbeit im Tourismus wie auch in der Kultur laufe ausgezeichnet. „Für mich war bei der Namensgebung der neuen Stadt klar, dass sie nur Walsrode heißen kann.“ Lebid verwies auf den Industriepark Walsrode und den Weltvogelpark Walsrode.

Zum Thema Steuern sagte der Bürgermeister, dass es im neuen Konstrukt gleiche Steuersätze geben werde, sieht aber keine größeren Belastungen auf die Bomlitzer zukommen. Der Schuldenstand, in Bomlitz sehr hoch, werde nach heutigen Berechnungen bei knapp über 800 Euro pro Einwohner liegen und sich reduzieren.

Neuwahlen werden notwendig

Zum weiteren Verlauf der Fusionsverhandlungen führte der Bürgermeister aus, dass sich die Räte nach einer weiteren Informationsveranstaltung in Walsrode am Freitag intensiv mit dem Thema beschäftigen würden. Es folge eine 16-monatige Prüfung durch den Gesetzgeber. Es werde Neuwahlen geben müssen. Nur ein Bürgermeister werde zuständig sein.

In der Fragestunde sagte Ostermann, dass der Schulstandort Bomlitz erhalten werde. Der Bauhof bleibe in Bomlitz, werde aber in die Kommunale Gesellschaft der Stadt Walsrode integriert. Bürgermeisterin Helma Spöring sagte zu, dass das in Walsrode eingesetzte Notfalltaxi nach Bomlitz komme. Der Bürgerbus solle die Industriegemeinde in seine Routen aufnehmen.

Zum Schluss gab es Beifall für die Veranstaltung.

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