Füttern im Vogelhaus

Vögel im Winter richtig füttern: Weltvogelpark-Experten haben einfache Tipps parat

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Leicht sauber zu halten sind Futterpyramiden wie diese.

Walsrode – Schon vor Wochen sind viele Vögel in wärmere Gegenden gezogen, um dort zu überwintern. Für Vögel, die hiergeblieben sind, wird das Nahrungsangebot durch die sich verändernden Witterungsbedingungen immer geringer.

Wie Gartenbesitzer und Vogelfreunde es den Tieren leichter machen können und was man rund um das gute alte Vogelhaus beachten sollte, darüber berichten die Experten vom Weltvogelpark Walsrode in einer Pressemitteilung.

Mit über 4 000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark der größte Welt. Nach einer erfolgreichen Saison 2019 hat sich der Weltvogelpark bereits vor wenigen Wochen in die Winterpause verabschiedet. Winterschlaf halten die verschiedenen Vogelarten dort jedoch ebenso wenig wie ihre Artgenossen in der freien Natur. Diese sind bei der Nahrungssuche allerdings auf sich allein angewiesen. Sollte es zu Bodenfrost und fallenden Temperaturen kommen, kann man die Vögel bei der Futtersuche unterstützen.

Experten des Weltvogelparks: Auf die Qualität des Futters kommt es an

„Sonnenblumenkerne werden von fast allen Vogelarten gern gefressen und sind somit immer eine gute Wahl“, weiß Pressesprecherin Janina Ehrhardt. Man könne aber auch Rosinen, Trockenobst und klein gehackte Nüsse anbieten. Wichtig: Auf die Qualität des Futters kommt es an. Vor allem bei Meisenknödeln sei auf das richtige Verhältnis von Körnern und Fett zu achten. Je mehr Körner enthalten sind, desto hochwertiger ist das Futter. Zu engmaschig dürfe das Plastiknetz um die Knödel herum nicht sein, da sich die Vögel mit ihren kleinen Beinchen sonst darin verheddern. „Am besten, man entfernt die Netze ganz und befestigt die Knödel an einem Ast oder stabilen Band.“

Im Idealfall bietet man das Futter in einer Futterstelle oder in einem Futtersilo an. Generell sollte man dabei auf gute Qualität achten. Sprich: ein Vogelhaus aus unbehandeltem Holz nehmen. Auf bunte Farben oder gar Kunststoff sollte ebenfalls verzichtet werden. „Wenn das Futter klassisch auf dem Boden des Vogelhauses gefüttert wird, kann es schnell mit Kot verschmutzt werden, was wiederum zur Verbreitung von Krankheiten von Vogel zu Vogel beitragen kann“, erklärt Anne Densow, Biologin im Weltvogelpark.

Weltvogelpark-Biologin rät zu kleinen Vogelhäusern

Das kann vermieden werden, indem man konsequent alle paar Tage das Haus mit heißem Wasser reinigt. Anstatt ein großes Vogelhaus bereitzustellen, ist es daher empfehlenswert, mehrere kleine aufzubauen, damit sich die Vögel nicht gegenseitig ins Gehege kommen. „Besonders gut geeignet sind die sogenannten Futtersilos. Diese sind jahrelang benutzbar und sind die sauberste Alternative zum klassischen Futterhaus“, sagt Densow. Ein Futtersilo hat ebenfalls den Vorteil, dass Fressfeinde wie Katzen die Futterstelle nicht erklettern können, da es aufgehängt und nicht aufgestellt wird. Selbst Tauben und Eichhörnchen haben bei dieser Konstruktion keine Chance, sodass besonders die kleinen Vögel in Ruhe fressen können.

Neben der richtigen Fütterung sollte man auch unbedingt sauberes Trink- und Badewasser für die Vögel bereitstellen. Sobald es draußen friert, wird es für die Vögel schwierig. Hier reicht eine Schale sauberes Wasser, das jeden Tag gewechselt wird. Auch hier gilt: Je höher und übersichtlicher die Schale steht, desto geringer ist die Gefahr, dass Katzen leichte Beute wittern.

Optimale Futterstelle für Vögel hängt windgeschützt

Ganz wichtig ist die richtige Anbringung der Futterstelle beziehungsweise des Silos. „Optimal hängt ein Futterhaus an einem wind- und wettergeschützten Platz. Wenn zu viel Wind durchs Haus pfeift, fühlen sich die Vögel nicht wohl und kommen nicht mehr wieder. Das Futterhaus sollte zudem hoch genug angebracht sein, sodass Katzen nicht mit einem Satz ins Haus springen können.

Überdachte Hauswände oder Carports bieten sich als Platz besonders gut an“, erklärt Ehrhardt. Wichtig ist auch, dass es Büsche und Sträucher in der Nähe gibt, von denen aus die Vögel die Futterstelle gut anfliegen und wieder Schutz suchen können.

Besonders schön ist es, wenn die Futterstelle in Sichtweite zu einem Fenster im Haus steht. Vögel zu beobachten – das geht mit einem Fernglas sehr gut – ist sehr entspannend und bringt besonders Kindern großen Spaß. Durch eine regelmäßige Dokumentation, zum Beispiel welche Vögel sich zu welchen Zeiten an der Futterstelle einfinden, können kleine und große Naturfreunde so einiges über die heimischen Vögel und ihre Verhaltensweisen erfahren.

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