Pläne für die Sanierung des Waldbades / Kosten von mindestens 8,5 Millionen Euro erwartet

Für Sport oder Badespaß in Bomlitz

50-Meter-Bahnen im Becken des Waldbades.
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Die Wasserfläche könnte für mehr Badevergnügen kleiner werden. So jedenfalls stellen sich Experten das Ziel für die Sanierung vor.

Walsrode-Bomlitz – Bürgermeisterin Helma Spöring ist eher für die sportliche Variante, wenn es um die Komplettsanierung für das Bomlitzer Waldbad geht. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Hack plädiert aber für eine kleinere Lösung: weniger 50-Meter-Bahnen und mehr Attraktionen für die ganze Familie. Einig waren sich aber alle, die am Mittwochabend in die Walsroder Stadthalle gekommen waren, dass das beliebte Bad am Rande von Bomlitz erhalten werden muss.

Drei Millionen Euro Bundesförderung für die Sanierung

Schon im Kooperationsvertrag zwischen den beiden Kommunen hatte die Sanierung eine Rolle gespielt. Spöring hatte damals schon mit finanzieller Unterstützung gerechnet: „Wir können aus dem Förderprogramm des Bundes drei Millionen Euro erhalten, wenn wir hier schnell aktiv werden. Und diese Chance sollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen.“ Insgesamt werden die Kosten für die umfangreiche Sanierung allerdings auf 8,5 Millionen Euro geschätzt. Dabei gehen Experten davon aus, dass sich bei der heutigen rasanten Preisentwicklung bis zur geplanten Wiedereröffnung die Gesamtkosten noch auf bis zu zehn Millionen Euro anhäufen könnten.

Martin Hack stellte den rund 100 interessierten Besuchern ein riesiges Package an Schäden vor, die das Bad nun einmal hat und die zu dem Umbau geradezu herausfordern. „Wir verbrauchen viermal so viel Wasser, wie in einem normalen Schwimmbad“, war eine der Informationen, die fast schon Angst und Bange machen. Leitungen sind defekt, es gibt Schäden am Material, die Dächer sind undicht, die eigentliche angezeigte Temperatur im Wasser stimmt schon lange nicht mehr. Und vor allem: Das Bad muss barrierefrei werden. Was es heute in vielen Bereichen eben nicht ist: Treppen erschweren vor allem für Menschen mit Behinderung den Badebetrieb.

Marode Wasserleitungen

Es gehe um die Frage, ob die sechs bestehenden 50-Meter-Bahnen beibehalten werden oder durch acht 25-Meter-Bahnen ersetzt werden sollen. Dadurch könnten auch die maroden Wasserleitungen vernünftiger verlegt werden. Und diese kleinere Lösung führe auch dazu, mehr kreative Möglichkeiten für junge Schwimmer anbieten zu können, eine Art Spaßprogramm.

Die Stadt hatte sich für die Pläne und für die gesamte übrige Bauplanung mit Wolfgang Hein einen Experten geholt, der als früher einmal aktiver Schwimmer weiß, wovon er spricht. Kurzfristig hatte der Fachmann in Obernkirchen ein Freibad „umgestaltet“, und die Besucherzahlen verdoppeln können.

„Das Waldbad ist heute Luxus“

Hein hatte allerdings seine Zweifel, was die rein sportliche Ausrichtung der Anlage betrifft: „Leider wird heute viel zu wenig gesprochen. Das Waldbad in Bomlitz ist aktuell Luxus. Sie müssen die gesamte Wasserfläche reduzieren, um es wirtschaftlicher betreiben zu können“, empfahl er.

Zudem würden auch immer mehr Schwimmmeister fehlen. Personal dafür finde man heute kaum noch. Dem stimmte Martin Hack aus eigener Erfahrung mit den Freibädern in Bad Fallingbostel und Bomlitz zu. „Wir müssen die Bäder darauf einstellen, sonst laufen uns die ohnehin schon entstehenden ständigen Kosten weg.“

Der Rat ist am Ball

In der Diskussion fanden sich unterschiedliche Meinungen zum geplanten Ausbau. Jetzt ist der Rat ist nun am Ball. Er wird am 4. November (im Rathaus) entscheiden müssen, ob er die sportliche oder die mehr gesellschaftliche Variante haben möchte, die sich eben an alle Menschen wendet und nur ein nettes Schwimmerlebnis mit einem bunten Drumherum bietet. Die Gebäude im Innenbereich müssten saniert werden und nur der Kiosk soll in den Mittelpunkt der Anlage rücken, um das Bad noch attraktiver zu zu machen.  mü

Martin Hack und Wolfgang Hein stellten die Planungen für das Erlebnisbad in Bomlitz vor.

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