Internationales Frauenfest in Walsrode

Freude spiegelt sich in den Gesichtern

Beim Tanzen hatten alle viel Spaß. - Foto: Templin

Walsrode - Das jährliche internationale Frauenfest ist ein beliebter Treffpunkt für Frauen aus dem ganzen Heidekreis. Die Veranstaltung war fast ausverkauft: 180 Frauen kamen am Sonntag ins Berufs- und Tagungszentrum von Ver.di in Walsrode. Der Wunsch der Veranstalterinnen, mehr Migrantinnen den Besuch zu ermöglichen, ging in Erfüllung. Unter den Teilnehmerinnen waren viele Frauen aus Syrien und dem Balkan, unter ihnen auch Flüchtlinge.

Auch Shams Zinal und ihre Freundin Nesrine Abbas hatten den Weg nach Walsrode gefunden. Beide Frauen kommen gebürtig aus Syrien und leben in Soltau. Shams Zinal seit 15 Jahren, und Nesrine Abbas folgte ihrem Mann im Jahr 2000 im Zuge einer Familienzusammenführung. Beide sind große Fans des Frauenfestes. „Ich fühle mich wie ein wertvoller Gast“, sagt Shams Zinal. „Heute mache ich nur etwas für mich.“ Die Gesichter der Frauen, die im Bildungszentrum feierten, gefielen ihr besonders. „In ihren Blicken spiegelt sich die pure Freude. Mir fehlen dafür die Worte.“

Kunstwerk aus bemalten Holzstücken

Auch Nesrine Abbas ist begeistert von dem, was die Organisatorinnen auf die Beine gestellt haben. „Hier auf dem Fest habe ich ein Gefühl der Freiheit“, sagt sie. Und fügt lachend hinzu: „Endlich kocht jemand mal für uns und wir müssen uns keine Gedanken um den Abwasch machen.“

Die Küche im Bildungs- und Tagungszentrum bot ein Buffet an, das auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmt war. Die exotischen Speisen stammten aus den Herkunftsländern der Frauen, bei der Zubereitung war auf Schweinefleisch verzichtet worden.

Neben dem Essen gehörten Singen, Tanzen und Kreativität zum Programm des Frauenfestes, das zum ersten Mal in seiner Geschichte an einem Nachmittag stattfand. Gesangstherapeutin Christine Marquardt übte mit den Frauen englischsprachige Lieder ein, die die Anwesenden mit großer Begeisterung gemeinsam, teilweise im Kanon sangen. Anschließend lernten die Frauen Gemeinschaftstänze.

Zur Erinnerung an diesen besonderen Tag bemalten die Besucherinnen kleine Holzstücke, die am Ende zusammengefügt ein großes Frauenzeichen ergeben sollten. Das Kunstwerk aus Holz wird im Bildungs- und Tagungszentrum ausgestellt.

180 Teilnehmerinnen singen und tanzen

Neben dem Programm schlossen die Frauen Freundschaften, hatten Zeit für Gespräche und zum Ideenaustausch. Die Besucherinnen „redeten“ teilweise mit Händen und Füßen, weil viele die deutsche Sprache noch nicht hundertprozentig beherrschen. Zur Hilfe kamen den Teilnehmerinnen Übersetzerinnen.

„Die Frauen sollen sich näherkommen, das ist genau das, was wir erreichen wollen“, sagt eine der Organisatorinnen, Priska Wethkamp, Gleichstellungsbeauftragte in Walsrode. Die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe setzen sich nach den Feiertagen für ein Feedback der Veranstaltung zusammen, danach steigen sie wieder in die Planungen für das nächste Jahr ein. Das Motto ist noch unbekannt, allerdings wollen die Frauen auch im nächsten Jahr vermehrt auf Internationalität setzen. - at

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