Beim Sommerabend ins Gespräch gekommen

Fairer Meinungsaustausch beim Kirchenkreis

Superintendent Ottomar Fricke (hinten) bedankt sich bei allen Beteiligten der Diskussionsrunden.

Walsrode - „Wir möchten Impulse geben, damit Menschen miteinander ins Gespräch kommen“, erklärte Superintendent Ottomar Fricke beim Sommerabend des Kirchenkreises Walsrode. Im Gemeindehaus begrüßte er gemeinsam mit Dr. Rolf Dehning, Vorstand des Kirchenkreistages, 120 Gäste, die der Einladung des Kirchenkreises, der Kirchengemeinden sowie der Schulen gefolgt waren.

Landessuperintendent Dieter Rathing, die Bundestagsabgeordneten Kathrin Rösel und Lars Klingbeil, die Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper, Michael Thiel, Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen, Bürgermeister und Schulleiter waren unter den Gästen und nutzten die Veranstaltung zum Gedankenaustausch.

„Wir wünschen uns einen fairen Meinungsaustausch.“ Mit diesen Worten eröffnete Ottomar Fricke drei Gesprächsrunden. Als erstes moderierte Tjark Ommen, Leiter der KGS Schwarmstedt, eine Diskussion zum Thema „ecclesia semper reformanda est (Die Kirche ist immer zu reformieren) – Was muss ,Kirche' tun, um in dieser Zeit das Richtige zu tun?“ Das Gespräch führten Landessuperintendent Dieter Rathing und Pastor Matthias Wöhrmann von der Gemeindeberatung Hannover. „Es ist ein Merkmal der evangelischen Kirche, auch immer über neue Formen des Gottesdienstes nachzudenken“, formulierte Rathing. Wöhrmann sprach über die Möglichkeiten der Kirche, Zugang zu Jugendlichen zu finden. Die Nutzung moderner Medien wurde ebenso erörtert wie das Thema Migration.

Diakon Olaf Ruprecht mixt mit den Jugendlichen aus der Kirchengemeinde Meinerdingen coole Drinks an der Cocktailbar.

Im zweiten Block setzten sich Professor Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) Hannover, und Psychologe Michael Albers, Leiter der Lebensberatung Walsrode, mit einem Luther-Zitat auseinander: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Amen.“ Die Moderation übernahm Annette Lücke, Didaktische Leitung der Felix-Nussbaum-Oberschule Walsrode. Das Gespräch behandelte die Frage „Individualität gegen Werte?“. Der Professor bezeichnete den Reformator Martin Luther als Störenfried gegen die Obrigkeit: „Luther war mutig, er war überzeugt von seiner Mission.“ Er sagte: „Ohne Individualität können wir nicht leben – aber auch nicht ohne Werte.“ Die Entwicklung in der Gesellschaft bereitet Albers Sorgen. Das Anerkennen des Anderen und auch das Anders sein seien für ihn wichtige Aspekte. „Jugend hat die Aufgabe, Werte infrage zu stellen. Nur dadurch entwickelt sich Gesellschaft“, so Wegner. Seine abschließende Botschaft: „Sei du selbst, aber sei es innerhalb der Gemeinschaft.“

Die Schülerinnen Tabea Lohmann und Emma Zeppernick von der KGS Schwarmstedt hörten als Gäste aufmerksam zu. „Wir sind jetzt im 12. Jahrgang. ,Martin Luther und die Reformation' haben wir als Thema in unserem Geschichts-Leistungskurs“, berichteten beide.

Austausch zwischen den Themenblöcken

Zwischen den 20-minütigen Themenblöcken nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich mit den Rednern und untereinander auszutauschen. Diakon Olaf Ruprecht und die evangelische Jugend Meinerdingen verwöhnten die Gäste mit alkoholfreien Drinks von der Cocktailbar. Leckeres Fingerfood fand ebenso guten Zuspruch. Mit dezenter Klaviermusik sorgte Clara Strutz aus Hannover für den musikalischen Rahmen.

Sommerabend des Kirchenkreises Walsrode

Zuletzt moderierte André Kwiatkowski, Schulleiter der BBS Walsrode, ein Gespräch zwischen dem Historiker und Leiter des Stadtarchivs Walsrode, Thorsten Neubert-Preine, und Bahram Pasuki, Mittelalter-Fan und begeisterter Besucher von Mittelalter-Märkten. Sie hatten das Thema „Reformation 1517 – Sehnsucht nach Vergangenheit?“ gewählt und sich mit einem Martin-Luther-Zitat auseinandergesetzt: „Als die wichtigsten Bücher sollten Chroniken und Historien gelten … denn diese sind wunderbar nützlich, der Welt Lauf zu erkennen und zu regieren.“ Im Gespräch wurde die Frage erörtert, wie Martin Luther in seiner Zeit gelebt hat.

Superintendent Ottomar Fricke bedankte sich bei allen Beteiligten mit einem kleinen Präsent und sprach ein altes, jüdisches Friedens- und Reisegebet.

bst

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