Arbeitsmarktbericht für den Monat März im Heidekreis / Rückgang freier Stellen

Erwerbslosenquote steigt von 5,2 auf 6,1 Prozent

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich. Grafik: Agentur für Arbeit

Heidekreis – „Unter normalen Umständen hätten wir jetzt unser Augenmerk auf die intensive Vermittlung in den Markt und Beratung gerichtet. Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt nun aus, denn die Corona-Krise hat alles abrupt verändert. Für den Monat April setzt sich die dynamische Frühjahrsbelebung nicht mehr fort“, bilanziert Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle zum Bericht für den Monat April. „Die Erwerbslosigkeit steigt an und die Personalnachfrage bricht trotz erweiterter Bezugsmöglichkeiten von Kurzarbeitergeld für Beschäftigte und Sonderregelungen in der Grundsicherung für Solo-Selbstständige ein“.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen rüsteten sich Branchen für die Rekrutierung zusätzlicher Beschäftigter: die Landwirtschaft, die Lebensmittellogistik und der Lebensmittelhandel sowie die Pflege und das Gesundheitswesen, so Rodewald. „Die individuellen Chancen auf einen sicheren Job können durch Quereinstieg kurzfristig gesichert werden und erhalten langfristig durch Weiterbildung im Beruf das notwendige Fundament in Form des Berufsabschlusses.“ Gute Chancen hätten auch jugendliche Ausbildungssuchende, denn Betriebe suchten über digitale Wege ihre künftigen Fachkräfte und wüssten, dass sie ausbilden müssen, damit in den kommenden Jahren Leistungsträger in den Ruhestand gehen könnten.

Im April waren im Heidekreis 4 641 arbeitslose Personen gemeldet und damit 386 Personen (9,1 Prozent) mehr als im März. Der Vergleich zum Vorjahr zeigte einen Anstieg um 757 Personen (19,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,2 Prozent betragen.

Von den Agenturen für Arbeit in Soltau und Walsrode wurden 1 783 Arbeitslose betreut. Im Vergleich zum März stieg die Zahl der Arbeitslosen um 191 (12 Prozent) und verglichen mit April 2019 um 480 Personen (36,8 Prozent).

Beim kommunalen Jobcenter Heidekreis waren 2 858 Erwerbslose gemeldet, 195 (7,3 Prozent) mehr als vor einem Monat und 277 (10,7 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

489 jüngere Frauen und Männer unter 25 Jahren waren im April arbeitslos gemeldet, 79 (19,3 Prozent) mehr als im März. Verglichen mit April 2019 stieg die Arbeitslosenzahl bei dieser Gruppe um 126 (34,7 Prozent).

1 059 Arbeitslosmeldungen erfolgten im April, 187 Zugänge (21,4 Prozent) mehr als im März und 155 (17,1 Prozent) mehr als im April 2019. Im Gegenzug wurden 675 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit verzeichnet, 326 (32,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 478 (41,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Bei den Agenturen für Arbeit Soltau und Walsrode und beim Jobcenter im Heidekreis waren im April 685 Geflüchtete gemeldet.

132 Arbeitsangebote wurden im Landkreis neu aufgenommen, 169 Stellen (56,1 Prozent) weniger als im März. Der Vergleich zum April des Vorjahres zeigt ein Minus von 121 Stellenangeboten (47,8 Prozent). Insgesamt waren 1 337 freie Stellen aus dem Heidekreis im Bestand der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, 86 (6 Prozent) weniger als im März und 159 Stellen (10,6 Prozent) weniger als im April 2019.

Die Agentur für Arbeit veröffentlicht ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung im Heidekreis betraf nach vorläufigen Angaben im April 5 866 Personen.

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