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Heidekreis: Erdgasbohrung und Förderung für den Raum Bomlitz geplant

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Von: Florian Adolph

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Eine Erdgasbohranlage.
So könnte der Bohrplatz in Bomlitz nach Fertigstellung aussehen. Beispie © Vermillion

Die Firma Vermilion Energy hat für die Produktion das vierte Quartal 2024 im Blick. Der Konzern lädt Bewohner des Heidekreis zu einer Informationsveranstaltung am 24. Januar ein.

Heidekreis – Seit über 20 Jahren liegt zwischen Bomlitz und Kroge der Bohrplatz Wisselhorst Z1. Dort wurde seinerzeit nach Erdgas gebohrt, und dieses auch angetroffen. Die Produktion hat allerdings niemand je aufgenommen – bis heute.

Bei einem Pressegespräch am gestrigen Freitag, im Hotel Forellenhof Walsrode, stellte die Firma Vermilion Energy Deutschland nun ihre Pläne vor, schon ab Oktober diesen Jahres die erste Erdgasbohrung dort vorzunehmen. Am Dienstag, den 24. Januar, um 18 Uhr, lädt der Konzern daher zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in die Stadthalle Walsrode ein. Jeder interessierte Mitbürger kann daran teilnehmen. Fachexperten von Vermilion werden für Fragen und den persönlichen Austausch zur Verfügung stehen, so die Einladung.

Auf die Frage, was sie in Walsrode erwarten, entgegnet der Generalbevollmächtigte von Vermillion Dr. Jürgen Rückheim „Etwas mehr Diskussion“. Kritik hat es ja bereits im Voraus gegeben, unter anderem von einem Aktionsbündnis gegen Gasbohrungen. „Es ist immer schwer zu sagen, wie viel von der Meinung der breiten Bevölkerung solche Gruppen repräsentieren“, erklärt Björn Wechsel, von der Unternehmenskommunikation bei Vermilion.

„Die Leute, hoffe ich, haben verstanden, dass die Gaskrise nicht beendet ist“, sagt Dr. Rückheim. Momentan seien die Gasspeicher vielleicht voll, aber ginge es nächste Woche in die Minusgrade, könnten sie schnell wieder leer sein. „Wenn wir Erdgas vor Ort fördern können, warum sollten wir das nicht tun?“

Nichtsdestotrotz möchte er auch mit dem Pressegespräch mögliche Sorgen der Bevölkerung zerstreuen. „Sicherheit ist bei uns ein wichtiges Thema“, erklärt Dr. Rückheim. „Wir haben viele Sicherheitsmaßnahmen und automatisierte Schutzbarrieren.“ Auf eine „starke Protektion“ für das Grundwasser weist er hin, ebenso darauf, dass diverse Studien gezeigt hätten, dass es keine Belege für einen Zusammenhang zwischen der Gasförderung und Krebserkrankungen gebe. Eine 100-prozentige Garantie gebe es aber natürlich nicht.

Da die bereits existierende Bohrung zwischen Bomlitz und Kroge verwendet wird, wird es für Vermilion Energy günstiger. Es fehlen dem Konzern allerdings noch einige behördliche Genehmigungen, von denen die Vermillion-Vertreter erwarten, dass sie diese im Laufe des Jahres bekommen werden.

Der Zeitplan für das Projekt

Es wurde den anwesenden Pressevertretern des Weiteren der Zeitplan vorgestellt. Nach diesem soll der Platzbau bereits Mitte bis Ende Februar stattfinden. „Wir gehen davon aus, dass wir die Genehmigung dafür bekommen“, so Dr. Rückheim.

Nachdem die Brut- und Setzzeit abgewartet wurde, soll es im Oktober zu der ersten geplanten Bohrung kommen. Dieser folgt die Errichtung einer Obertaganlage, sodass im 4. Quartal des Jahres 2024 schon die Gasproduktion beginnen könne.

Von dieser Produktion erwarten die Vertreter von Vermilion 100 000 Haushalte mit 2 000 Kubikmetern Erdgas pro Haushalt und Jahr versorgen zu können. Die Hoffnung sei, dies für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu einem Preis, der sich lohnt, anbieten zu können, so Dr. Rückheim. Das Fracking von Schiefergas sei indes nicht geplant. Das sei für Vermilion momentan auch nicht möglich.

Bei dem Pressegespräch weißt Dr. Rückheim auch darauf hin, dass Vermilion Energy nahe Gemeinden unterstützt. Dazu hat der Konzern einen Nachbarschaftsfond, mit dem sie gemeinnützige Organisationen wie auch Umweltprojekte finanziell fördern. Die Größenordnung der Förderung liege bei 60 000 Euro.

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