Mehrjährige Entrümpelung

Heidemuseum: Entstauben mit dem Föhn

Zahlreiche Tierpräparate warten in der Wagenremise darauf, auf Vordermann gebracht zu werden. - Fotos: Fischer

Walsrode - In der Wagenremise des Walsroder Heidemuseums wird fleißig gearbeitet. Eine alte Apotheke, eine Kirche, eine Sattlerei sowie ein Raum für Ausstellungen und einer für Schulungen sollen für die Besucher erlebbar gemacht werden. Es gibt viel zu tun für die Mitglieder des Museumsvereins um die Vorsitzende Monika Seidel. Und im Rahmen der Arbeiten muss auch schon mal ein Habicht geföhnt werden.

Im Herbst 2014 begann die Entrümpelung der Remise. Neben zahllosem Kleinkram standen dort eine Kartoffelmaschine und ein Trecker, die herausgefahren wurden. Kaum war der ganze Krempel draußen, wurde schon wieder etwas hereingeschafft.

So entstand auf der rechten Seite des hölzernen Gebäudes eine Werkstatt, die mit dem Interieur der ehemaligen Walsroder Sattlerei und Polsterei Karl-Otto Wiechers ausgestattet wurde. Neben zahlreichen Utensilien und Werkzeugen können die Besucher dort sogar die Tabakspfeife und eine Schnapsbuddel aus dem Bestand des Handwerksmeisters finden.

Ratsapotheke erwacht zu neuem Leben

Gleich links nebenan erwacht die Alte Ratsapotheke zu neuem Leben. Vieles aus dem Walsroder Traditionshaus, das 1659 erstmals erwähnt wurde, hat in der Wagenremise eine neue Heimat gefunden. So zum Beispiel zahlreiche Gefäße, Schränkchen, Bücher und ein kleiner Tisch. Auf diesem befinden sich Kacheln mit Kräutermotiven. „Dieses gute Stück kenne ich noch aus meinen Kindertagen, als ich an der Hand meiner Mutter in der Apotheke gewesen bin“, sagt Monika Seidel und streicht mit der Hand liebevoll über das Möbelstück. Gleich darüber prangt die Reichsapothekenverordnung von 1937.

Nur einen Schritt weiter warten Tierpräparate darauf, auf Vordermann gebracht zu werden. Bis vor einiger Zeit waren diese im Krelinger Schießstand zuhause. Zudem haben Dr. Kurt Strasburger und Ehefrau Monika einen ausgestopften Schwan gespendet. Und nicht nur das. Die beiden halfen auch bei der Bestimmung der anderen Tiere. Denn wer kennt schon ganz genau einen Rothabicht oder einen Raufußbussard? „Die Stücke müssen jetzt erstmal sorgfältig aufbereitet und entstaubt werden“, sagt Monika Seidel. „Für Letzteres benutzen wir übrigens einen Föhn. Damit funktioniert es am besten“. Komplettiert wird die tierische Ausstellung von einer Federn- und Eiersammlung.

Präparate auf Regalen und an den Wänden

Die Präparate werden demnächst an den Wänden oder auf Regalen in diesem Remisenabschnitt zu sehen sein. „Grundsätzlich aber ist dieser Teil für Wanderausstellungen vorgesehen. Die Exponate werden also wechseln“, sagt Monika Seidel.

Beim vierten Sektor des Erdgeschosses handelt es sich um den sakralen Teil. Auf der linken Seite des hölzernen Gebäudes steht ein Kirchgestühl, an der Wand hängen Bilder von Aposteln. Zuguterletzt geht es eine Holztreppe hinauf ins Dachgeschoss, wo auf den ersten Blick eine lebensgroße, waidmännisch gekleidete Puppe wartet. Der stumme Jagdkamerad befindet sich in bester Gesellschaft, denn im gesamten Raum gibt es zahlreiche Tierpräparate zu entdecken. Diese stammen von Spendern, aber auch aus dem Besitz von Monika Seidel, die einen Jagdschein hat.

Mit dem großen Raum hat sie etwas ganz Besonderes vor. „Die Schulkinder müssen wieder Heimatkunde bekommen“, betont sie. Und so sollen demnächst Schulklassen diesen Raum bevölkern und lernen, was die Fauna und Flora der Heide so alles hergeben. Wie Monika Seidel berichtet, habe sie mal einem Sechsjährigen ein ausgestopftes Eichhörnchen in die Hand gedrückt und gefragt, was das für ein Tier sei. Als unsichere Antwort kam: Eine Katze ist es nicht, oder?

„Das darf nicht sein. Wir haben gute Drähte zu den Schulen, die sich schon jetzt gelegentlich Präparate bei uns für den Unterricht ausleihen. Demnächst können sie zu uns kommen“, sagt Monika Seidel.

Um die Remise wie gewünscht neu nutzen zu können, müssen Stadt und Landkreis ihr Okay geben. Ein Antrag auf Nutzungsänderung wurde gestellt. Für Monika Seidel nur eine Formsache. „Wenn der Antrag durch ist, starten wir auch durch.“

mf

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