Zur Landwirtschaft

Grünen-Chef Robert Habeck zu Besuch in Walsrode: Ein emotionaler Konflikt

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Grünen-Chef Robert Habeck spricht in Walsrode beim Bauerntag.

Grünen-Chef Robert Habeck hat den Bauerntag des Landvolks Lüneburger Heide in der Stadthalle Walsrode besucht. „Der Weg zur gesellschaftlich getragenen Landwirtschaft – Alles öko oder was?“ – so lautete die Überschrift einer Podiumsdiskussion. 600 Gäste waren dabei.

Walsrode – Von Henning Leeske. Robert Habeck war der prominenteste Gast und Hauptredner der Veranstaltung. Die Rotenburger Kreiszeitung hatte in einem Pressegespräch zuvor Gelegenheit, den Grünen-Chef zu den Standpunkten seiner Partei bezüglich der Stromtrasse „SuedLink“ und dem Thema Wolf zu befragen.

Bereits als Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein habe er gelernt, mit Menschen ganz unterschiedlicher Standpunkte ins Gespräch zu kommen. Gerade beim Thema Wolf sei das eine Herausforderung gewesen, da in seinem Zuständigkeitsbereich die Wölfe auch bereits wieder vorkamen, mit entsprechenden Problemen bei der Tierhaltung. „Bei den Schafherden auf den Deichen sind keine Zäune vorgesehen und wurden auch noch nie genutzt“, so der Schleswig-Holsteiner. Daher sei hier eine Lösung sehr schwer zu erreichen. Jedoch sei generell die Fragestellung, wie die Lösung gefunden werde – und nicht ob. Denn der Schutzstatus des Wolfes sei klar geregelt und ein „Bestand Null“ käme keinesfalls in Frage.

„Wie können wir von Bauern in Indien verlangen, sich mit Elefanten zu arrangieren oder den Tiger nicht abzumurksen, wenn wir selber den Wolf nicht schützen?“, fragte Habeck. „Artenschutz gilt auch für unsere Gesellschaft“, stellte er klar. Besonders der Wolf sei aber eben ein Raubtier, das mit vielen Symbolen behaftet sei. „Das fing mit dem Rotkäppchen und dem bösen Wolf an und geht bis zu Games of Thrones heute“, so Habeck. Es sei eine politische Aufgabe, diese Veränderung in der Wahrnehmung zu begleiten, übrigens auf beiden Seiten, den Gegnern und den Befürwortern des Wolfes.

Denn ein harmloses Kuscheltier sei der Wolf bei Weitem nicht, weshalb er als effektives Mittel zum Schutz der Schafherden den Einsatz von Herdenschutzhunden empfahl. „Über Bestandsregelung können wir noch lange nicht reden“, sagte Habeck. Denn selbst bei Gänsen oder Kormoranen sei der Schutzstatus noch nicht erreicht und eine Bejagung möglich. „Da wird etwas politisch versprochen, was nicht gehalten werden kann“, kritisierte er die politischen Mitbewerber. Biologen sollen bestätigt haben, dass in der mitteleuropäischen Population der entsprechende Bestand noch lange nicht erreicht sei.

Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode

Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske
Grünen-Chef Robert Habeck in Walsrode
Robert Habeck sprach vor 600 Personen. © Mediengruppe Kreiszeitung/Henning Leeske

„Wölfe, die nur noch Schafe jagen, sollen auch geschossen werden. Das Naturschutzrecht gibt da schon genügend Möglichkeiten bei verhaltensauffälligen Tieren“, zeigte er andererseits die Regelungen für Entnahmen auf. Habeck spricht von einem emotionalen Konflikt, der sich erst löse, wenn eine sachliche Klärung möglich wird. Das Spannungsfeld aus seiner Sicht: „Alles, was uns ökonomisch schädigt, kann doch nicht ausgerottet werden. Den Betrieb wegen des Wolfes auflösen zu müssen, geht aber auch nicht“. Deswegen sei die Politik gefordert, eine Lösung auf wirtschaftlicher und emotionaler Seite zu finden.

Zur Stromtrasse „SuedLink“ hat der Grünen-Chef Habeck eine klare Meinung. „,SuedLink’ ist eine Stromtrasse, die wir dringend brauchen und die wir schon längst gebraucht hätten.“ Denn sonst sei die eine Preiszone für Strom in Deutschland schwierig beizubehalten. „,SuedLink’ ist die Halsschlagader der Energiewende. Jedoch geht die Entlastung der Landschaft durch das Erdkabel zulasten der Landwirtschaft“, so der Grüne. 

Bei einer Trasse mit Strommasten wäre er noch gegen eine dauerhafte Entschädigung der Landwirte gewesen. „Bei einem Erdkabel sind die Erträge aber geringer. Da kann man darüber reden, wie dabei der Verlust die nächsten vierzig Jahre aussieht“, stellte er in Aussicht. Allerdings sei der bürokratische Aufwand für wiederkehrende Zahlung viel zu groß. Daher wolle er sich für eine Lösung einsetzen, wobei auch die Einbußen für die Zukunft bereits in der Gegenwart abgegolten werden. „Meine Erfahrung ist, rechnen können die Landwirte alle“, so der ehemalige Landwirtschaftsminister, der eine Klagewelle unbedingt vermeiden möchte.

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