Walsroder Politiker zur IGS-Diskussion

„Elternwille ist entscheidend“

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Detlef Giesecke, Hans-Henning Meyer und Wolfgang Puschmann (von links). Es fehlt Detlef Söder.

Walsrode - Die Walsroder Kommunalpolitiker Torsten Söder (CDU), Wolfgang Puschmann (WBL), Hans-Henning Meyer (SPD) und Detlef Giesecke (Die Grünen) wollen helfen, die laufende Diskussion zum Thema Integrierte Gesamtschule (IGS) zu versachlichen.

Emotionen beherrschten inzwischen die Diskussion, so der ehemalige Schulamtsdirektor Puschmann. Es gehe aber nur um Fakten und zuallererst um die bestmögliche schulische Bildung für die Walsroder Schüler. Aufregung und Ängste aus den Nachbargemeinden und von Politikern wie Hermann Norden (CDU) aus Bomlitz stoßen bei den Walsroder IGS-Befürwortern auf Unverständnis.

Die Sprecher der im Rat der Löns-Stadt vertretenen Parteien sind sich einig, dass die Sorgen um die Gefährdung der umliegenden Oberschulen unbegründet sind. Eine IGS anstatt der vorhandenen Oberschule in Walsrode werde den anderen Oberschulen keine Schüler abziehen, und wenn, dann so minimal, dass deren Bestand nicht dadurch gefährdet werde, erläuterte Meyer. Vielmehr sei es so, dass insbesondere der demografische Wandel schon auf kurze Sicht den einen oder anderen Standort gefährde.

Giesecke nannte am Beispiel Hodenhagen noch einen anderen Grund. Schon jetzt gingen 35 Prozent der Hodenhagener Schüler zur KGS Schwarmstedt anstatt an die Oberschule vor Ort.

Investitionen in jedem Fall nötig

Die Sogwirkung sei da, weil die Eltern für ihre Kinder die beste Schule wollten, sagen die vier Pädagogen. Eine IGS nehme alle Schüler mit, habe ein anderes Lernsystem und produziere weniger Schulabbrecher.

Entscheidend ist für die vier Fürsprecher einzig und allein der Elternwille. So plädieren sie für die geplante Umfrage unter der Walsroder Elternschaft in der Kernstadt und den Ortschaften.

Schon vor Jahren, erinnerte Giesecke, habe es eine OGS-Diskussion gegeben, die aber nicht erfolgreich zu Ende gebracht worden sei. Damals seien die Schulleitungen der Oberschulstandorte, insbesondere in Rethem, aufgefordert worden, über sinnvolle Zukunftsmodelle nachzudenken und Vorschläge zu machen. Aber es sei bisher von dort nichts gekommen. Jetzt plötzlich meldeten sich einzelne Schulleiter zu Wort, äußerte Giesecke Unverständnis darüber, dass diese Eigeninteressen mit Politik vermischten.

Veränderung der Schullandschaft

Fakt sei, so Puschmann, dass auch, wenn die Oberschule Walsrode erhalten bleibe, Geld investiert werden müsse, und zwar etwa 2,5 Millionen Euro, weil sie zu klein sei. Das weise der Schulentwicklungsplan aus. Dann könne man gleich in eine fünf- bis sechszügige IGS investieren. Eine Fünfzügigkeit bedeute 150 Schüler pro Jahrgang. Sollte sich aber der 151. Walsroder Schüler für die IGS anmelden, so müsste eine neue Klasse für 30 Schüler aufgemacht werden. Nur in diesem Fall könnten sich 29 Schüler aus dem ganzen Landkreis an der IGS Walsrode anmelden.

Niemand könne doch glauben, so Hans-Henning Meyer, dass dann alle 29 aus einem Ort kommen würden.

Die Schullandschaft werde sich so oder so entscheidend verändern. Gründe seien der Elternwille und die Demografie, so Puschmann, Und zum Thema Geld und Investitionen für eine IGS, sagte Puschmann, der Landrat habe bei entsprechendem Elternwillen zugesagt, dass eine IGS und ihre Ausstattung nicht am Geld scheitern werde.

hf

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