20-Jähriger wegen 19 Taten angeklagt / Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Dreiste Einbrüche und Überfälle

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Walsrode/Verden – Vor acht Monaten verkündete die Polizei im Heidekreis die Festnahme von vier Mitgliedern einer Rockergang. Gegen sechs Männer hat die Staatsanwaltschaft Verden Anklage wegen banden- und gewerbsmäßig verübter Diebstahls- und Raubtaten erhoben. Am Landgericht Verden ist unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen der erste Prozess gestartet. Angeklagt wegen 19 Taten ist ein 20-Jähriger aus Walsrode. Als Heranwachsender muss er sich als Einziger vor der 3. Großen Jugendkammer verantworten.

Deutliche Präsenz zeigte die Polizei vor dem Gerichtsgebäude. Hundeführer waren vor Ort. Fünf statt wie sonst üblich zwei Wachtmeister im Saal. Weitere vor der Saaltür. Doch gerade mal zehn Zuschauer waren gekommen. Wegen der Corona-Pandemie hätten auch kaum mehr Personen Platz gefunden. Alles lief vollkommen ruhig ab und so konnten problemlos die Anklageschriften verlesen werden.

Bereits im Mai 2019 soll sich der gebürtige Hamburger des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gemacht haben. Gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten soll er rund zwei Kilo Cannabis und 200 Gramm Haschisch in Bremen abgeholt haben. Bei einer gezielten Fahrzeugkontrolle in Verden wurden die Drogen und 3760 Euro Bargeld in dem Auto gefunden.

Die zweite Anklage listet 18 Taten, die der Angeklagte zwischen Weihnachen 2019 und dem 20. Februar 2020 mit den weiteren Beschuldigten in unterschiedlicher Beteiligung begangen haben soll. Der Anklage zufolge gingen sie ziemlich dreist vor. So sollen sie binnen zwei Tagen in dasselbe Gebäude in der Moorstraße in Walsrode eingebrochen sein. Am ersten Weihnachtstag sollen sie aus einem Nonfood-Markt einen 160-Kilo-Tresor mit 1500 Bargeld geklaut haben und zwei Tage später in einem Wettbüro Automaten aufgehebelt haben.

An jenem Freitagabend soll der 20-Jährige mit einem weiteren Tatbeteiligten bei einer 80-Jährigen in Walsrode geklingelt und sich als Polizeibeamter ausgegeben haben. Als die Frau die Tür ein Stück weit öffnete, soll sie überwältigt worden sein. Einer habe die 80-Jährige festgehalten, der andere die Wohnung durchsucht. 50 Euro soll die Beute betragen haben.

Bei einem Einbruch in Fallingbostel soll Schmuck im Wert von über 25 000 Euro gestohlen worden sein. In einem Getränkemarkt sollen es die Tageseinnahmen in Höhe von 8600 Euro gewesen sein. Dabei soll eine Mitarbeiterin nach Ladenschluss in ihrem Auto mit Pefferspray angegriffen worden sein.

Zweimal in einer Nacht sollen der Angeklagte und Komplizen in eine Walsroder Gaststätte eingebrochen sein, und viermal sollen sie es mit einem Einbruch in ein Wohnhaus in Munster versucht haben. „Sie wollten Bargeld und wertvolle Uhren an sich nehmen“, verlas die Staatsanwältin. Dabei seien die Räuber auch bereit gewesen, den Hausherrn mit Hilfe von Schusswaffen dazu zu bringen, den Alarm auszuschalten und den Tresor zu öffnen. Laut Anklage scheiterten alle Einbruchsversuche.

Festgenommen wurden der 20-Jährige und drei weitere Täter der Anklage zufolge beim Einbruch in ein Möbelhaus in Walsrode. Im Fall einer Einziehung will die Staatsanwaltschaft als Wert des Taterlangten 56 034,15 Euro bei dem 20-Jährigen einziehen lassen. Äußern wollte sich der Angeklagte, zumindest beim Prozessauftakt, nicht zu den Vorwürfen.  wb

Für diesen Prozess

sind 17 Verhandlungstage bis zum 29. Januar geplant. Der Prozess gegen die übrigen Angeklagten der Einbruchs- und Raubserie soll Ende November starten.

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