Über dem vom Staatsanwalt beantragten Strafmaß 

31-Jähriger bedroht Taxifahrer mit Messer: Drei Jahre und drei Monate Haft

Walsrode/Verden - Drei Jahre und drei Monate Haft wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und eines räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer hat das Landgericht Verden am Mittwoch in dem Prozess gegen einen 31 Jahre alten Angeklagten verhängt.

Nach Überzeugung von Staatsanwaltschaft und Richtern hat der Angeklagte während einer Rückfahrt von der Walsroder Sparkasse zur Disco „Studio 78“ einen Taxifahrer mit einem Messer bedroht und Geld gefordert.

Zwar hatte der Taxifahrer in dem Prozess behauptet, dass er kein Messer gesehen habe, doch das war nach Überzeugung von Staatsanwalt und Kammer gelogen. „Wir haben keinen Zweifel, dass die Aussage des Zeugen bei der Polizei der Wahrheit entspricht und nicht die Aussage vor der Kammer“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung.

Die Tat hatte sich in der Nacht zum 2. Juli ereignet. In seinem Notruf, gegenüber der Polizei vor Ort und später in einer polizeilichen Vernehmung hatte der Taxifahrer immer von einem Messer gesprochen. Dass ihm dies während der Fahrt vor den Hals gehalten worden sei und dass der Angeklagte damit in den Beifahrersitz gestochen habe.

Der Staatsanwalt hatte am Mittwoch in seinem Plädoyer ausgeführt, dass er von einer Beeinflussung des Taxifahrers durch Angehörige des Angeklagten ausgeht und dass dies der Grund für dessen Aussageverhalten vor Gericht sei.

Wollte Türstehern der Disco Angst machen

Den Stich in den Beifahrersitz hatte der Angeklagte, der sich in Bad Fallingbostel aufhielt, aber zum Tatzeitpunkt noch in Siedenburg gemeldet war, eingeräumt. Er habe sich das Messer während eines Zwischenstopps bei einem Bekannten in der Moorstraße besorgt, um damit den Türstehern der Disco Angst zu machen. Es stimme auch, dass der Taxifahrer die Türsteher noch durch Zuruf gewarnt habe: „Passt auf, der hat ein Messer.“ Nur die Erpressung bestritt er. Sein Verteidiger hatte dementsprechend einen Freispruch gefordert.

Die Eingangstür zur Disco war rechtzeitig geschlossen worden. „Was dann passiert ist, konnten wir uns anschauen“, so der Vorsitzende Richter Joachim Lotz. Auf dem Video einer Überwachungskamera sei zu sehen, wie der „äußerst aggressive“ Angeklagte gegen die Tür tritt und mit dem Messer in der Hand gegen die Scheibe schlägt. Die Umstehenden waren dem Angeklagten offenbar völlig egal, so Lotz. Vielleicht weil der 31-Jährige nachweisbar unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stand. Noch vor Ort konnte der Angeklagte festgenommen werden.

Die Kammer ist mit dem Urteil ein halbes Jahr über die vom Staatsanwalt beantragten zwei Jahre und neun Monate hinausgegangen. Laut Verteidiger wird das Urteil mit einer Revision angefochten. Der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten und den Taxifahrer erwartet ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage. 

 wb

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