Dominique Horwitz und das Arte Ensemble in der Stadthalle Walsrode

Inbrünstig interpretiert

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Viel Applaus erhielt die NDR Radiophilharmonie.

Walsrode - Von Bettina Diercks. Die Meinungen über den Auftritt von Dominique Horwitz am Sonnabend in der Stadthalle Walsrode waren recht unterschiedlich. Der Schauspieler brachte mit dem Arte Ensemble „Die Geschichte vom Soldaten“ (Igor Strawinsky und Charles Ferdinand Ramuz) im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage auf die Bühne.

Das Werk wurde inbrünstig interpretiert, sowohl vom Ensemble wie von Horwitz, und brachte perfekt Strawinskys Idee einer möglichst reduzierten Darbietung in die Stadthalle. Bei seinen grotesken Stücken zur „Geschichte vom Soldaten“ handelte es sich nicht um gängige Melodien, die im Ohr bleiben.

Dominique Horwitz schlüpfte als Sprecher in die drei Rollen Erzähler, Soldat und Teufel. Es schien, als brauchte der Schauspieler ein wenig, um warm zu werden. Dann allerdings dominierte er nicht nur mit seiner Stimme, sondern mit Mimik, Gestik und auch immer wieder mit seiner Körpersprache. Seine Brille war zwar randlos, nahm dem Schauspieler aber leider etwas vom mimischen Effekt. Obwohl Horwitz als Sprecher an eine Stelle hinter dem Rednerpult gebunden war, gelang ihm eine lebendige Darbietung.

„Ich bin begeistert, eine starke Stimme“, sagte einer der Zuhörer im Anschluss. Andere wiederum fanden die Tonlage der einzelnen Rollen zu homogen und hätten sich den Teufel zwar so wunderbar geifernd, aber nicht keifend gewünscht. Die gelungene Kombination von Horwitz und Arte Ensemble war ein anregendes, sehens- und hörenswertes Erlebnis.

Im Anschluss setzte sich Horwitz in den Zuschauerraum, um der fünften Sinfonie von Ludwig van Beethoven (1770-1827) zu lauschen. Er war es, der lauthals mehrfach „Bravo“ nach dem eindrucksvollen Konzert rief und Begeisterung über die Arbeit von Dirigent Andrew Manze und der NDR Radiophilharmonie zeigte.

Jeder kennt sie, die „Schicksalssinfonie“, die im Anfangsmotiv mit einem wuchtigen „Da-da-da-daaa“ beginnt. Ein Werk, das durch seine Rhythmik fesselt. Jeder, der die fünfte Sinfonie mehrfach gehört hat, vor allem live, wird immer wieder etwas Neues an diesem Werk entdecken.

In Walsrode war es allerdings Manze mit seiner Philharmonie, der mit seiner Musik Bilder schuf: Ein gebeutelter Beethoven, dem seine zunehmende Taubheit zu schaffen macht, wie er mit den Noten und der schweren Zeit ringt. Überliefert ist, dass Beethoven Napoleon Bonaparte gleichsam verabscheute wie bewunderte. Der Komponist schien einen persönlichen Kampf zwischen seiner persönlichen Situation in Zeiten von Brutalität und Unsicherheit auszufechten, als er das Werk schrieb.

Manze schien nicht nur selbst gefesselt von dem Werk – seine Körpersprache und Mimik spiegelten es wider. Aufmerksame Beobachter in der Walsroder Stadthalle sahen ebenso begeisterte und engagierte Musiker. Viele von ihnen immer wieder lächelnd bei ihrer Arbeit. Der britische Dirigent schuf, was er selbst einmal über Beethovens fünfte Sinfonie im NDR gesagt hatte: „Das aufregendste Abenteuer der klassischen Musik.“

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