Sommerabend des Kirchenkreises Walsrode

Diskussionen über „Reformation und Eine Welt“

Diskutierten darüber, was unter Mission zu verstehen ist: Michael Thiel, Johannes Klapper und Charles Raj (v.l.). - Foto: Bätje

Walsrode - Superintendent Ottomar Fricke und der Vorsitzende des Kirchenkreises, Dr. Rolf Dehning, begrüßten zahlreiche Gäste beim Sommerabend des Kirchenkreises Walsrode, der unter dem Motto „Reformation und Eine Welt“ stand. „Wir habe Leute eingeladen, von denen wir glauben, dass sie dieses Thema interessiert“, und zur Organisation: „Wir haben drei Blöcke gebildet, immer zwei Diskutierende und ein Leiter des Gesprächs.“ Sie freuten sich auf einen fairen Meinungsaustausch, neue Argumente und Sichtweisen.

Als erstes mussten Michael Thiel, Direktor des evangelisch-lutherischen Missionswerkes Hermannsburg, und Pastor Charles Raj, Tamilkirche Indien, zurzeit in Hannover, aufs Podium. „Ist Mission nicht überholt und mit zu vielen negativen Dingen aus vergangenen Zeiten belastet?“, fragte Diskussionsleiter Johannes Klapper, Leiter des Walsroder Gymnasiums. „Und was verstehen wir heute unter Mission? Ist es etwas, was nur in fernen Ländern stattfindet? Oder sind auch wir hier ein Feld für missionarisches Handeln, von dem soziales Handeln ein Teil ist?“

Im Hinblick auf sein Land erklärte der indische Pfarrer, dass sie Gott für die Missionsarbeit dankten und lobten. Diese sei die Grundlage ihrer Religion.

Sven Quittkat vom Diakonischen Werk, Sozialministerin Cornelia Rundt und Gesprächsleiter Rüdiger Strack, Leiter der Oberschule Walsrode, wandten sich der Frage zu: „Gleiches Recht für alle? Gilt das sowohl für die Einheimischen als auch für die Flüchtlinge? Ist das eine zu große Vision?“ Die Antwort lautete, dass es darum gehe, nicht mehr zwischen „Ihr und Wir“ zu unterscheiden. Auch die Zugewanderten hätten ein Recht auf gleiche Behandlung, doch das zu verwirklichen sei nicht leicht. Nicht nur die Akzeptanz der Zuwanderer sei ein Thema, ebenso wichtig sei es, auf die Gleichstellung von Männern und Frauen hinzuwirken. Es gelte, den einzelnen Menschen zu sehen.

„Worin besteht für viele die Faszination östlicher Religionen?“ Dieser Frage widmeten sich André Kwiatkowski als Gesprächsleiter mit seinen Gästen Jürgen Schnare von der Landeskirche und Prof. Ulrike Schröder von der Fachhochschule für interkulturelle Theologie. Beide berichteten von ihrem Kontakt zu östlichen Religionen. Durch die Immigration würden immer mehr Menschen auch vor Ort mit Fragen zu diesem Thema konfrontiert. Viele Menschen würden gar nicht so sehr durch die Religionen selbst, sondern das Drumherum angesprochen. Kennenlernen und verstehen, sich auseinandersetzen, dann könne man auch Interessantes für sich selbst finden, lautete das Fazit. Man solle andere Religionen nicht als Konkurrenz sehen, sondern sie erst kennenlernen. Erst danach könne eine theologische Kritik einsetzen.

Aus allen Diskussionsrunden konnten die Besucher mitnehmen, dass es wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen und Rahmenbedingungen zu wahren, damit das Vorhaben gelingt. Allen Befürchtungen zum Trotz hat die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen, bislang nicht abgenommen.

Für die Unterhaltung in den Pausen sorgten die Musiker Alfons von Tegelen und Simo Schneider (Klavier und Saxophon). Cocktails, Canapees und andere leckere Snacks hatten die Jungen und Mädchen der Walsroder Oberschule zubereitet. - bä

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