„Dies ist das letzte Zuhause“

Hospizhaus Heidekreis geht am 22. Oktober in Betrieb

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Die Johanniter-Verantwortlichen und Susanne Lübbe im künftigen Raum der Begegnung, in dem es auch eine Küche geben wird.

Dorfmark - Geschäftiges Treiben herrscht auf der Baustelle des ersten Hospizhauses im Heidekreis in Dorfmark. „Bis zum 8. Oktober sind die baulichen Arbeiten im Innenbereich abgeschlossen und die Zufahrt wird durch eine entsprechende Pflasterung gewährleistet sein“, erläuterte Herbert Voedisch, Geschäftsführer von Johanniterhaus Bremen im Pressegespräch.

In der darauf folgenden Woche erfolge die Möblierung und danach bleibe Zeit für kleinere Montagearbeiten. Das Haus mit Platz für acht Gäste wird am 22. Oktober in Betrieb genommen. Am 23. November ist die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen geplant. Der Öffentlichkeit präsentiert sich die Einrichtung im Frühjahr, bei einem Tag der offenen Tür.

„Eigentlich wollten wir Sonntag in Betrieb gehen“, sagte Voedisch. Eine Frostperiode im Frühjahr habe das verhindert. Neuer und verbindlicher Termin ist der 22. Oktober. Die Bauzeit habe ein Jahr gedauert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf gut 2,3 Millionen Euro.

Voedisch sagte, dass 15 Mitarbeiter eingestellt worden seien, hauptsächlich im pflegerischen Bereich, aber auch für die psychosoziale Betreuung und seelsorgerische Begleitung, Hauswirtschaft und Technik. Am Ende würden es 17 bis 18 sein, je nach Umfang der Dienstverträge.

Walter Weber, Herbert Voedisch, Susanne Lübben und Hubertus Greiner vor dem Hospizhaus in Dorfmark.

Zum Pflegeteam gehörten sowohl junge als auch sehr erfahrene Kräfte, betonte Susanne Lübben, die Leiterin des Hauses. Unter anderem sei es gelungen, Almuth Eckard zu gewinnen, die im seelsorgerischen Bereich tätig sein werde. „Ich freue mich sehr, dass wir starten können.“ Das Personal sei sehr motiviert und fachlich qualifiziert.“ Sie selber sei bereits in leitender Tätigkeit in unterschiedlichen ambulanten und stationären Einrichtungen tätig gewesen und habe immer wieder Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet, sagte Lübben.

Es gebe bereits Anfragen für die acht Plätze, erzählte die Leiterin. Sie werde die Familien zu gegebener Zeit besuchen. Die Aufnahme richte sich grundsätzlich nach der Dringlichkeit. Wichtigste Voraussetzung sei eine ärztliche Verordnung, erklärte Lübben. Sie betonte, dass das Hospizhaus nicht in Konkurrenz zu Palliativstationen oder ambulanten Pflegediensten stehe. Von dort würden die Gäste nicht mehr in ein Krankenhaus verlegt. „Dies ist das letzte Zuhause.“

Lübben hob die Bedeutung der Ehrenamtlichkeit im Bereich des Hospizhauses hervor. Sie sei bereits mehrfach von hilfsbereiten Menschen angesprochen worden. Die möglichen Tätigkeiten reichten vom Laub harken bis hin zur Betreuung von Gästen. Wichtig sei auch die Begleitung der Sterbenden. Walter Weber, Pastor und theologischer Berater, ergänzte, dass für diese Art der Arbeit eine Fortbildung notwendig sei, die unter anderem die Johanniter anbieten.

Weber berichtete, dass das Hospizhaus Bremen zu 95 Prozent ausgelastet sei. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir hier zu Beginn eine solche Auslastung erwarten können.“ Das Hospizhaus werde in den ersten Jahren wohl nicht kostendeckend arbeiten können. „Umso wichtiger ist es, dass die Arbeit aus der Bevölkerung mitgetragen wird.“ Wie sich das Vorhaben im ländlichen Bereich entwickele, könnten sie als Betreiber nicht abschätzen, so Weber. Andere Hospizhäuser der Johanniter befänden sich eher im städtischen Umfeld.

Die Einrichtung im Heidekreis ist ein gemeinsames Projekt von Johanniterhaus Bremen und dem Verein Hospizhaus Heidekreis. Weber betonte, dass die Johanniter es aufgebaut haben und betreiben werden. Er dankte in diesem Zusammenhang dem Verein mit dem Vorsitzenden Dr. Sirus Adari, dessen außerordentlichen Einsatz er hervorhob. Er habe für die große Akzeptanz in der Bevölkerung gesorgt. 

Adari sei vor drei Jahren mit der Bitte, das Hospizhaus-Vorhaben umzusetzen, auf die Johanniter zugekommen. Für den Verein sei das Projekt zu groß gewesen. „Wir haben die Arbeit gerne aufgenommen“, so Weber. Schwerpunkt der Zusammenarbeit sei die Planung und Umsetzung des Baus gewesen. Nun werde sie sich auf das Kuratorium verlegen.

Hubertus Greiner, Johanniter-Ritter aus Soltau, sagte, dass 250 Info-Flyer gedruckt worden seien. Er habe Allgemeinärzte, Apotheken und Pflegedienste besucht und über das Projekt informiert. Die Reaktionen seien sehr offen und freundlich gewesen.

Gemeinsam haben der Verein und die Johanniter eine unselbstständige Stiftung gegründet. Grund ist, dass Hospize zu 95 Prozent von den Krankenkassen finanziert werden. Hier komme die Stiftung ins Spiel, die Mittel einwerben solle und Spendenempfänger sei, erklärte Voedisch. Für die Gäste sei das Leben im Hospiz kostenfrei. Es gebe keinen Eigenanteil. Im Stiftungsbeirat sitzen Adari und Hubertus Greiner. Sie sorgten dafür, dass die Spenden zielgerichtet eingesetzt würden. 

sal

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