Neujahrsempfang der Feuerwehren in Schneeheide

Deutliche Worte der Feuerwehr: Kommunen in der Pflicht

+
Brandschutzabschnittsleiter Richard Meyer (r. ) und sein Stellvertreter Gerold Bergmann (l.) dankten Dieter Fricke für dessen Einsatz.

Schneeheide - „Wir Einsatzkräfte in den Feuerwehren bilden uns weiter, bilden selbst aus, bringen uns in die Gesellschaft ein und hören immer wieder, wie wichtig doch Feuerwehr und Ehrenamt sind. Aber wenn es dann darum geht, die von uns nicht erlassenen gesetzlichen Vorgaben zum Arbeitsschutz umzusetzen, dann meinen manche Verantwortlichen, dass das wohl nicht erforderlich oder zu teuer sei.“

Deutliche Worte fand der Leiter des Brandschutzabschnitts Fallingbostel der Feuerwehr im Heidekreis, Richard Meyer, in seiner Rede Sonntag  zum Neujahrsempfang im Katastrophenschutzzentrum (KatS) in Schneeheide. „Feuerwehr ist eine gesetzliche kommunale Aufgabe und Kommunen sind als Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Arbeitsschutzvorschriften einzuhalten“, so Meyer. Die Einsatzkräfte nähmen jedenfalls mit ihrem freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst ihre Verpflichtung ernst.

Der Empfang solle vor allem dem Gespräch zwischen den Verantwortlichen in den verschiedenen Organisationen dienen, fuhr Meyer fort. Denn wer bei den Einsätzen miteinander arbeite, sollte sich gut verstehen und das generationsübergreifend, kameradschaftlich und fachkompetent. Moderne Kommunikation per E-Mail oder WhatsApp dienten der schnellen Information, könnten aber nicht alle Probleme lösen. Wie wichtig dabei eine gute Zusammenarbeit und das Verständnis füreinander sind, hätten erneut die vielen und vielschichtigen Einsätze in 2017 gezeigt.

„Unglücke verhindern können wir nicht – wir werden erst gerufen, wenn etwas passiert ist“, sagte Meyer; das Unglück schlafe nicht und sei rund um die Uhr präsent. Die hohe Zahl an Einsätzen und Hilfeleistungen forderten den Kräften alles ab. Die Anforderungen an jeden Einzelnen stiegen, gleichzeitig sinke die Verfügbarkeit. Entweder seien die Ehrenamtlichen nicht mehr vor Ort oder würden nicht von der Arbeit freigestellt. Dadurch gebe es auch bei Führungskräften eine höhere Fluktuation sowie einen größeren Bedarf an Führungslehrgängen.

Der traditionelle Neujahrsempfang im Katastrophenschutzzentrum Schneeheide dient vor allem dem Austausch zwischen den Wehren und den Kommunen.

Wichtig sei es, bei der Ausbildung für Führungskräfte auf eine Sozialkompetenz zu achten, die motivierend sei und für die Arbeit mit dem Nachwuchs ebenso gelte wie bei den gestandenen Aktiven. Erfreulich sei es, dass inzwischen 29 Jugend- und 15 Kinderfeuerwehren im BSA-Süd integriert seien. Sie seien ein fester Bestandteil der Wehren und in die Strukturen der Orts- Gemeinde-, Stadt- und Kreisfeuerwehr eingebunden.

Kritisch äußerte sich Meyer zum Zeitablauf des kreiseigenen Bauvorhabens in Schneeheide. Es zöge sich unendlich in die Länge und würde durch allgemeine Baukostensteigerungen daher erheblich teurer. Die Feuerwehr unterstütze die Verwaltung, doch manches Mal geht es einfach nicht voran. Abschließend dankte Meyer allen, die mit ihrer Arbeit und ihrer Unterstützung die Übungs- und Einsatzbedingungen für unsere Feuerwehren stetig verbesserten und modernisierten.

Kurzfristige Ausfälle stören Ausbildung

Das Thema Ausbildung griff Meyers Stellvertreter Gerold Bergmann noch einmal auf. Hier richtete er einen großen Dank an die Ausbilder, die an den Wochenenden sehr viel Freizeit investierten, um dem Nachwuchs das notwendige Wissen zu vermitteln. Sehr ärgerlich sei es aber, dass es immer wieder kurzfristige Ausfälle gebe, die den Ausbildungsablauf störten. Auch mangele es einigen Teilnehmern an Pünktlichkeit. Sinnvollerweise sollten die Führungskräfte die betreffenden Einsatzkräfte rechtzeitig auf den bevorstehenden Lehrgang hinweisen.

Landrat Manfred Ostermann dankte in seinem Grußwort den Feuerwehren für das Engagement im vergangenen Jahr, das von unterschiedlichen Unglücken geprägt worden sei. Die Feuerwehren seien in Technik und Struktur bestens aufgestellt. Wenn irgendwo doch mal nicht so laufen sollte, ermunterte Ostermann die Wehren, ruhig öfter nachzuhaken. „Denn wer sich nichts wünscht, hat schon alles.“

Auch Kreisbrandmeister Hartmut Staschinski bedauerte die überaus langen Planungen des Bauvorhabens in Schneeheide. Er freute sich aber darüber, dass Mitte dieses Jahres zwei neue Einsatzleitwagen in Dienst gestellt würden.

Schließlich würdigte Richard Meyer das Engagement von Dieter Fricke, der bis Mitte des vergangenen Jahres als sein Stellvertreter gewirkt hatte und überreichte ihm gemeinsam mit Gerold Bergmann einen Präsentkorb.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

DS DS7 Crossback im Test: Pretiose aus Paris

DS DS7 Crossback im Test: Pretiose aus Paris

Online auf hoher See: Als IT-Managerin an Bord

Online auf hoher See: Als IT-Managerin an Bord

Schock in Lünen: 15-Jähriger ersticht Mitschüler

Schock in Lünen: 15-Jähriger ersticht Mitschüler

Meistgelesene Artikel

Umweltminister äußert sich zu Wolfssichtungen in Walsrode

Umweltminister äußert sich zu Wolfssichtungen in Walsrode

Samtgemeinde Rethem als Tourenziel des Entdeckertages

Samtgemeinde Rethem als Tourenziel des Entdeckertages

Eingangszonen und BiZ: Andere Öffnungszeiten

Eingangszonen und BiZ: Andere Öffnungszeiten

Chinesischer Nationalcircus gastiert in Walsrode

Chinesischer Nationalcircus gastiert in Walsrode

Kommentare