Stadtwerke Böhmetal: Strompreise bleiben vorerst stabil

Deutlich steigende Erdgaspreise

Eine Flächen-Fotovoltaikanlage, auf der sich die Sonne spiegelt.
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die Fotovoltaikanlage in Walsrode-Honerdingen. Die Jahresstromerzeugung beträgt circa 1,6 Millionen Kilowattstunden. Damit können rund 450 Haushalte mit je 3 500 Kilowattstunden jährlich versorgt werden. Foto: Müller

Walsrode – „Wir kommen nicht darum herum“, sagt Stadtwerke-Vertriebsleiter Thomas Heine. Die Walsroder Stadtwerke müssen auf die Großhandelspreise für Strom und Gas reagieren, die innerhalb weniger Monate drastisch gestiegen sind. Allerdings gibt es eine gute Nachricht für alle Kunden in Walsrode und umzu: Die Strompreise werden erst einmal unverändert bleiben.

Steigende Preise für Strom, Erdgas, Benzin und Heizöl

Großes Thema in der Politik und in der Öffentlichkeit seien, so Heine, die aktuell extrem gestiegenen und weiter steigenden Preise für Strom und Erdgas, aber auch für Benzin und Heizöl. Einige Energieversorger hätten bereits die Notbremse gezogen und ihr Neukundengeschäft ganz oder vorübergehend eingestellt beziehungsweise die Lieferpreise massiv angehoben.

Strompreise bleiben voraussichtlich unverändert

Zunächst die gute Nachricht für die Haushalts- und Kleingewerbekunden der Stadtwerke: Die Strompreise bleiben 2022 für diese Kundengruppe voraussichtlich unverändert.

Obwohl die Handelspreise für Strom und damit die Beschaffungskosten gegenüber den Vorjahren stark angestiegen sind, ist parallel eine Senkung der gesetzlichen EEG-Umlage für 2022 beschlossen worden. Sie sinkt gegenüber 2021 um 2,78 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 3,723 Cent/kWh und ermöglicht damit eine Preisstabilität im kommenden Jahr.

Handelspreise für Erdgas mehr als verdreifacht

Bei der Erdgasversorgung gibt es dagegen aktuell nur eine Entwicklung: Seit Beginn des Jahres 2021 bis heute haben sich die Handelspreise für Erdgas mehr als verdreifacht.

CO2-Abgabe verteuert fossile Energieträger

Hinzu komme die von der Politik seit 2021 erhobene CO2-Abgabe, die die Verwendung von Erdgas und anderen fossilen Energieträgern verteuert. Mit dieser Abgabe, die in den kommenden Jahren weiter erhöht wird, sollen Investitionen in den Klimaschutz und zur Energieeinsparung gegenfinanziert beziehungsweise gefördert werden.

Preiserhöhung um circa 2 Cent brutto für Haushalts- und Kleingewerbekunden

Nur durch die langfristige Beschaffung der Stadtwerke konnten die extremen Preissteigerungen zu einem Teil aufgefangen und die Preiserhöhung begrenzt werden. Im Ergebnis wird der Erdgaspreis bei Haushalts- und Kleingewerbekunden um circa 2,00 Cent brutto steigen. Umgerechnet auf einen Jahreserdgasverbrauch von 20000 kWh ergibt sich eine Erhöhung um rund 33 Euro pro Monat.

Steigender Energiebedarf bei Industrie, Handel und Gewerbe

Die Preissteigerung bei Erdgas und Strom haben Heine zufolge mehrere Ursachen: Der Energiebedarf von Industrie, Handel und Gewerbe steige fast zeitgleich wieder an, und diese hohe Nachfrage gelte weltweit. Die Erdgasspeicher der großen Lieferanten hätten gegenüber den Vorjahren einen vergleichsweise geringen Füllstand, sodass auf im Sommer eingespeicherte kostengünstigere Mengen nicht zurückgegriffen werden könne.

Die für 2022 geplante Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke müsse bis auf weiteres durch Gas- oder Kohlekraftwerke ersetzt werden. Kohlekraftwerke sollten nach den aktuellen Planungen ab 2030 abgeschaltet werden.

Der speziell bei den Gaskraftwerken stark ansteigende Erdgasbedarf – nicht nur in Deutschland – treffe auf eine politische Diskussion um den Erdgasbezug aus Russland. Die ausstehende Inbetriebnahme der zweiten Erdgasleitung Nordstream führe nicht unbedingt zu einer Entlastung bei der Mengenverfügbarkeit und damit den Preisen für Deutschland und Europa.

„Ob die Ziele einer Erhöhung der erforderlichen Erzeugungsanlagen für grünen Strom bis Ende dieses Jahrzehnts erreichbar sind, wird sich zeigen. In jedem Fall müssten parallel zur Abschaltung der Kernkraft- und Kohlekraftwerke die notwendigen Energiespeicher und steuerbaren Erzeugungsanlagen errichtet werden. Dies alles bei gleichzeitig erwarteter Erhöhung des Gesamtstrombedarfs in Deutschland durch den Umbau der Energieversorgung und neue Verbraucher wie Elektrofahrzeuge“, so der Sprecher der Stadtwerke.  mü/hei

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