Heidemuseum Rischmannshof berichtet über den Lockdown, Pläne und Hoffnungen

Der Winterschlaf dauert an

Samtüberzogene Erinnerungsstücke: Thorsten Neubert-Preine, Monika Seidel und Dieter Heidmann in der Sofaecke des Löns-Zimmers.
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Samtüberzogene Erinnerungsstücke: Thorsten Neubert-Preine, Monika Seidel und Dieter Heidmann in der Sofaecke des Löns-Zimmers.

Walsrode – Um das Heidemuseum Rischmannshof in Walsrode ist es ruhig geworden. Die Türen der angeschlossenen Gebäude sind zu, im Backhaus backt kein Brot über dem Feuer und weder Licht noch Stimmen dringen aus dem Inneren des Niedersachsenhauses, wo sonst diverse Veranstaltungen oder auch mal eine private Feier wie Hochzeiten und runde Geburtstage einen Platz gefunden haben.

Das Freilichtmuseum scheint in einen tiefen Winterschlaf gefallen zu sein. Zwar ist derzeit noch unklar, wann es aus diesem erwachen darf. Doch fest steht, dass sowohl der Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine als auch Monika Seidel und Dieter Heidmann dem Moment, an dem es seine Türen für Besucher wieder öffnen darf, schon jetzt entgegenfiebern.

„Im Grunde könnten wir morgen durchstarten“, so Monika Seidel, Vorsitzende des Vereins Heidemuseum Rischmannshof Walsrode. „Es ist alles vorbereitet. Die neue Ausstellung steht und ist bereit, bestaunt zu werden“, erläutert Seidel mit Blick auf eine Gruppe ausgeleuchteter Tiere im hinteren Bereich des Hauptgebäudes. Unten auf dem Boden ein paar Wildschweine mit Frischlingen, darüber eine Gruppe verschiedener Raubvögel – ganz wie in der Natur. Daneben hängt ein Schild: „Heimische Wildtiere“. „Alle Exponate wurden uns von Jägern aus der Gegend zur Verfügung gestellt“, berichtet sie.

Seit Mitte November sei der Rischmannshof mittlerweile geschlossen. „Wobei man dazusagen muss, dass wir ein Saisonbetrieb sind, also setzen wir turnusgemäß im Winter aus“, so Heidmann. Coronabedingt abgesagt werden musste jedoch der sonst in der Weihnachtszeit stattfindende Adventsmarkt. Am 1. April würde das Museum unter normalen Umständen wieder öffnen, doch ob sich das mit der Corona-Pandemie vereinbaren lässt, bleibe abzuwarten. „Ich fürchte, dass wir im April noch gar nichts machen können. Vielleicht eher im Mai, sofern sich die Corona-Situation bis dahin eben beruhigt“, lautet Seidels Einschätzung, der sich Neubert-Preine und Heidmann anschließen.

2019 habe der Rischmannshof über 10 000 Besucher verzeichnet. „Es war ein gutes Jahr“, so Heidmann, ebenfalls Mitglied des Vereins Heidemuseum Rischmannshof Walsrode. Die Saison 2020 sei zwar wesentlich kürzer gewesen, durch den Lockdown und die Corona-Beschränkungen, doch das Feedback der Besucher nicht weniger positiv. „Was uns immer sehr freut, wenn es den Leuten bei uns gefallen hat“, so Seidel. Traurig stimme sie lediglich, dass die Kundschaft zu 90 Prozent aus Touristen bestünde. Vor Ort oder in der Nähe wohnende Bürger kämen nur selten vorbei. „Was sehr schade in unseren Augen ist, insbesondere, dass keine Schulen vorbeikamen, als es vor Corona eben noch ging.“

Konkrete Pläne, Veranstaltungen für die hoffentlich kommende Saison zu planen, gebe es derzeit nicht. „Wir planen immer mehr nach Bedarf und schauen, wo sich wann Möglichkeiten ergeben“, erklärt Seidel. Besonders freue sie sich auf die Termine, die sonst regelmäßig auf dem Rischmannshof stattfinden, wie den Plattdeutschen Nachmittag. „Ich hab die Liederhefte griffbereit und mein Akkordeon spielt auch noch.“

Mit den Einnahmen, die das Museum zuletzt erwirtschaftete, hat der Verein nun eine Heizung für das Niedersachsenhaus gekauft, „die auch endlich mal zum Einsatz kommen soll“, so Heidmann. Zusätzlich sei die Stufe im Eingangsbereich des Gebäudes angeglichen worden. „Als nächstes soll das Reetdach des Haupthauses neu eingedeckt werden. Aber dafür muss das Wetter erst mal mitspielen“, sagt Seidel und blickt nach draußen,

Alle drei betonen, dass sie trotz Corona-Pause weiterhin mit Leidenschaft bei der Sache bleiben und sich auf die Wiedereröffnung – wann es denn soweit sein mag – freuen. Monika Seidel berichtet von den Vorträgen, die sie vor Corona während der Rundgänge gehalten und wie viele Geschichten sie zu jedem einzelnen Exponat parat hat.

Bei der Saisoneröffnung könnten Besucher dann die Ausstellung „Heimische Tiere“ im Haupthaus besichtigen. Außerdem bleibt die Ausstellung aus dem vergangenen Jahr dem Museum noch etwas länger erhalten. „Letztes Jahr war so kurz und wir haben die Hoffnung, dass noch mehr Leute sie sehen, wenn sie noch etwas stehenbleibt.“

Das Hygienekonzept für die Wiedereröffnung stehe jedenfalls, „da sind wir auch ganz aufmerksam hinterher.“ Auf dem Gelände gibt es eine Maskenpflicht, Besucher müssen sich die Hände waschen und Abstand halten.

Weitere Informationen

unter www.heidemuseum-walsrode.de.

Von Lisa Hustedt

Keiler und Frischling gehören zu der neuen Ausstellung mit dem Titel „Heimische Wildtiere“ im Heidemuseum Rischmannshof.

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