Hospizhaus Heidekreis begleitet in zwei Jahren fast 200 Menschen / Weiter Spenden nötig

Den Tagen Leben geben

Das Hospizhaus Dorfmark.
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Das Hospizhaus Dorfmark.

Dorfmark/Heidekreis – Dr. Sirus Adari bringt es sofort auf den Punkt: „Wir bedanken uns bei den vielen Spendern aus dem Heidekreis, die uns ständig bei der so lebensintensiven Arbeit im Hospizhaus Dorfmark unterstützen.“

Damit diese hochwertige Versorgung mit einem Expertenteam aus Ärzten und Pflegerinnen sowie Seelsorgern und Seelsorgerinnen beibehalten werden könne, seien jedoch weitere Spenden nötig. Und um die bittet der Walsroder Mediziner denn auch kurz vor dem Weihnachtsfest. In diesem Zusammenhang betont der Arzt die „sehr konstruktive Zusammenarbeit“ des Hospiz-Vereins mit den Trägern des Hauses, den Bremer Johannitern, sowie dem Team an Dorfmarks Westendorfer Straße.

Seit der Eröffnung des Hauses im Oktober 2018 sind mehr als zwei Jahre vergangen. Dass es dazu kam, ist im Wesentlichen dem Verein Hospizhaus Heidekreis mit seinem Vorsitzenden Sirus Adari zu verdanken, die sich seit 2013 für das Projekt einsetzten. Um es am Ende verwirklichen zu können, ging der Verein eine Kooperation mit den Bremer Johannitern ein, die die Trägerschaft übernahmen.

„Und doch ist der Verein keineswegs überflüssig geworden“, betont Adari im Gespräch mit unserer Zeitung. So gehöre zu den vielfältigen Aufgaben auch das Einwerben von Spenden für die Einrichtung.

Manfred Ostermann, Landrat und Vorstandsmitglied im Hospiz-Verein, erklärt, dass sich das Hospiz trotz anfänglicher Skepsis gut entwickelt habe. Befürchtungen, die immer wieder durchsickerten, dass sich der Verein nun auflösen werde, widersprach der Landrat. Das Hospiz ergänze bereits vorhandene Einrichtungen wie die Palliativstation, die ambulante palliative Versorgung und die Hospizdienste. Man habe mit dem Bau des Hauses eine wichtige Versorgungslücke schließen können, so der Landrat.

Die Spendenakquise des Vereins sei für den Betrieb des Hauses von großer Bedeutung. Zwar übernehmen die Krankenkassen 95 Prozent der anfallenden Kosten, „aber fünf Prozent müssen wir selbst finanzieren“. Der Verein sei daher auf ständige Unterstützung angewiesen. „Wir appellieren deshalb an private und öffentliche Institutionen, aber auch an Kampagnen und an die Kommunen, uns zu unterstützen“, ruft Adari auf.

Seit seiner Eröffnung seien insgesamt 194 schwerstkranke Menschen im Hospizhaus in ihrer letzten Lebensphase betreut worden. Dabei sei die Begleitung der Angehörigen eine der wichtigsten Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einrichtung.

Acht geräumige und barrierefreie Einzelzimmer stehen zur Verfügung. Deren Einrichtung lässt sich ganz nach Wunsch mit lieb gewordenen Möbeln und anderen persönlichen Gegenständen ergänzen. In der Wohnküche und dem Wohnbereich bleibt Raum für Begegnungen. Angehörigen steht ein Besucherzimmer zur Verfügung. Sie können aber auf Wunsch auch im Zimmer des Gastes übernachten.

„Unser Hospiz ist eine Herberge, in der sich schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase in einer Atmosphäre von Geborgenheit und Ruhe aufgehoben fühlen sollen“, so Adari. Im Hospiz würden unheilbar kranke Menschen, die in Krankenhäusern oder zu Hause nicht mehr versorgt werden können, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung betreut. Pflegekräfte und Seelsorger schaffen eine liebevolle Atmosphäre und helfen Sterbenden und Angehörigen, Trauer, Angst und Schmerzen zu bewältigen. Ganz im Sinne der Ärztin Dame Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospize, und ihrem Credo „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“.

„Jeder Gast wird ganzheitlich betreut“, versichert Sirus Adari, der selbst immer wieder im Hospizhaus die Visiten übernimmt. Das Team gewährleiste beste fachliche Pflege, psychosoziale Betreuung. Eine angemessene Schmerzbehandlung erfolge durch vier Mediziner vom Palliativstützpunkt Heidekreis.

Spendenkonto

Hospizverein Heidekreis und selbstständige Stiftung, Volksbank Lüneburger Heide, IBAN DE 8824 0603 0024 6346 1100, oder Kreissparkasse Walsrode, IBAN DE 5325 1523 7500 4510 8776. Stichwort: Spende Hospiz.

Von Klaus Müller

Dr. Sirus Adari

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