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Das Liebesleben der Vögel – Fakten zum Valentinstag

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Zwei schnäbelnde Inkakakadus.
Zwei schnäbelnde Inkakakadus. © Weltvogelpark

Der Vogelpark Walsrode ist ein Ort für viele gefiederte Liebschaften. Zum Valentinstag haben Biologen des Parks Fakten zum Liebesleben ihrer Vögel zusammengetragen.

Walsrode – Die meisten Vögel seien zumindest auf den ersten Blick alles andere als flatterhaft. „Rund 90 Prozent aller Vogelarten leben tendenziell monogam, entweder für eine Brutsaison, mehrere Jahre oder auch ein Leben lang – das heißt, ein Paar kümmert sich gemeinsam um das Nest, die Bebrütung der Eier, Futtersuche und Aufzucht der Jungen. Bei diesen Arten sind Männchen und Weibchen übrigens größtenteils gleich oder sehr ähnlich gefärbt. Es komme also auch hier auf die inneren Werte an“, wird Anne Densow, Biologin im Weltvogelpark Walsrode, in einer Pressemitteilung zitiert.

Mit einem gemachten Nest festigten Vögel ihre Paarbindung. So kehrten männliche Störche immer als Erstes in die Brutgebiete zurück und besetzten möglichst den Horst vom Vorjahr. Weibchen folgten ein paar Wochen später – sie kehrten zurück zum festen Nistplatz. Oft bewohne ein Paar mehrere Jahre denselben Horst. Habe ein anderes Männchen den Horst besetzt, so sei das Weibchen dem Nistplatz treu, aber nicht unbedingt dem Partner.

Papageien sind treu – und machen sich Geschenke

Papageien seien sehr soziale Vögel und bekannt für ihre Treue, heißt es weiter in der Mitteilung. Habe sich ein Paar nach ausgiebiger Prüfung des Aussehens, der Stimme und des Verhaltens gefunden, so bilde es eine enge Paarbindung. Diese werde durch gegenseitige Gefiederpflege, besondere Laute, Balzrituale und Flügel schlagen gefestigt. Und natürlich durch Geschenke wie Futter. Oft halte die Bindung ein Leben lang. Es gebe kleine, afrikanische Papageienarten wie die Pfirsichköpfchen, die auch die „Unzertrennlichen“ oder „Lovebirds“ genannt werden.

Flamingos zeigen in Gruppen ein ausgeprägtes Balzverhalten.
Flamingos zeigen in Gruppen ein ausgeprägtes Balzverhalten. © Weltvogelpark

Flamingos zeigten ein ausgeprägtes Balzverhalten in Gruppen, schreibt der Weltvogelpark. Die Vögel marschierten entweder synchronisiert als Parade im Wasser, wendeten den Kopf schnell hin und her oder präsentierten die Unterseiten ihrer Flügel, um einen Partner zu gewinnen. Je ausgefallener und komplexer das Bewegungs-Repertoire, desto größer die Chance auf einen Partner und den eigenen Fortpflanzungserfolg. Hätten sich zwei Vögel gefunden, blieben sie für eine Brutsaison zusammen.

Blaumeisen wirken treu, suchen aber aktiv nach Seitensprüngen

„Gerade bei Vogelarten, die auf dem ersten Blick treu wirken, weiß man, dass es häufig Seitensprünge gibt. Von vielen Arten ist bekannt, dass nicht alle Jungen aus einem Gelege vom selben Vater abstammen. So finden sich Blaumeisen als feste Brutpartner für die Brutsaison zusammen. Jedoch suchen beide Geschlechter aktiv nach Seitensprüngen mit anderen Blaumeisen. Dies erhöht für die Männchen die Anzahl der eigenen Nachkommen.“ Die genetische Vielfalt steigere die Überlebenschancen der Nachkommen, so Densow.

Bei anderen Vogelarten gehe es nur darum, möglichst viele Partner zu beeindrucken – entweder mit Gesang, Tänzen oder kunstvoll gebauten Nestern. Dabei gehe es nur um Liebe für einen kurzen Moment. Habe sich ein Paar gefunden, so gingen beide nach der Paarung wieder getrennte Wege. Das Ziel: Die Art gut zu erhalten, den genetischen Pool breit zu fächern. Das Weibchen kümmere sich allein um Eier und Jungtiere. Um dabei nicht aufzufallen, seien die Weibchen mit ihrer Gefiederfarbe an ihr Brutverhalten angepasst.

Paradiesvögel und Pipras zeigen spektakuläre Balzrituale

Die Männchen der Paradiesvögel Neuguineas kleideten sich in auffällige Farben und prachtvolle Schmuckfedern. Um Weibchen zu beeindrucken, vollführten sie komplexe Tänze, rückten ihre Federn ins rechte Licht und sängen und pfiffen.

Auch die Männchen der mittel- und südamerikanischen Pipras zeichneten sich durch spektakuläre Balzrituale aus – diese zeigten einem Weibchen, wie fit und durchsetzungsfähig ein potenzieller Partner sei. Das Männchen wolle mit seinem Balztanz fliegend, hüpfend und wirbelnd von Ast zu Ast möglich viele Weibchen von sich überzeugen.

Zur Brutzeit bauen Webervogel-Männchen mehrere Hänge-Nester mit einer Bruthöhle. Mit Rufen und Balztänzen würden die Weibchen angelockt. Diese wählten das beste Nest aus. Sei ein Weibchen zufrieden, kümmere es sich allein um Eier und Junge.

Bei den Kasuaren, Laufvögeln aus Neuguinea und Nord-Australien, laufe es anders herum. Die Männchen besetzten ein Territorium, in dem sie ein Bodennest in einer Mulde vorbereiteten. Komme ein Weibchen ins Revier, werde es vom Männchen bei der Balz mit dumpfen Rufen, aufgestelltem Gefieder und aufgeblähtem Hals umworben. Nach einer Paarung bleibe das Weibchen im Revier, bis es Eier in das Nest des Männchens lege. Nun sei es am Männchen, fleißig zu sein – die Eier zu bebrüten und später die geschlüpften Jungen zu führen.

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