Gedenkspaziergang zu den Stolpersteinen in Walsrode

„Darf sich nie wiederholen“

Auf Transparenten erinnerten die DGB- Jugend und die Anti-Fa SFA an die Progromnächte 1938 in Walsrode.
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Auf Transparenten erinnerten die DGB- Jugend und die Anti-Fa SFA an die Progromnächte 1938 in Walsrode.

Walsrode – Mehr als 50 Menschen versammelten sich am Montagabend vor dem Walsroder Rathaus zu einem Gedenkspaziergang zu den Stolpersteinen, die an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden der Stadt erinnern. DGB-Gewerkschaftsjugend und Antifa-SFA hatten zu der Veranstaltung aufgerufen. An jedem einzelnen Stein erfuhren die Teilnehmer, was 1938, in den Reichspogromnächten, geschehen war.

In ihrer Begrüßungsrede erinnerten die Jugendlichen an die Judenverfolgung sowie an die Todesopfer der rechtsradikalen Terroranschläge in Halle 2019 und Hanau 2020. Als Konsequenz aus der Geschichte und den jüngsten Attacken forderten sie ein Verbot der Partei Alternative für Deutschland. Außerdem riefen die Jugendlichen auf, sich solidarisch für marginalisierte Menschengruppen, wie beispielsweise Juden oder Geflüchtete, einzusetzen.

Anschließend ging es gemeinsam zu den Stolpersteinen. Dort legten die Teilnehmer in Gedenken dem jüdischen Brauch entsprechend kleine Steine und Kerzen ab. An jedem Stolperstein erzählten die Jugendlichen die bekannten Fakten über das Leben der Jüdinnen und Juden.

2009 hatte die Felix-Nussbaum-Schule gemeinsam mit der Realschule, dem Gymnasium und den Berufsbildenden Schulen mit fachlicher Unterstützung des Historikers Dr. Stefan Heinemann und Prof. Siegfried Sommer die Idee entwickelt, in Walsrode Stolpersteine zu setzen, um an Walsroder jüdische Familien und an die Verfolgung jüdischer Mitbürger zu erinnern. Die Idee der Hauptschule war, das ganze Jahr über ein sichtbares Zeichen zu setzen und die Bürger der Stadt auf das Schicksal der ehemaligen Mitbürger aufmerksam zu machen.

Und so entstanden Messingtafeln in der Größe eines Pflastersteines. Sie wurden mit Namen und dem jeweiligen Schicksal graviert und an drei Stellen in der Stadt in das Pflaster der Gehwege am früheren Wohnort eingelassen.

So finden sich heute Stolpersteine am Kirchplatz neben dem Gebäude der Kreissparkasse, im Gedenken an Edith Hurwitz, die 1941 deportiert wurde, in der Langen Straße 41 für Daniel Moses, der zwangsenteignet wurde und 1938 starb sowie vor dem Haus Moorstraße 9, wo an Emilie Neuberg, Käthe Littauer und an Ernst Neuberg erinnert wird, die allesamt umgebracht wurden.  mü

Stolpersteine in der Innenstadt, die 2009 in die Fußwege der Stadt verlegt wurden. Sie erinnern an das Schicksal jüdischer Familien, die in diesen Nächten durch das Nazi-Regime verschleppt und umgebracht wurden.

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