Lebensgefährlicher Weg zu den Laichgewässern

BUND Walsrode sucht helfende Hände für Kröten-Shuttle

Anfang März machen sich Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu den Hochzeitsplätzen. Doch viele der Tiere kommen dort nicht an, weil sie überfahren werden. - Foto: BUND/Mayhack

Heidekreis - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bittet Autofahrer, Rücksicht auf wandernde Amphibien zu nehmen, indem sie auf entsprechenden Strecken langsam fahren. Denn mit den ersten warmen Frühlingstagen machen sich Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Hochzeitsplätzen.

Doch der Weg zu den Laichgewässern ist für sie oft lebensgefährlich – vor allem, wenn sie Straßen überqueren müssen. In einer Pressemitteilung des BUND heißt es: „An manchen Orten werden bis zu 70 Prozent der wandernden Amphibien bei der Überquerung einer einzigen Straße entweder überfahren oder sterben am geschwindigkeitsabhängigen Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn. Ganze Populationen können dadurch ausgelöscht werden.“

Amphibienzäune retten hunderten Tieren jährlich das Leben

Der BUND Walsrode setzt sich seit Jahren für die Tiere ein. Ehrenamtliche stellen jedes Jahr zu Beginn des Frühlings Amphibienzäune am Verbindungsweg zwischen Fulde und Dreikronen auf und tragen die Tiere über die Straßen. „Mit dieser Schutzaktion retten wir Hunderte von Fröschen und Kröten vor dem Straßentod“, sagt Sigrid Ahlert vom BUND Walsrode. „Und wir wissen heute, dass ohne dieses Engagement viele Amphibienpopulationen in Deutschland ausgestorben wären.“

Der BUND freut sich über helfende Hände für den Kröten-Shuttle: Die Amphibien suchen entlang der Schutzzäune einen Durchschlupf und landen in Eimern, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt werden. Auch zahlreiche andere Kleintiere wie Eidechsen werden hierdurch gerettet. In den Eimern werden die Tiere von den Helfern sicher über die Straße transportiert.

Regnerische Abend- und Nachstunden sind die Hauptwanderstunden

Amphibien brauchen feuchtwarme Nächte mit über vier Grad zum Wandern. „Die Wanderung und das Ablaichen sind meist auf nur wenige Tage im Jahr konzentriert“, weiß Ahlert. „Deshalb sollte man als Autofahrer die Hinweisschilder für Krötenwanderung vor allem in warmen regnerischen Abend- und Nachtstunden beachten.“ Die Gefahr, ein Tier zu überfahren, ist auch dadurch erhöht, dass die Amphibien gerne auf der tagsüber von der Sonne aufgewärmten Straße sitzen bleiben. Und sie sind nicht in der Lage, Fahrzeuge als tödliche Gefahr zu erkennen. Auch der massive Einsatz von Pestiziden und der Verlust an Kleingewässern gefährdeten die Tierbestände.

Die längsten Strecken legen der Mitteilung zufolge Erdkröten zurück, meistens nachts und in großer Zahl. Sie wandern ab Anfang März von ihren Überwinterungsorten in Wäldern, Parks und Gartengebieten oft über mehrere Kilometer zu den Laichgewässern. Die Wanderung einiger Froscharten beginnt früher.

Infos zum Amphibienschutz gibt es in der Broschüre „Wie hilft man einem Lurch?“.

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