Festkommers zum 100-jährigen Bestehen von Germania Walsrode

Blick auf bewegte Geschichte

Reinhard Grindel überreichte dem Vorsitzenden Günter Strube eine DFB-Plakette. - Foto: Röttjer

Walsrode - „Germania ist eine Institution in Walsrode und für die Bürger dieser Stadt ist der Verein eine Herzensangelegenheit“, betonte der Vorsitzende des Kreissportbundes, Joachim Homann, beim Festkommers zum 100-jährigen Bestehen von Germania Walsrode. Zahlreiche Gäste fanden sich im Hotel Anders ein, darunter der designierte Präsident des Deutschen Fußballbundes, Reinhard Grindel, und der Präsident des Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Günter Strube, moderierte der dritte Vorsitzende, Gerd Meine, die Feierstunde und blickte auf die vergangenen 100 Jahre Germania zurück. Er verglich den Verein mit einem Schiff. Der Vorstand als Kapitän und Offiziere habe zwar das Kommando, aber die Mannschaft unter Deck und die Matrosen seien fast noch wichtiger dafür, dass das Schiff nicht aus dem Ruder laufe.

Mitten im Ersten Weltkrieg, war der Stapellauf für das Schiff „Germania Walsrode“ erfolgt. Anlass war das Spiel gegen die Elf einer Bremer Jugendkompanie am 4. Juni 1916 gewesen. Die Jugendlichen traten unter dem Namen „Fußballmannschaft der 330. Jugendkompanie Walsrode“ an. Vier Wochen später folgte die Umbenennung in „Sportverein Germania von 1916“. Trotz der Kriegsjahre herrschte ein reger Spielbetrieb, und 1919 blühte der Fußballsport mit neu in der Umgebung gegründeten Vereinen auf.

Von 1921 bis 1923 wurde die großzügige 1 000-Dollar-Spende eines Deutsch-Amerikaners in den Ausbau des städtischen Sportplatzes in der Eckernworth investiert, 1930 wurde das Gelände am Grünenthal gepachtet und der eigene Sportplatz errichtet. In der Saison 1932/33 schaffte Germania den Aufstieg in die damals zweithöchste Klasse des deutschen Fußballs. Der Verein verpflichtete einen hauptamtlichen Trainer, aber der Abstieg war 1936 nicht zu vermeiden.

Eine großzügige Spende des 1948 zum Vorsitzenden gewählten W. Plötz sorgte für die Fertigstellung des „Grünenthal-Stadions“ 1949.

Die Mitgliederzahlen stiegen bis Ende 1979 auf über 700 Mitglieder und Germania war der größte Amateur-Fußballverein in Niedersachsen, bedingt auch durch die Fusion mit dem 1948 gegründeten VfB Walsrode. Der Höhepunkt des Vereinslebens war 1982 die Qualifikation für die erste Pokal-Hauptrunde. Der 1. FC Nürnberg kam nach Walsrode und 6 000 Zuschauer sahen den 3:0-Erfolg des Bundesligisten.

Es folgte die Ernüchterung: zu hohe Aufwandsentschädigungen, Kosten aus dem Vereinsheim-Neubau, einhergehend mit einer Hochzinsphase, führten zu hohen Verbindlichkeiten. Dem 1980 zum Vorsitzenden gewählten Willi Rübke gelang es, 27 Mitglieder für eine Eigentümergemeinschaft zu finden, die zu einem Kaufpreis von 550 000 DM das Stadiongelände und das Vereinsheim erwarben und so den Konkurs und die Vereins-Abmeldung verhinderten.

Allmählich wurden die Turbulenzen überwunden, zum Teil durch Spielerpersönlichkeiten oder Funktionäre wie Günter Blume beziehungsweise „Böschi“ Gerd Müller.

Unter Gerd Meine und dem seit 2009 amtierenden Günter Strube wurde schließlich ruhiges Fahrwasser erreicht. Für die Zukunft gilt es nun, die Zusammenarbeit der Fußballer in der Stadt Walsrode zu forcieren, um Kräfte zu bündeln und Ressourcen zu nutzen. - rö

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