Besser Stärken ausbauen

Aktionskreis zum Erhalt des Heidekreis-Klinikums in Walsrode ruft zur Demo auf

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Mitglieder des neuen Aktionskreises zum Erhalt des Heidekreis-Klinikums in Walsrode trafen sich am Dienstag zu einem Lokaltermin, um die nächsten gemeinsamen Schritte zu besprechen, links der Kreistagsabgeordnete Klaus Kunold.

Walsrode/Heidekreis – Der Düshorner Kreistagsabgeordnete Klaus Kunold war in der Haushaltssitzung des Kreistages im November 2018 der Einzige, der aufstand und sich gegen ein neues Heidekreis-Klinikum auf der grünen Wiese aussprach. „Das kann ich nicht vertreten,“ sagte der erfahrene Politiker seinerzeit.

Sein Veto allerdings hatte keine Chance. Der Kreistag stimmte anschließend für eine Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser aus Walsrode und Soltau mit einem neuen zentralen Standort mitten im Kreis. Die Zusage vom Land, rund 130 Millionen Euro für dieses neue Heidekreis-Klinikum zu bekommen, hatte die Politik insgesamt wohl zu sehr gelockt.

Seither habe sich kaum etwas öffentlich getan, kritisierte Kunold, der sich mit einer Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger am Dienstag in Walsrode traf. Dafür macht der Aktionskreis zum Erhalt des Heidekreis-Klinikums in Walsrode, zu dem neben Mitgliedern verschiedener Parteien inzwischen auch Mediziner und andere interessierte Walsroder zählen, jetzt mobil: Kunold kündigte eine Demonstration für Freitag, 6. September, vor dem Rathaus an, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Auch einige Referenten sind dazu bereits angefragt.

Man könne das Heidekreis-Klinikum mit weitaus kleineren Kosten umgestalten, ausbauen und auf der Fläche neu bauen, so die Meinung im Aktionskreis. Kunold: „Wir haben ein intaktes Krankenhaus, mit qualifizierten Kräften, mit 12 000 Patienten im vergangenen Jahr, mit einer hervorragenden Geburtenabteilung, mit sehr vielen Stärken, die wir noch ausbauen können.“

Man wisse, was man habe und wolle bei einem Neubau nicht irgendwann einmal vor einer Art Kostenfalle à la Flughafen Berlin oder Hauptbahnhof Stuttgart stehen. „Denn wir bezweifeln sehr, dass die 130 Millionen Euro für eine Zentralisierung ausreichen werden und der Landkreis, der nach den heutigen Planungen 30 Millionen Euro hinzugeben soll, diese Summe einhalten kann“, betonte Kunold. Er befürchte eine Erhöhung der Kreisumlage und somit auch für Walsrode zusätzliche Mehrkosten. „Eine schlechte Entwicklung.“

Auch Henning Schmale wies darauf hin, dass man in Walsrode ein funktionsfähiges Klinikum habe. Es könne mit weitaus weniger Mitteln attraktiver gemacht werden. Und diese Chancen sollte man nutzen. Das Krankenhaus sollte nicht weiter als 30 Kilometer vom Wohnort jedes Einzelnen im Heidekreis entfernt sein. Diese Voraussetzungen erfülle Walsrode ebenfalls voll und ganz. Auch die anwesenden Mediziner unterstützen den Standort Walsrode, sagten jedoch, dass erst einmal die Politik am Zug sei. Sie habe ja schließlich erste Weichen gestellt und müsste nun liefern.

Immer mehr Walsroder werden am Ball bleiben, wollen sich um ihr Krankenhaus kümmern, das erst jüngst durch ein Trauma-Zentrum erheblich aufgewertet wurde. Auch in Rethem werde der Aktionskreis mit großem Interesse wahrgenommen. Weitere Gespräche mit Verantwortlichen aus der Walsroder Verwaltung und vom Heidekreis-Klinikum sind angekündigt.  mü

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