Berufungsverfahren am Landgericht Verden / 46-jähriger Angeklagter aus Walsrode

Ohne Fahrerlaubnis in Unfall verwickelt?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Walsrode/Verden - Wenn es beim Fahren ohne Fahrerlaubnis zum Unfall kommt, kann es richtig teuer werden. Ob der 46 Jahre alte Angeklagte aus Walsrode, der sich seit dieser Woche in einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden verantworten muss, Schuld an einem Unfall im Januar 2012 auf der A27 trägt, ist unklar. In dem Prozess geht es nur um die Frage, ob er damals gefahren ist. An der Unfallstelle war damals plötzlich ein Cousin des Angeklagten aufgetaucht, der den Wagen des Angeklagten gefahren haben will.

Das Amtsgericht Walsrode glaubte das nicht und verurteilte den einschlägig vorbestraften 46-Jährigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe in Höhe von 5600 Euro. Zudem drohen dem selbstständigen Handwerker Regressforderungen der Versicherung. Angaben zum Tatgeschehen machte er in der Berufungsinstanz nicht.

Laut dem Urteil aus erster Instanz war der Angeklagte frühmorgens auf dem Weg zu einer Baustelle in Bremen gewesen. Die Unfallursache ist strittig. In einem Abstand von etwa 150 Metern waren die beteiligten Autos zum Stillstand gekommen. Der Angeklagte soll gegenüber dem Unfallgegner und einem Zeugen zunächst erklärt haben, dass er gefahren sei. Die Zeugen sollen gesagt haben, dass sie bereits die Polizei alarmiert hätten. Daraufhin habe der 46-Jährige behauptet, dass er nur der Beifahrer gewesen sei, der Fahrer sei gerade weggegangen. Dann soll ein Fahrzeug mit drei Männern aufgetaucht sein, von denen einer angab, dass er der Fahrer des Unfallwagens sei.

In der Verhandlung am Landgericht behauptete der Zeuge, dass er nach dem Unfall im Randbereich hinter den Büschen zurückgegangen sei, um den zweiten Unfallwagen zu suchen und eventuell erste Hilfe zu leisten. Doch dort sei niemand gewesen. Als der Wagen mit dem ihn bekannten Männern vorbeigekommen sei, sei er eingestiegen und beim Fahrzeug des Angeklagten wieder rausgelassen worden. Anders als ein Beamter der Autobahnpolizei Langwedel will der Zeuge den zweiten Unfallwagen in 150 Metern Entfernung nicht gesehen haben.

Die Vorsitzende Richterin Andrea Ramsauer zeigte dem Zeugen ihr Misstrauen und wies ihn mehrfach auf seine Wahrheitspflicht und die Folgen einer Falschaussage hin. Er begründete Erinnerungslücken mit einem früheren Unfall und dass er aufgeregt gewesen sei. Er lebe in Polen, genauso wie die anderen Männer, die im Bus saßen. Die waren nicht überzeugend mit ihren Aussagen. In vielen Punkten hatten sie keine Erinnerung – aber sicher wollen sie gesehen haben, wie der Angeklagte an dem Morgen auf der Beifahrerseite in sein Auto eingestiegen ist.

Fortsetzung in der

kommenden Wochde

Kommende Woche wird der Prozess fortgesetzt. Dann kommt der Unfallgegner zu Wort. Die bisher gehörten Zeugen müssen nach ihren Aussagen befürchten, dass Verfahren wegen Falschaussage beziehungsweise Strafvereitelung eingeleitet werden.

wb

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