Interview

Der Vorsitzende der GdP-Bundespolizei zum Schulstandort Walsrode

Martin Schilff sprach auch auf der Benefizgala zum Thema Bundespolizei.

Visselhövede/Walsrode - „Die Bundespolizeiakademie in Walsrode soll weiter stark gefördert werden“, forderte der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft der Bundespolizei Martin Schilff. Auf der Benefizgala des engagierten Erziehungshelfers Lothar Kannenberg in Visselhövede gab es für VAZ-Mitarbeiter Henning Leeske die Gelegenheit, den höchsten Gewerkschafter der Bundespolizisten zu interviewen.

Wie wichtig ist denn der Standort Walsrode für die Bundespolizei?

Schilff: Das Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum in Walsrode ist zurzeit mit 500 Kadetten und 150 Mitarbeitern voll ausgelastet. Insgesamt bildet die Bundespolizei derzeit in ganz Deutschland 2 200 Kadetten in den fünf Zentren aus. Diese wurden aus insgesamt 22 000 Bewerbern ausgewählt.

Wieso hat die Ausbildung des Nachwuchses einen so hohen Stellenwert?

Martin Schilff sprach auch auf der Benefizgala zum Thema Bundespolizei.

Schilff: Heute haben wir ungefähr 50000 Bundespolizisten in Deutschland, und viele von ihnen werden bald in ihren verdienten Ruhestand gehen. Aber die Ausbildung der neuen Kräfte dauert drei Jahre. Da die Aufgaben der Bundespolizei immer mehr werden, wird das Ausbildungsprogramm auch immer vielseitiger. Die Politik ist hier gefordert, weil wir nicht von heute auf Morgen voll diensttaugliche Bundespolizisten anstellen können. Drei Jahre Ausbildung müssen sein.

Wird die Schule in Walsrode weiter wachsen?

Schilff: In Kürze werden die zwei neuen Ausbildungsstandorte in Bamberg und in Diez in Rheinland-Pfalz ihren Betrieb aufnehmen und dort auch jeweils bis zu 500 Kadetten ausbilden. Aber ein weiterer Ausbau der bisherigen Polizeischulen müsste für später weiter geprüft werden.

Bekommt die Bundespolizei denn überhaupt genug qualifizierten Nachwuchs?

Schilff: Im Moment haben wir viele Bewerber, jedoch muss der Beruf des Bundespolizisten weiterhin attraktiver gemacht werden, damit immer genug gute junge Leute zu uns kommen wollen. Eine größere Anerkennung in der Gesellschaft für meine Kollegen gehört auf jeden Fall damit zusammen.

Wie groß ist denn eigentlich der Personalbedarf bei der Bundespolizei?

Schilff: Jetzt haben wir einen Bedarf von 7 000 zusätzlichen Stellen im ganzen Bundesgebiet, aber eben nur 2 200 sind derzeit in Ausbildung. So sind beispielsweise immer noch rund 1 000 Beamte im Einsatz an der deutsch-österreichischen Grenze. Die fehlen natürlich woanders. Dadurch wird unsere Präsenz besonders in der Fläche immer schwieriger. Die Dienststelle am Bahnhof in Uelzen zum Beispiel kann so nicht ständig geöffnet sein.

Sehen sie also den Standort Walsrode auch in der Zukunft als gesichert an?

Schilff: Auch in Zukunft benötigen wir viele neue voll motivierte Bundespolizisten in Deutschland, und bei derer Ausbildung wird Walsrode bestimmt weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

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