A 27 mittlerweile wieder befahrbar

Brückenabriss verursacht kurzzeitig Verkehrschaos

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Gegen die Bagger hatte die Brücke keine Chance. Nach 24 Stunden war kaum noch etwas von ihr zu sehen.

Krelingen - Ein Brückenabriss sorgte für kilometerlange Staus auf der Landesstraße 190 zwischen Walsrode und Hodenhagen in beiden Richtungen. Stockender Verkehr von Hodenhagen bis zur Autobahnabfahrt Westenholz und massive Verkehrsbehinderungen in Walsrode – zeitweise ging auf den Straßenabschnitten rund um Krelingen nichts mehr. Und überall genervte Autofahrer, die sich teils blind auf ihr Navigationsgerät verlassen hatten, anstatt auf die großräumig ausgeschilderten Umleitungen zu achten.

Einige ortsfremde Fahrzeugführer landeten unmittelbar vor der Baustellenabsperrung an der Krelinger Heidefläche, bei der man normalerweise über eine Autobahnbrücke zur Abfahrt Westenholz gelangt. Die Krelinger Brücke, beziehungsweise ihr Abriss, war der Grund für das Verkehrschaos am Wochenende. Am Sonntagvormittag war die Autobahn 27 am Walsroder Dreieck wieder befahrbar.

Bei der letzten turnusgemäßen Untersuchung des Brückenbauwerks, das dort vor 53 Jahren zur Überführung der Autobahn 27 errichtet worden war, waren altersbedingte bauliche Mängel festgestellt worden, die mindestens eine dringende Sanierung erforderten.

Bauleiter Andreas Pirsing vom zuständigen Straßenbauamt in Verden bestätigte, dass sich die Fachleute zu einem Neubau entschlossen hätten, weil dieser preisgünstiger sei als eine entsprechende Sanierung der alten Brücke. Deshalb habe man den Abriss beschlossen und für das vergangene Wochenende präzise geplant.

Bauleiter Andreas Pirsing vom Straßenbauamt Verden traf sich am Freitag an der Krelinger Brücke mit dem Leiter der zuständigen Autobahnmeisterei Bad Fallingbostel, Arne Holsten, um zu sehen, ob mit der Sperrung der A27 und der Einrichtung der Umleitungsstrecken auch alles wie vorgesehen geklappt hat. Die Mitarbeiter der Abbruchfirma bereiteten derweil neben der Autobahn den Start des Brückenabrisses vor. Das Bauwerk war bereits von den Auffahrtrampen der Kreisstraße freigelegt worden. Um Punkt 15 Uhr standen alle Straßensperren, die A27 war verkehrsfrei und die großen Bagger bestückt mit großen Greiferschaufeln. Mächtige Radlader warfen ihre Motoren an.

Zunächst, so erläuterte Pirsing, wurde aber auf den beiden Richtungsfahrbahnen der Autobahn ein Schutzpolster aus dicken Platten und einer mächtigen Sandschicht gelegt, damit beim Abriss die Fahrbahn möglichst unbeschädigt bleibt.

Und kaum war das Polster aufgebracht, machten sich die gewaltigen Bagger mit ihren Greifern und ihren angebauten mächtigen Presslufthämmern an der Brücke zu schaffen. Gegen die starken Maschinen hatte die alte Brücke keine Chance. Keine 24 Stunden später, am Sonnabendvormittag, lag das Betonbauwerk am Boden und die Baugeräte zerkleinerten den Beton immer weiter, schafften die dicken Brocken, aus denen überall Stahldrähte herausragten, an die beiden Seiten der Autobahn.

Bis zum Sonntagvormittag wurde durchgehend in mehreren Schichten gearbeitet. Rund 25000 Fahrzeuge täglich, so der Chef der Autobahnmeisterei, Arne Holsten, könnten nicht ewig über die Landstraßen der Umgebung geführt werden.

Am ersten Juni-Wochenende wird die Autobahn 27 erneut gesperrt. Dann wird das Schalungsgerüst für die neue Betonbrücke über der Autobahn an gleicher Stelle errichtet. In den Monaten zuvor werde die Baustelle im Mittelstreifen und an den beiden Seiten für die neue Brücke vorbereitet, so der Bauleiter. Dazu müssten neue Fundamente und neue Brückenpfeiler errichtet werden. Die neue Brücke werde etwa 16 Meter kürzer sein, so Pirsing, da die äußeren Widerlager enger an die Fahrbahn herangerückt würden. Dadurch würde das Bauwerk erheblich preiswerter.

„1800 Kubikmeter Beton werden für die neue Brücke verarbeitet werden, dazu 225 Tonnen Stahl“, erklärt der Bauaufseher. Außerdem müssten gut 9000 Kubikmeter Boden bewegt werden, ehe die neue Brücke wieder Anschluss an die Kreisstraße an der Krelinger Heide haben wird. Die Fertigstellung des neuen Bauwerkes ist für den 14. November vorgesehen. Baukosten: 2,23 Millionen Euro einschließlich Abriss.

hf

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