Flüchtlinge als Ein-Euro-Jobber

Arbeiten von Anfang an

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Koordinator Hans-Georg Galts (stehend) erläuterte „Arbeiten von Anfang an“ vor Teilnehmern der Willkommensgruppe.

Walsrode - In der Betreuung zugewiesener Flüchtlinge ist die Walsroder Willkommensgruppe der evangelischen Kirche unter dem Dach der Diakonie mit Pastorin Rosl Schäfer schon länger aktiv. Unterstützung für Flüchtlinge und Migranten gibt es bereits beim Willkommens-Café. Jetzt haben Schäfer und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter ein neues Projekt zur frühzeitigen Integration ins Leben gerufen: „Arbeiten von Anfang an – Arbeit in Deutschland kennenlernen“.

Im evangelischen Gemeindezentrum in Walsrode wurde es vorgestellt. Als festen Projektkoordinator konnte die Diakonie-Pastorin Hans-Georg Galts gewinnen, der zuvor schon ehrenamtlich in der Fahrradwerkstatt tätig gewesen war.

Nach Paragraf 5 des Asylbewerber-Leistungsgesetzes dürfen Flüchtlinge schon ohne die endgültige Anerkennung und ohne Integrations- und vorgesehene Sprachkurse eine Arbeit aufnehmen, und zwar so genannte Ein-Euro-Jobs, erläuterten Schäfer und Galts beim jüngsten Treffen der Willkommensgruppe. Die zugewiesenen Flüchtlinge in der Stadt dürften maximal 20 Stunden wöchentlich beziehungsweise vier Stunden täglich beschäftigt werden, und zwar bei kommunalen, staatlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und Arbeitgebern.

Die Flüchtlinge, so erläuterte Galts, könnten so den Arbeitsalltag kennenlernen und eigene Strukturen entwickeln. Sie könnten ihre Fähigkeiten einbringen, aber auch Neues lernen.

Dies komme den meisten Flüchtlingen entgegen, so Schäfer, denn diese wollten nicht herumsitzen, sie wollten etwas Nützliches tun, ja auch der deutschen Gesellschaft etwas zurückgeben. Nebenbei könnten die Menschen bei der täglichen Arbeit Kontakte zu Einheimischen knüpfen und in der Praxis die Anfänge der deutschen Sprache erlernen.

Galts hilft seitens der Diakonie Flüchtlingen und Arbeitgebern und unterstützt bei Fragen der Integration. Er ist bei der Diakonie in Walsrode unter Telefon 05161/989733 oder per E-Mail unter g.galts@diakonie-walsrode.de erreichbar.

Wollen die Institutionen eine Arbeitsgelegenheit zur Verfügung stellen, muss diese zuvor vom Landkreis genehmigt werden. Die Stadt Walsrode zahlt im Auftrag des Heidekreises die gesetzliche Aufwandsentschädigung von 1,05 Euro pro Stunde.

Die Diakonie-Pastorin und ihre ehrenamtlichen Helfer sowie der Koordinator erwarten viele Anmeldungen. Einige Flüchtlinge meldeten sich bereits bei der Vorstellung des Projektes in der Willkommensgruppe.

hf

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