Standortsuche soll zum Jahresende abgeschlossen sein

Ausblick des Heidekreis-Klinikums: Alle Zeichen stehen auf Veränderung

+
Positive Zahlen lassen die Verantwortlichen zuversichtlich in die Zukunft schauen. Dass die nächsten Jahre von großen Herausforderungen geprägt sein werden, wissen Geschäftsführer Dr. med Achim Rogge, die kaufmännische Leiterin Claudia Walter und Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden (v. l.) natürlich auch.

Walsrode – Ein Jahr voller Veränderungen liegt hinter dem Heidekreis-Klinikum. Das wurde beim Neujahrspressegespräch am Standort Walsrode deutlich. Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden, Geschäftsführer Dr. med Achim Rogge und die kaufmännische Leiterin Claudia Walter hatten vor allem gute Nachrichten. Natürlich steht derzeit alles unter dem Eindruck des geplanten Neubaus.

Das Krankenhaus mit seinen beiden Standorten in Soltau und Walsrode hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Rogge berichtete, dass es noch vor wenigen Jahren deutlich schlechter um die Auslastung der Kliniken bestellt gewesen sei. Die Menschen vor Ort hätten ihre Krankenhäuser nicht gut angenommen. „Da war schon ein deutlich zu spürender Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Wir haben uns deshalb auf den Weg zu guten neuen Angeboten gemacht. Mit Erfolg.“ So habe das Defizit innerhalb eines Jahres von 13 auf 10 Millionen Euro gesenkt werden können. Claudia Walter: „Es ist erstmalig gelungen, die Fallzahlen und damit die Erlöse zu steigern.“

Rogge lobte das Engagement und den Teamgeist der Beschäftigten, die bereit gewesen seien, sich den Veränderungen zugunsten einer Qualitätssteigerung zu stellen. Die Unfallchirurgie sei im Dezember im Rahmen des Projektes „Sicherstellung der Not- und Unfallversorgung“ wieder vollständig an den Standort Soltau zurückgekehrt. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie habe neben der erneuten Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie auch die Zertifizierung zum Hernienzentrum erfolgreich abgeschlossen. Als Nächstes werde eine Zertifizierung zum Darmzentrum angestrebt. In 2019 habe die Unfallchirurgie die Zertifizierung zum Traumazentrum geschafft.

Auch bauliche Maßnahmen hätten 2019 geprägt: So seien die OP-Säle in Soltau modernisiert und die Intensiveinheit in Walsrode auf 16 Plätze vergrößert worden. Rogge: „Besonders freue ich mich auch über den erneuten Zuwachs an Geburten. Dieses Jahr durften wir 1 075 Babys, 58 mehr als im Vorjahr, bei uns willkommen heißen. Um genügend Kapazitäten vorhalten zu können, ist der Bau des dritten Kreißsaals kurz vor seinem Abschluss.“

Aber auch im Kleinen habe es Veränderungen gegeben, so zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung. Rogge: „Nur damit Sie eine Vorstellung bekommen: Wir haben hier bis vor Kurzem teilweise noch mit Aufnahmekassetten gearbeitet.“ Ein neues chipgesteuertes Printsystem habe es darüber hinaus ermöglicht, von 700 Druckern in den Kliniken 300 aus dem System zu nehmen und so erhebliche Kosten zu sparen.

Nach wie vor schwebt aber das Projekt „Neubau eines Gesamtklinikums“ über allen Entscheidungen, die im Heidekreis-Klinikum getroffen werden. Rogge erklärte den Zeitplan: Derzeit werde eine Analyse der Stärken und Schwächen der potenziellen Standorte, auch in Hinsicht auf Patientenströme, durchgeführt. „Es bringt uns nichts, einen Standort zu finden und dann nutzen die Menschen ihn nicht.“

Bis zum Ende des Jahres solle die Standortsuche abgeschlossen sein. Momentan laufe noch das Raumordnungsverfahren des Landkreises. Im Herbst solle feststehen, welche der sieben Gebietskulissen, etwa aus Naturschutzgründen, für den Bau eines Krankenhauses nicht geeignet sind – und welche Grundstücke von ihren Eigentümern überhaupt verkauft werden würden.

Rogge sagte: „Wir denken Versorgung, wir denken nicht nur Krankenhaus.“ So sollen in das Gesamtkonzept auch die bisherigen Standorte einbezogen werden. Bisher deuteten alle Überlegungen auf den Pflegebereich. Rogge berichtete, dass es da großen Bedarf gebe: „Wir können Patienten oft nicht entlassen, weil wir keine Pflegeplätze für sie finden. Für Walsrode und Soltau werden wir also prüfen, in welchem Umfang wir dort Pflegeeinrichtungen unter unserer Führung entwickeln können.“

Eine Herausforderung – neben neuen Gesetzen, die viel bürokratischen Aufwand mit sich brächten – werde in 2020 sicherlich sein, Kritiker von der Notwendigkeit eines Neubaus zu überzeugen. Die Strategie des HKK sei nach wie vor „maximale Transparenz“, sagte Rogge. Norden ergänzte: „Wir werden nicht aufhören, der Bevölkerung zu erklären, warum ein Neubau zwingend notwendig ist.“ Alle Menschen werde man sicher nicht erreichen können, aber man hoffe, so viele wie möglich mit ins Boot zu holen. Auch Social-Media-Kanäle sollen künftig helfen, um enger in Kontakt mit der Bevölkerung zu kommen.  rei

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Bomben, Kälte, Hunger: Syrien erlebt neues Flüchtlingsdrama

Bomben, Kälte, Hunger: Syrien erlebt neues Flüchtlingsdrama

Das BMW 2er GranCoupé im Test

Das BMW 2er GranCoupé im Test

So wird die Kartoffel zum Topmodel

So wird die Kartoffel zum Topmodel

Meistgelesene Artikel

Navi und Radio ausgebaut

Navi und Radio ausgebaut

Unkonventionell, nicht unrealistisch

Unkonventionell, nicht unrealistisch

Lebenshilfe in Walsrode und Soltau ausgezeichnet

Lebenshilfe in Walsrode und Soltau ausgezeichnet

Rekord-Raser der A7: Hamburger rast mit 233 Sachen über die Autobahn

Rekord-Raser der A7: Hamburger rast mit 233 Sachen über die Autobahn

Kommentare