Sprach- und Integrationsprogramm „Sprint“ an den Berufsbildenden Schulen Walsrode

Acht spezielle Klassen für jugendliche Flüchtlinge

„Sprint“ an den BBS Walsrode: Frithjof Röthemeyer (l.) und Lothar Schroll haben acht Klassen mit Flüchtlingen eingerichtet.

Walsrode - Wer in der Pause über den Schulhof der Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode geht, wird einer großen Anzahl von Schülern aus verschiedenen Ländern begegnen. Zurzeit besuchen 106 Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Guinea, dem Iran und Irak die Einrichtung. Diese Zahl ist auch der Einrichtung so genannter „Sprint“-Klassen für Flüchtlinge zu verdanken.

„Sprint“ ist ein Sprach- und Integrationsprogramm des niedersächsischen Kultusministeriums, ein Angebot für neu eingereiste Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Ihnen soll durch gezielte Sprachförderung ein Wechsel in das Regelangebot der Berufseinstiegsschule oder Berufsfachschule der BBS ermöglicht werden.

Auch ohne Sprint hatte die Schulleitung zum Start des aktuellen Schuljahres zwei Klassen für die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen vorgesehen, deren Unterrichtsschwerpunkt ganz klar im Bereich der Sprachförderung gesetzt wurde.

Ein Viertel der Unterrichtsstunden verbringen die Jugendlichen allerdings mit Berufspraxis in den Werkstätten im Bereich Ernährung, Holz-, Bau-, Farb- und Metalltechnik.

Die nahezu tägliche Anmeldung neuer Schüler machte die Eröffnung von sechs weiteren Klassen mit einem identischen Konzept notwendig. Seit 1. Februar wurden acht neue Klassen für die Beschulung von jugendlichen Flüchtlingen eingerichtet. „Wir haben mittlerweile personell und räumlich unsere Grenzen mehr als erreicht. Teilweise sind auch schon Lehrerzimmer zu Klassenräumen umfunktioniert worden“, erklärt Schulleiter André Kwiatkowski.

Für eine Gewährleistung der Unterrichtsversorgung wurden vier befristete Stellen im Bereich der Sprachförderung geschaffen. Des Weiteren hat die Schulleitung die Volkshochschule, die Diakonie Walsrode und den BNW als Kooperationspartner für die Beschulung gewinnen können. Durch diese Unterstützung werden die Module Kultur und Arbeitsleben unterrichtet. Für den Spracherwerb kommen diese Schüler täglich zur BBS. Als größte Herausforderung betrachten die Lehrkräfte die unterschiedliche Schulbildung der Jugendlichen.

„Einen Unterricht mit der sprachlichen Hürde so zu gestalten, dass jeder mitkommt, und das bei einer Klassengröße von 10 bis 16 Schülern, ist schon eine Herausforderung“, so Abteilungsleiter Frithjof Röthemeyer, der für die Unterrichtsorganisation zuständig ist. Bis zum Schuljahresende würden sicher weitere schulpflichtige Flüchtlinge aufgenommen. Zehn hätten sich schon nach den Osterferien angekündigt.

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