Körperverletzung und schwere räuberische Erpressung

70-Jährigen überfallen: Zwei Angeklagte vor dem Landgericht Verden

Walsrode/Verden - Zwei Angeklagte aus Walsrode und Helmstedt müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Verden wegen gefährlicher Körperverletzung und schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Es geht um den Überfall auf einen 70 Jahre alten Mann in Visselhövede. Für die im Januar 2017 verübte Tat waren im Juli bereits zwei weitere Männer aus Helmstedt und Braunschweig zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Die Angeklagten sollen im Vorfeld einen Tipp auf 250 .000 Euro im Haus des Opfers bekommen haben. Am 29. Januar 2017 klingelten die beiden bereits Verurteilten bei dem Rentner. Sie drängten ihn ins Haus. Der 70-Jährige stürzte und wurde mit Kabelbindern gefesselt. Dann sollte er den Räubern sein Geldversteck zeigen. Es handelte sich um 300 Euro in einer im Keller verwahrten Geldtasche.

Weil ein Zeuge das Geschehen an der Haustür beobachtet und die Polizei alarmiert hatte, wurde ein Täter noch vor Ort festgenommen. Der andere Räuber soll die Nacht in einer Gartenlaube in Visselhövede verbracht haben und am nächsten Tag von dem seit gestern vor Gericht stehenden 30-Jährigen aus Helmstedt aufgelesen worden sein. So hatte es der bereits verurteilte Helmstedter vor Gericht geschildert.

Dieser will die Tat begangen haben, weil ihn der jetzt angeklagte 30-Jährige wegen Drogenschulden unter Druck gesetzt habe. In dem ersten Prozess waren von den Angeklagten Treffen mit zwei Männern in Walsrode bestätigt worden. Dabei soll es sich um die seit gestern vor Gericht Stehenden handeln. Der 31 Jahre alte Walsroder soll für die Tatausführung einen Koffer mit Klebeband und Kabelbindern übergeben haben. Mit der Bemerkung: „Falls ihr es braucht.“

Vorwurf: Erpressung und Körperverletzung

Weil einem der beiden in Untersuchungshaft sitzenden Männer die Anklageschrift noch nicht zugestellt worden ist, wurde gestern noch nicht mit der Beweisaufnahme begonnen. Diskussionsbedarf gab es aber reichlich. Es ging darum, dass sich alle vier Angeklagten vor der selben Kammer verantworten müssen, außerdem um Telefonüberwachungen.

Rauszuhören war, dass der Walsroder die Vorwürfe bestreiten will. Sein Verteidiger Dr. Jürgen Meyer bezeichnete die bereits Verurteilten als „Lügner“. „Mein Mandant brennt darauf, sie endlich befragen zu können. Wir wären heute aussagebereit gewesen und er wird sich mit der Wahrheit verteidigen“, so Meyer. Zur Last gelegt wird seinem Mandanten zudem ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Am 30. Juni 2017 wurde in seiner Walsroder Wohnung ein Schlagring gefunden, im Auto ein Einhandmesser und ein Schlagstock.

Das Gericht hat für den Prozess vier Verhandlungstage bis zum 14. Dezember vorgesehen. 

wb

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