Prozess gegen fünf Angeklagte aus dem Heidekreis / Einbruchsdiebstähle und Raubstraftaten

18 von 19 Tatvorwürfen noch zu klären

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Walsrode/Verden – Ruhe ist, zumindest vorläufig, im Verdener Landgerichtsprozess mit fünf Angeklagten aus dem Heidekreis eingekehrt. Nachdem sich über eineinhalb Verhandlungstage alles nur um Corona und die Frage gedreht hatte, ob unter den gegebenen Bedingungen verhandelt werden kann, konnte die Beweisaufnahme mit Zeugenbefragungen fortgesetzt werden.

Ein neuer Antrag ließ aber nicht lange auf sich warten. Die Verteidiger beantragten die Aufhebung der Haftbefehle. Begründet wurde der Antrag mit der Unverwertbarkeit von Auto-Innenraumüberwachungen. Die Ermittler hatten Gespräche von Angeklagten mitgehört. Die Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft sehen jedoch kein Beweisverwertungsverbot. Die Beweislage sei unverändert und die Voraussetzungen für die Untersuchungshaft lägen weiterhin vor, so deren Begründung. Eine Entscheidung der 2. Großen Strafkammer über den Antrag steht noch aus.

Vier der fünf Angeklagten waren gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten in der Nacht auf den 20. Februar 2020 nach einem Einbruch in ein Möbelhaus in Walsrode festgenommen worden.

Der andere Beschuldigte muss sich aufgrund seines Alters in einem gesonderten Prozess derzeit vor der 3. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts verantworten. Dort kam zur Sprache, dass noch am Tatort im Auto eines Beschuldigten diverse typische Einbruchswerkzeuge sichergestellt worden waren. Mehrere sogenannte Kuhfüße, Bolzenschneider, Axt, Hammer sowie Sturmhauben und Taschenlampe. Fünf Angeklagte wurden gleich, der sechste Beschuldigte später festgenommen.

Von insgesamt 19 Einbruchsdiebstahl- und Raubstraftaten, die von den Angeklagten in unterschiedlicher Beteiligung verübt worden sein sollen, hält die Staatsanwaltschaft an einem Fall nicht mehr fest. Allerdings bislang nur in dem Prozess mit den fünf Angeklagten. Es geht um den Einbruch in eine Firma in Kirchboitzen in der Nacht zum 10. Februar 2020. „Ich war auf dem Weg nach Dänemark, weil wir da immer Wohnwagen kaufen“, berichtete der Zeuge in einem der Prozesse. Da habe er einen Anruf von einem Mitarbeiter erhalten. „Der Laden wurde schon wieder aufgebrochen“, habe dieser gesagt.

Beim früheren Einbruch seien die Täter nachts von der Polizei angehalten worden. „Sie hatten noch meine 50-Euro-Scheine in der Tasche. 4 000 Euro seien ihm gestohlen worden. Auf das Geld warte ich bis heute“, sagte der Zeuge.

„Mal wieder wurde eine Scheibe eingeschlagen“, berichtete der 43-Jährige zum aktuellen Fall. „Schränke wurden aufgebrochen. Einige Gegenstände sind abhanden gekommen.“ Konkretisieren konnte er das Diebesgut jedoch nicht. Unzureichend für eine Verurteilung. Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft, diesen Fall einzustellen.

Der Prozess wird fortgesetzt. Schließlich sind noch 18 weitere Tatvorwürfe zu klären.  wb

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