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13 Flüchtlingskinder in einer Klasse

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Drei Lehrerinnen am Tisch.
In der Südschule gibt es eine eigene Klasse für ukrainische Flüchtlingskinder. Tania Panova (Mitte) und Olena Dietrich (r.) unterrichten die Kinder und Jugendlichen. Links im Bild Schulleiterin Sybille Jäger. © Müller

In der Südschule in Walsrode ist eine Klasse ausschließlich für geflüchtete Kinder aus der Ukraine gegründet worden. Zweimal die Woche steht Sprachunterricht auf dem Stundenplan.

Walsrode/Krelingen – Viele geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine besuchen inzwischen Schulen im Heidekreis. Die Einrichtungen engagieren sich vielfältig, um den neuen Schülern gerecht zu werden. In den meisten Fällen besuchen die ausländischen Schüler normale Klassen.

Einen anderen Weg geht die Südschule in Walsrode. Schulleiterin Sybille Jaegerhat sich besonders engagiert. Mittlerweile gehen 13 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine gemeinsam in eine Klasse. Zweimal in der Woche steht darüber hinaus Sprachunterricht auf dem Programm.

Die Klasse wird betreut von zwei ukrainischen Fachkräften. Tania Panova ist eine Lehrerin aus Kovel. Sie hat in ihrer Heimat in allen Altersstufen unterrichtet und hilft seit kurzem in Walsrode: „Das macht mir einfach Spaß. Das ist mein Leben. Und die Kinder machen beim Sprachunterricht gut mit.

Unternehmerin Olena Dietrich, die mit ihrem Mann einen Online-Handel in Sachen Kinderschmuck in Bomlitz betreibt, ist zwar keine ausgebildete Lehrerin, versucht aber, gemeinsam mit den Kindern viele Ideen umzusetzen. Beide Frauen berichten von schönen Erlebnissen im Unterricht.

Sybille Jäger erzählt, dass die Kinder aus der Ukraine mit großer Herzlichkeit in der Schule aufgenommen worden seien. „Wir haben heute noch viele Spenden, die bei uns gestapelt sind. Und unsere Kinder mögen ihre Klassenkameraden aus dem fernen Kriegsland sehr. Wenn sie einmal nicht da sind, werden sie sofort vermisst.“

Sybille Jäger hat Fachliteratur zum Land, Lernhilfen, besorgt, die sie mit den beiden Damen bespricht. Schnell werden gemeinsam neue Ideen entwickelt. „Es ist ein leichtes Zusammenarbeiten“, erzählt Jäger.

Die Lehrkräfte erfahren, dass ein deutscher Schäferhund besser ukrainisch als deutsch sprechen soll und hören vom großen Interesse der Kinder an den Sportvereinen. Als einige Jungen das Osterfeuer in Düshorn besuchten, entstand zudem der Wunsch, Mitglied der Jugendfeuerwehr zu werden.

Kirsten Rick aus Düshorn berichtet, dass das Geistliche Rüstzentrum über 70 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat. Auch hier seien die Einheimischen zunehmend eingebunden. Einige Kinder gingen bereits in den Sportverein.

Für Niels Joachim, Leiter des Sozialamtes der Stadt Walsrode, war es besonders wichtig, zwei ukrainische Frauen gefunden zu haben, die den Kindern unter anderem die deutsche Sprache vermitteln können. Für Tania Panova ist es zudem ein gelungener Wiedereinstieg in ihren Beruf. Das hilft ihr über manche Hürden hinweg. Und für die Südschule ist es ein Segen, die beiden als Unterstützung zu haben.  

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