Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik

Versorgungslücke wird geschlossen

Soltau - Landrat Manfred Ostermann zeigte sich im Pressegespräch hoch erfreut, dass eines der von ihm initiierten Projekte nach gut fünf Jahren endlich auf der richtigen Spur ist.

Nachdem das Sozialministerium in Hannover grünes Licht gegeben hat, kann im Heidekreis endlich eine medizinische Versorgungslücke geschlossen werden. Seit längerem fehlt im Landkreis ein Kinder- und Jugendpsychologe, ein unhaltbarer Zustand, wie der Landrat findet. Nachdem der Heidekreis selbst keinen entsprechenden Facharzt finden konnte, hat man sich jetzt nach der Genehmigung durch das Sozialministerium mit der Psychiatrischen Klinik Lüneburg kurzgeschlossen. Nach Gesprächen in dieser Woche mit der Spitze der Lüneburger Fachklinik, die in medizinischen Kreisen einen guten Ruf genießt, ist jetzt die weitere Planung festgezurrt. Bis zum Herbst, so hofft Landrat Ostermann, ist eine kinder- und jugendpsychologische Tagesklinik am Heidekreis-Klinikum in Soltau eingerichtet und arbeitsfähig.

Seit 2002 werden Kinder und Jugendliche aus dem Heidekreis zum Teil vollstationär in der Lüneburger Fachklinik behandelt, ein nur suboptimaler Zustand, wie auch der Chefarzt der Klinik, Dr. Alexander Naumann, befindet. Dies könne nur ein letzter Schritt sein, so war sich der Landrat mit dem Mediziner einig. Die Lüneburger Klinik betreibt deshalb bereits Tageskliniken für die jungen Patienten in Lüneburg und in Stade. Im Soltauer Krankenhaus des Heidekreis-Klinikums, so Ostermann müssten jetzt noch einige Umbaumaßnahmen passieren, ehe die Fachklinik aus Lüneburg gut 800 Quadratmeter an geeigneten Räumlichkeiten anmieten könne. Das Medizinische Versorgungszentrum, so der Landrat, ziehe in die Räume der aufgelösten Soltauer Kinderstation und die psychiatrische Klinik geht nach Renovierungsarbeiten in die bisherigen MVZ-Räume.

Nach fachlicher Diagnose können dann voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres zwölf Therapieplätze in der Tagesklinik montags bis freitags, jeweils von 8 bis 16 Uhr, belegt werden. Ein Oberarzt und ein Psychologe der Psychiatrischen Klinik Lüneburg werden neben weiteren Fachtherapeuten vor Ort beschäftigt sein.

Depressionen, Angstzustände, posttraumatische Störungen und grundsätzlich alle anderen psychischen Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Störungen durch Schulprobleme, können dann in Soltau therapiert werden. Maximal drei Monate soll so eine Behandlung andauern. Die meisten Probleme lassen sich oft kurzfristiger beseitigen, so die Fachmediziner. Nach den bisherigen Erkenntnissen rechnen weder der Landrat noch die Mediziner mit einem Patientenmangel.

Im Idealfall, so Landrat Ostermann, führe die enge Zusammenarbeit mit der Lüneburger Klinik dazu, dass sich nach einiger Zeit doch noch ein ambulante psychologische Praxis ansiedele. Diese Hoffnung sei aber zweitrangig, meinte Ostermann, erst einmal sei es gut, dass eine Versorgungslücke geschlossen werden könne. · hf

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