Walsroder Aktion zum Gedenken an Verfolgte des Nazi-Regimes startet am 30. November am Kirchplatz

Stolpersteine in den Weg legen

So sehen bereits verlegte Stolpersteine aus.

Walsrode - (hf) · Den Menschen „Stolpersteine“ in den Weg legen, damit sie nicht vergessen, dass es in Deutschland ein Nazi-Regime unter Hitler gab und dass Menschen deportiert und zum Teil in Vernichtungslagern umgebracht wurden, ist der Hintergrund für die Aktion Stolperstein des Kölner Künstlers Gunter Demnig.

Was bereits in 480 deutschen Städten und Gemeinden umgesetzt wurde, soll nun am Montag, 30. November, auch in Walsrode seinen Anfang nehmen.

Initiiert durch die Felix-Nussbaum-Schule (FNS), hat sich ein lokales Bündnis aus FNS, Realschule, Gymnasium und Berufsbildenden Schulen mit fachlicher Unterstützung des Historikers Dr. Stefan Heinemann und Prof. Siegfried Sommer gebildet, um auch hier Steine in den Weg zu legen.

Die Idee sei in Gesprächen mit Dr. Heinemann und Prof. Sommer entstanden, die ein fundiertes Wissen über Walsroder jüdische Familien und über die Verfolgung jüdischer Mitbürger hätten, so Hauptschulleiter Rüdiger Strack über die Anfänge der Idee im Frühjahr.

Gerade in der Hauptschule wird seit Jahren im Unterricht die Thematik immer wieder intensiv behandelt, und meist folgen Aktionen der Schüler daraus. Aktuell haben die 9. und 10. Klassen die Gedenkfeier am jüdischen Friedhof in Walsrode gestaltet.

Die Grundidee sei, so Strack, das ganze Jahr über ein sichtbares Zeichen zu setzen, und die Bürger der Stadt auf das Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürger aufmerksam zu machen.

Da kommt die Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig gerade recht. Er fertigt Messingtafeln in der Größe eines Pflastersteins. Sie werden mit Namen und dem jeweiligen Schicksal graviert und in das Pflaster der Gehwege am früheren Wohnort eingelassen. Jeder Bürger kann als Sponsor auftreten und einen Stolperstein beim Künstler bestellen (www. stolpersteine.com).

Die am Aktionsbündnis beteiligten Schulen haben sich für ihre Stolpersteine Paten gesucht. An vier ausgewählten Stellen in der Löns-Stadt, so die Walsroder Akteure, sollten Stolpersteine mit den Namen ehemaliger jüdischer Einwohner verlegt werden.

Realisiert wird das Vorhaben nur an drei Orten, da die Nachfahren der Familie Seckel massiv gegen die Verlegung von Stolpersteinen in der Langen Straße 3 protestierten. Die Arbeitsgruppe, so Strack, akzeptiere diesen Wunsch.

Die Aktion wider das Vergessen, so der Schulleiter, soll am 30. November, um 14 Uhr, am Kirchplatz 11, vor dem Sparkassen-Neubau starten. Dort wird der Künstler einen Stolperstein für Edith Hurwitz, deportiert 1941, in den Gehweg einlassen. Pate ist die FNS. Weiter geht es in der Langen Straße 41, Pate BBS Walsrode, mit einem Stein für Daniel Moses, der zwangsenteignet wurde und 1938 starb. Vor dem Haus Moorstraße 9, Pate Gymnasium Walsrode, sollen gleich vier Steine eingelassen werden. Hier wird an folgende ehemalige jüdische Mitbürger erinnert: Käthe Littauer, deportiert 1942 ins Warschauer Ghetto, später ermordet; Emilie Neuberg, deportiert 1943 nach Theresienstadt, 1944 in Auschwitz umgekommen, und an Ernst Neuberg, deportiert 1941 und später ermordet.

Schüler werden an jedem Ort etwas zu den Einzelschicksalen vortragen und Informationsflyer verteilen.

Rüdiger Strack und die anderen Akteure hoffen, dass sich möglichst viele Bürger am 30. November auf dem Kirchplatz einfinden und den Verlegeauftakt begleiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Last-Minute-Niederlage für Schalke gegen Manchester City

Last-Minute-Niederlage für Schalke gegen Manchester City

Berlin-Köpenick ist nach Stromausfall wieder am Netz

Berlin-Köpenick ist nach Stromausfall wieder am Netz

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Meistgelesene Artikel

Möglichst viele Einwendungen

Möglichst viele Einwendungen

Gesundheitstag für Berufsfachschüler Kraftfahrzeugtechnik

Gesundheitstag für Berufsfachschüler Kraftfahrzeugtechnik

Autofahrer geschlagen - Täter war betrunken

Autofahrer geschlagen - Täter war betrunken

Jan-Christoph Oetjen ist Spitzenkandidat der niedersächsischen FDP

Jan-Christoph Oetjen ist Spitzenkandidat der niedersächsischen FDP

Kommentare