Von Zionsgemeinde bis Inkunabel

„Der besondere Tag“ im Museum Soltau

Die Wolterdinger Inkunabel von 1480 - Foto: Veranstalter

Soltau - Im Museum Soltau dreht sich bis zum 5. November alles um Bibeln, den Buchdruck und um das Leben der Menschen zur Zeit Martin Luthers. Mit der Ausstellung „ZeitGeistLuther – Bibeln, Buchdruck, Bürger und Bauern“ werden 500 Jahre Reformation gefeiert.

Zu sehen sind Originale aus der Zeit bis Ende 1500, aber auch Faksimile-Ausgaben, wie zum Beispiel die Gutenberg-Bibel „B-42“ oder die Hundertwasser-Bibel. Einer der Höhepunkte ist die Wiedmann-Bibel. Es handelt sich um ein über ein Kilometer langes handgemaltes Leporello mit 3.333 Bildern.

Drei Soltauer Organisatoren haben drei Räume gestaltet. Einer widmet sich wertvollen Raritäten religiöser Bücher, ein weiterer der Geschichte und Technik des Buchdrucks. In einem dritten tauchen die Besucher ein in das Leben zur Zeit des Beginns der Renaissance. Ein vierter und letzter Raum zeigt die Bibel des Stuttgarter Künstlers Willy Wiedmann.

Während der Ausstellung wird jeden Sonntag bis zum 29. Oktober „Der besondere Tag“ veranstaltet. Morgen, 1. Oktober, kommt Familie Drewes-Forche und präsentiert Schätze aus der Gründungszeit der Zionsgemeinde vom Drewes-Hof in Meßhausen. Auch aus früheren Jahrhunderten wird sie Kostbarkeiten im Gepäck haben, darunter einzigartige Handschriften aus dem 17. Jahrhundert.

Wiegendruck aus Wolterdingen

Zur Abspaltung kam es 1878 als Reaktion auf die Einführung einer neuen Trauordnung im Zuge der verordneten staatlichen Zivilehe. Wie in Hermannsburg trennte sich ein Teil der Soltauer Christen 1878 von der Hannoverschen Landeskirche. Das begann mit einer ersten Missionsstunde auf dem Drewes-Hof. Einen Tag später wurde die Zionsgemeinde gegründet.

Die Wolterdinger Inkunabel bringt Pastor Torsten Schoppe mit. Er wird zudem moderne Bibeln dabei haben und jeweils um 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr zu einer kleinen Bibelrunde einladen.

Die Inkunabel ist ein Wiegendruck, datiert von 1480. Drucke bis Ende 1500 werden so bezeichnet, da sie aus der „Wiege des Buchdrucks“ stammen. Beim Wolterdinger Exemplar handelt es sich um eine Vulgata, eine lateinische Bibelübersetzung des Kirchenvaters Hieronymus. Sie wurde in der Werkstatt des Nikolaus Götz von Schlettstadt bei Köln gedruckt. Auf jeder Seite befinden sich zwei Kolumnen mit je 42 Zeilen, wie bei der ersten Gutenberg-Bibel. Es handelt sich um ein Geschenk von Pastor Andreas Hollmann aus Celle an die Kirchengemeinde Heilig Geist in Wolterdingen 1550.

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