SPD-Veranstaltung in Soltau zur medizinischen Versorgung auf dem Land

Wunsch nach attraktiverem Angebot

Fast 200 Besucher waren gekommen. Fotos: Müller

Soltau – Teilweise sehr emotional ging es her bei einer sehr gut besuchten Veranstaltung der SPD, zu der der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil in das Soltauer Hotel Meyn eingeladen hatte. Kompetenter Gast war die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar. Thema des Abends war die medizinische Versorgung auf dem Land.

Alle Redner waren sich einig, dass hier sehr viel Arbeit zu leisten sei. „Wir von der SPD haben viele Vorschläge gemacht, die jetzt umgesetzt werden sollten“, sagte die Rednerin, selber Landärztin in einem Dorf in Bayern.

„Ich bin für die Apotheke vor Ort, kann mich aber nicht gegen den Versandhandel wehren“, sagte sie in ihrem engagierten Vortrag. Wer sage, der Versandhandel zerstöre die Apotheken in Deutschland, sollte die Gründe woanders suchen. „Denn von 100 Rezepten werde nachweislich nur eins bei diesem Handel eingelöst.“ Wichtig sei es allerdings, und da kam sie den anwesenden Apothekern ein wenig entgegen, für beide, für die Apotheke vor Ort und für den Versandhandel gleiche finanzielle Voraussetzungen schaffen.

Das war nur ein Thema von vielen, die an diesem Abend aufkamen. Es ging auch um die aktuelle Bertelsmann-Studie, die zum Ergebnis kam, dass es in Deutschland zu viele Krankenhäuser gibt. „Wir müssen sicherstellen, dass ein Krankenhaus nur 30 Kilometer von unserem Wohnort entfernt erreichbar ist. Und wir dürfen die Zahl der Fachkliniken nicht einschränken“, so Dittmar. Darum betrachte sie diese Studie eher skeptisch.

Die Referentin forderte, dass es unbedingt mehr Hausärzte auf dem Land geben müsse. Deshalb müssten die verantwortlichen Gremien die Anforderungen erleichtern, müssten für mehr Studienplätze sorgen und attraktive Angebote für das flache Land machen. Aber auch der Bereich der Fachärzte müsse stärker unterstützt werden.

In der anschließenden Diskussion gab es heftige Kritik aus den Reihen der Pflegeheim-Vertreter. Die Leistungen verdienten öffentlich mehr Anerkennung und müssten stärker honoriert werden.

Eine Besucherin sprach von einer „unterirdischen“ Versorgung im Bereich der Kinderärzte im Heidekreis. Die Zuhörer erfuhren, dass Kinderärzte an einem Tag bis zu 60 Patienten zu behandeln hätten und noch weitere Leistungen erbringen müssten. „Wir sind an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit angekommen“, sagte ein Kinderarzt aus dem Altkreis Soltau. Klingbeil erzählte, dass er in engem Gedankenaustausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung stehe. „Ich hoffe, ich kann hier bald mehr erreichen.“

Medizinische Themen aus dem Heidekreis blieben weitgehend unberührt und konnten in der Diskussion nur kurz behandelt werden. Dazu gehörte die Frage, wer denn in den Kliniken entscheide, wo der Rettungsdienst zu stationieren sei. Das sei Sache der Politik, erhielt er als Antwort.

Klingbeil am Ende der mehr als 90-minütigen Zusammenkunft: „Das Feld der medizinischen Versorgung ist weitaus größer. Wir werden als Politiker daran zu arbeiten haben, um das flache Land zu erreichen.“  mü

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Martfeld

Weihnachtsmarkt in Martfeld

„ABBA – The Tribute Concert“ in der Mensa

„ABBA – The Tribute Concert“ in der Mensa

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Fotostrecke: Werders Pleite gegen den SC Paderborn

Fotostrecke: Werders Pleite gegen den SC Paderborn

Meistgelesene Artikel

Schild-Schrauber will nach seinem Werkzeug fragen und fährt betrunken zur Polizei

Schild-Schrauber will nach seinem Werkzeug fragen und fährt betrunken zur Polizei

Keine Bettensperrung

Keine Bettensperrung

Streit zwischen Frauen eskaliert

Streit zwischen Frauen eskaliert

Weihnachtsmarkt Walsrode mit viel Musik

Weihnachtsmarkt Walsrode mit viel Musik

Kommentare